Elektrische Motorroller werden immer leistungsfähiger. Der deutsche Hersteller Trinity, der seit 2013 auf dem Markt ist, bringt jetzt mit dem Modell „Jupiter S“ einen zweisitzigen E-Roller mit Rädern im 13-Zoll-Format auf den Markt, der mit einer Spitzenleistung von 16 kW (22 PS) und einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h im „Power“-Modus locker mit mit den meisten konventionell angetriebenen Großrollern der 125 Kubikzentimeter-Klasse mithalten kann.

Lithium-Ionen Akkus von CATL

Das gilt auch für die Reichweite: Mit dem optional erhältlichen Akku von 10,3 kWh sollen Touren von bis zu 200 Kilometer Länge möglich sein. Serienmäßig ist ein Akku des bekannten chinesischen Herstellers CATL mit 7,2 kWh an Bord – da muss der E-Roller spätestens nach 150 Kilometern an die Steckdose. Mit einem 1,8 kW-Schnellladegerät ist der Stromspeicher an der Haushaltssteckdose aber spätestens nach vier Stunden wieder voll, verspricht der Hersteller.

Flotter Feger
Mit einer Spitzenleistung von 16 kW und einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h glänzt der „Jupiter S“ aus China. In Belgien wird der Roller der 125er-Klasse unter dem Namen „Ydra Seven“ angeboten. Foto: Hersteller

„E-Mobilität einfach nutzen, ohne sich ständig Gedanken um den nächsten Ladevorgang machen zu müssen, war eines unserer Ziele“, umschreibt Trinity-Gründer und CEO Reinhold Richert die Charakteristik des „Jupiter S“, der in drei Farbvarianten und zu Preisen ab 6.993 Euro angeboten wird. Die Version mit dem großen Akku startet bei 8.499 Euro, das Schnellladegerät kostet 299 Euro extra. Reduzieren lässt sich der Preis um bis zu 400 Euro, wenn der Besitzer den Roller entsprechenden Dienstleistern für den Handel mit Treibhausgas (THG)-Minderungsquoten anbietet. Richert: „Spätestens mit dem Wissen macht der Kauf eines Verbrenners kaum noch Sinn.“

Rückwärtsgang für einfacheres Rangieren

Entwickelt wurde das Lastenheft des „Jupiter S“ angeblich am Firmensitz von Trinity Electric in Meinersen bei Hannover. Ein ähnliches Modell mit niedriger Leistung und Höchstgeschwindigkeit in Belgien von einem Wettbewerber namens Crazhibou unter dem Namen „Ydra 7“ angeboten – zu einem Basispreis ab 6.495 Euro. Produziert werden die 172 Kilogramm schweren Roller in China. Um das Handling trotz des hohen Eigengewichts und einer Zuladung von bis zu 200 Kilogramm möglichst einfach zu machen, wurde der E-Roller dort mit einem Rückwärtsgang ausgestattet. Damit kann zwar auch so mancher seiner Wettbewerber wie der Vespa Elletrica von Piaggio (ab 6.390 Euro) oder die nagelneue BMW CE04 (ab 11.990 Euro) glänzen. Allerdings reicht dort der Energiegehalt des Akkus nur für 100 bis 120 Kilometer – oder der Preis schießt durch die Decke.

Jetzt muss Trinity bzw. der Hersteller in China nur noch liefern. Angeblich kommt die ersten Exemplare des „Jupiter“-Rollers noch im Juni in den Handel. Und Richert ist zuversichtlich, dass die ersten Roller schon bald in Deutschland angelandet werden. Und noch im Laufe des Jahres soll die Produktpalette weiter wachsen: Mit einem ausgewachsenen Elektro-Motorrad, 150 km/h und genug Strom für 150 Kilometer Reichweite. Mehr mag er noch nicht verraten.

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