In vielen Städten benötigen Bürger und Besucher drei oder vier Apps, wenn sie den öffentlichen Nahverkehr nutzen, dann ein Stück mit dem Leihrad fahren oder im Baumarkt mit dem Carsharing-Auto Regale besorgen wollen. Für die Dienste haben sie sich zuvor jeweils einzeln registrieren müssen, das Bezahlen erfolgt meist über unterschiedliche Wege. Die Stadtwerke Augsburg (SWA) machen damit jetzt radikal Schluss und bieten nicht nur alle Verkehrsmittel aus einer Hand an. Sie wagen sich sogar noch einen Schritt weiter vor und führen monatliche Festbeträge für ihre Mobilitätsangebote ein. „Wir gehen mit der Flatrate völlig neue Wege im Nahverkehr“, erklärt SWA-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza. „Zusammen mit neuen Abrechnungsmodellen für den ÖPNV ist das die Zukunft im Nahverkehr.“

Was es bereits in einigen europäischen Städten wie Helsinki gibt, erlebt damit in Deutschland seine Premiere. Die Augsburger haben zuvor ein Jahr lang mit Testkunden die Flatrate getestet und daraus zwei Paketpreise entwickelt. Für 79 Euro im Monat kann der Kunde im Tarifgebiet Innenraum den ÖPNV so oft und viel nutzen, wie er will. Die Leihräder der SWA kann er jeweils bis zu 30 Minuten kostenlos fahren, auch mehrmals am Tag. Und die Carsharing-Fahrzeuge darf er bis zu 15 Stunden oder bis zu 150 Kilometer weit nutzen.

Wie werden wir im Jahr 2030 reisen oder auch nur von der Wohnung zum Arbeitsplatz gelangen? Die einen Experten träumen von völlig neuen Verkehrsmitteln und dem Ideal einer smarten, vollvernetzten und intermodalen Mobilität. Die anderen wollen erst einmal den Verkehr teurer machen und die Autofahrer abkassieren. Verkehr

Zahlt der Bürger 109 Euro, kann er bis zu 30 Stunden pro Monat Autofahren ohne Kilometerbeschränkung. Die Flatrate ist ab sofort buchbar und gilt ab November. Wer sich bis Dezember entscheidet, bekommt sechs Monate lang zur Einführung für 79 Euro die Leistungen des teureren Pakets. Die Carsharing-Flotte umfasst immerhin 200 Autos in der Stadt und der Region, davon neun E-Fahrzeuge.

Die Finnen waren schneller

In Finnland hat das Start-up MaaS Global bereits im November 2017 einen ähnlichen Service namens Whim eingeführt, der sogar Taxifahrten umfasst. Die teuerste Tarif-Variante kostet allerdings 499 Euro im Monat, mit ihr kann der Kunde aber so viel Taxi und Leihauto fahren, wie er möchte. Ähnliche Angebote gibt es in Antwerpen und Birmingham, in Singapur haben die Finnen bereits ein Büro eröffnet und der japanische Immobilienkonzern Mitsui Fudosan soll jetzt bei der Expansion nach Tokio helfen.

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