Was muss ich nach einer Warnung durch die App tun?

Nach einem möglichen Kontakt mit einer infizierten Person gibt die App Anweisungen, wie sich Betroffene verhalten sollen. Diese Anweisung wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) erstellt. In der Schweiz schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu diesem Fall: „Personen, die von der Swisscovid-App über einen Kontakt mit einer infizierten Person benachrichtigt werden, können frei entscheiden, wie sie reagieren. Die App zeigt die Telefonnummer einer Infoline an, bei der diese Personen anonym weitere Informationen erhalten. Ob sie davon Gebrauch machen möchten, ist ihnen überlassen. Die App empfiehlt weiter, bei Auftreten von Symptomen den Coronavirus-Check im Internet zu machen oder medizinischen Rat einzuholen und sich in freiwillige Quarantäne zu begeben.“

Da die App auch Fehlalarme anzeigen kann, dürfte es sinnvoll sein, sich nach einer Warnung auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen zu lassen.

Welcher Verbreitungsgrad ist nötig?

Die Bundesregierung will keine konkrete Zielmarke für die Verbreitung der App nennen. Es sei nicht so, „dass sie gar nichts bringt, wenn nur wenige mitmachen. Sondern jeder, der zusätzlich mitmacht, ist eine Hilfe, um Kontaktketten nachzuverfolgen“, sagte eine Regierungssprecherin. Die BAG schreibt dazu: „Gemäß einer Studie aus Oxford sollten 55 bis 65 Prozent der Bevölkerung bei den Quarantäne-Maßnahmen innerhalb der Eindämmungsphase mitmachen, damit die Epidemie eingedämmt werden kann.“ Da viele jüngere oder ältere Menschen in Deutschland kein Smartphone besitzen, müssten sich fast alle übrigen die App herunterladen, um auf die Quote von 65 Prozent oder höher zu kommen.

Erst ab einer Quote von mehr als 70 Prozent kann zumindest jeder zweite Kontakt von den Apps registriert werden. Selbst in Island, wo fast 40 Prozent der Bevölkerung die Corona-App installiert hat, ist ihr ein nur sehr eingeschränkter Nutzen zugesprochen worden.

Das bringt uns zur letzten und entscheidenden Frage:

Ist die Installation der App empfehlenswert?

Die Erfahrungen mit Corona-Apps in anderen Ländern sprechen nicht dafür, dass sie andere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie oder die traditionelle Kontaktnachverfolgung annähernd ersetzen können. Selbst die Bundesregierung will die Erwartungen nicht zu hochschrauben. Befürchtungen, die App könne als Instrument zum Tracking der Bevölkerung genutzt werden, sind durch die Verwendung des dezentralen Konzepts allerdings bislang nicht berechtigt.

Da der Quellcode offen ist, lassen sich die Funktionen der App in puncto Sicherheit und Datenschutz genau prüfen. Kritisch ist aber zu sehen, dass für die App permanent die Bluetooth-Schnittstelle aktiviert sein muss.

Ein echter Misserfolg könnte die App werden, wenn sich deren Nutzerinnen und Nutzer zu viel Sicherheit davon versprechen und andere Schutzvorkehrungen gegen die Verbreitung des Virus unterlassen. Besser als die erfolgreiche Verfolgung von Infektionsketten ist es allemal, neue Infektionen zu vermeiden.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei bei golem.de und wurde von uns ergänzt.

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3 Kommentare

  1. Avatar

    QR code ausversehen gelöscht, was passiert jetzt?

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      Hast du diesbezüglich eine antwort erhalten? Ist mir auch passiert..

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    Ich habe die Corona App wieder von meinem Xiaomi Smart Phone gelöscht, weil sie entgegen Ihrem Bericht, keine Musikwiedergabe über Bluetooth zugelassen hat. Danach hat die Musikwiedergabe wieder funktioniert.

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