Bis zum Verkaufsstart des Sion, des vollelektrischen Solarmobils von Sono Motors für die Stadt, dauert es noch etwas. Dafür nimmt eine andere Erlösquelle nun konkrete Formen an – die Vermarktung der Solartechnologie an Nutzfahrzeughersteller und Verkehrsunternehmen.

In München präsentierte das junge Unternehmen jetzt einen mit 20 speziellen PV-Elementen behafteten Solar-Busanhänger, der an sonnigen Tagen über 2000 Watt Leistung liefert und damit beispielsweise die Klimaanlage oder Heizung eines Linienbusses unterstützen kann. Egal, ob dieser bereits voll- oder teilelektrisch – oder auch noch ganz konventionell mit einem Diesel angetrieben wird. Was der Anhänger leisten kann, soll nun in einem mehrmonatigen Versuch zusammen mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) im Alltagsbetrieb getestet werden.

Weiterer Meilenstein für Sono Motors

„Für Sono Motors ist das ein Meilenstein auf der Mission, möglichst jedes Fahrzeug mit Solarzellen auszustatten“, sagte Sono Motors-Gründer Laurin Hahn bei der Vorstellung des Anhängers. „Gerade in Zeiten von steigenden Energiepreisen und zunehmenden Emissionsregulierungen im städtischen Bereich bietet unsere Solartechnologie einen großen Mehrwert für öffentliche Verkehrsbetriebe.“

Gelenkbus der besonderen Art 
Ein Linienbus der Münchner Verkehrsgesellschaft wird in den kommenden Monaten den Solaranhänger an den Haken nehmen, um zu schauen, wie sich die Technik im Alltagsbetrieb schlägt. An sonnigen wie regnerischen Tagen. Foto: Sono Motors
Gelenkbus der besonderen Art
Ein Linienbus der Münchner Verkehrsgesellschaft wird in den kommenden Monaten den Solaranhänger an den Haken nehmen, um zu schauen, wie sich die Technik im Alltagsbetrieb schlägt. An sonnigen wie regnerischen Tagen. Foto: Sono Motors

Die komplette Technik – sowohl die semiflexiblen Solarmodule wie die Leistungselektronik sowie die Solarladeregler sind Eigenentwicklungen von Sono Motors. Ursprünglich nur für den Sion konzipiert, soll sie im größeren Maßstab künftig auch Nutzfahrzeugen zugute kommen: Auf den Dächern von Bussen und den Aufliegern von Zugmaschine ist jede Menge Platz für die Solartechnik.

Das Elektroauto-Startup Sono Motors ist trotz des erfolgreichen Börsengangs noch nicht über den Berg. Für die Produktion gibt es offenbar einen Plan B. Elektroauto

Auf dem Dach des Busanhängers bedecken die PV-Elemente immerhin zwölf Quadratmeter Fläche. Der damit erzeugte Sonnenstrom fließt in die 24-Volt-Batterie des Busses und wird hier zur Stabilisierung der Energieversorgung genutzt. Noch besser wäre freilich die Kombination mit einem Elektrobus: Der Anhänger könnte dann während der Fahrt als Reichweiten-Verlängerer genutzt werden oder zumindest die Ladezeiten im Betriebshof verkürzen. Die MVG arbeitet bereits daran, ihre Busflotte zu elektrifizieren, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. „Mich überzeugt die Idee, denn hier kann viel Kraftstoff eingespart und der CO2-Ausstoß deutlich reduziert werden“, sagte Münchens zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) bei der Vorstellung des Konzepts.

Mittelfristig könnten auch Wohnmobile, Züge und Boote mit der Technik ausgestattet werden. Das Interesse der Hersteller ist groß: Seit vergangenem Jahr hat Sono Motors Verträge und Absichtserklärungen mit zehn Unternehmen gezeichnet, darunter MAN, dem Kleinbushersteller Easymile sowie dem sächsischen Elektrofahrzeugbauer ARI.

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1 Kommentar

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    Das sieht ja nicht gerade nach Integration aus: Einfach Solarpanele aufs Dach geklatscht, wo sie halt passen, keine spezielle Form, keine Rücksicht auf Abschattung neben der Klimaanlage. Und dann 2000 Watt: Damit lässt sich die Klimaanlage UNTERSTÜTZEN. Mehr auch nicht. Die UltraLight 500 von Konvekta, eine Klimaanlage für kleinere Busse hat eine Leistungsaufnahme von 12.600 Watt bei einer Kälteleistung von 25 kW und einer Heizleistung von 15-20 kW.

    Eigentlich sind Anhänger für die Personenbeförderung in Deutschland verboten – auch im Busbetrieb. Wenn dieses Verbot fallen würde, dann müssten solche Anhänger nicht mehr mit Ausnahmegenehmigung betrieben werden. DAS würde wirklich etwas bringen – statt den ganzen Tag mit leeren und teuren Gelenkbussen zu fahren, könnten die Anhänger in der Spitzenlastzeit angehängt werden und ansonsten an einer Endhaltestelle abgestellt werden.

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