In wirtschaftlich schweren Zeiten bringt Porsche ein Modell auf den Markt, das wichtiger denn je für die Zuffenhausener ist: den Cayenne. Nun wird auch der große Bruder des Porsche Macan elektrisch und auch hier dürften nicht alle Kunden jubeln. Doch nach den jüngsten Absatzproblemen und katastrophalen Wirtschaftszahlen haben die Stuttgarter reagiert und lassen den aktuellen Cayenne mit Verbrenner und als Plug-in-Hybrid vorerst weiterhin im Programm.

Dabei macht einem der neue Porsche Cayenne Electric den Umstieg allemal leicht. Zum Marktstart Anfang kommenden Jahres feiert er zunächst als Cayenne Electric und Cayenne Turbo Electric seine Premiere. Das Topmodell bietet dabei Fahrleistungen, die so manchen Verbrennerfan ins Wanken bringen könnten. Der elektrische Allradler leistet im Boost kurzzeitig bis zu 850 kW oder 1156 PS, bei einem maximalen Drehmoment von 1.500 Nm und einer Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h. Der Imagespurt 0 auf Tempo 100 in 2,5 Sekunden ist ebenso wahnwitzig wie irrelevant. 

Power-Pakete
Mit Antriebsleistungen von bis zu 850 kW wartet der neue Cayenne Electric auf - der stärkste Serien-Porsche aller Zeiten.
Power-Pakete
Mit Antriebsleistungen von bis zu 850 kW wartet der neue Cayenne Electric auf – der stärkste Serien-Porsche aller Zeiten.

Im normalen Fahrbetrieb stehen beim Cayenne Electric Turbo bis zu 630 kW oder 857 PS zur Verfügung. Das Einstiegsmodell Cayenne kommt im Normalbetrieb auf vergleichsweise überschaubare 300 kW/408 PS und immerhin 835 Nm Drehmoment. Es beschleunigt in 4,8 Sekunden aus dem Stand von null auf 100 km/h und erreicht 230 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der Normverbrauch beider Modelle liegt bei rund 20 kWh/100 km.

Laden mit 400 kW – und auch induktiv

Nachladen kann der neue Hoffnungsträger der Schwaben nach rund 640 Kilometern an einem Hypercharger mit maximal 400 Kilowatt. So erstarkt das 113 kWh große Batteriepaket in 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Für das Laden daheim kann der Cayenne auf Wunsch mit einer induktiven Ladefunktion in der eigenen Garage ausgestattet werden. Der Aufpreis daf ist mit 5.000 Euro jedoch üppig. 

Einfach laden wie ein Handy
Gegen einen Aufpreis von 5000 Euro wird der Cayenne mit einer Vorrichtung  ausgeliefert, die das induktive Laden des Akkus mit bis zu 11 kW ermöglicht. Bequemer geht es kaum. Fotos: Porsche
Einfach laden wie ein Handy
Gegen einen Aufpreis von 5000 Euro wird der Cayenne mit einer Vorrichtung ausgeliefert, die das induktive Laden des Akkus mit bis zu 11 kW ermöglicht. Bequemer geht es kaum. Fotos: Porsche

„Der Cayenne Electric zeigt Performance in einer völlig neuen Dimension. Er setzt neue Maßstäbe im SUV-Segment – bei den Fahreigenschaften ebenso wie beim Laden“, sagt Oliver Blume, der scheidende Porsche-Vorstandsvorsitzende, „überragende elektrische Leistung trifft auf hohe Alltagstauglichkeit.“ Besonders stolz sind die Porsche-Entwickler nicht allein auf die Fahrleistungen, sondern eine Bremse, die es in sich hat. Die maximale Verzögerungsleistung liegt bei 600 Kilowatt, wodurch der rund 2,5 Tonnen schwere Elektro-SUV fast alle Bremsvorgänge über die Rekuperation abwickeln kann.

Viel Komfort im Innenraum

Alle Modelle bekommen Allradantrieb und eine variable Luftfederung, wobei im Topmodell eine Quersperre an der Hinterachse für die entsprechende Traktion sorgen soll, während eine Wankstabilisierung Ruhe in die Karosserie bringt. Auf Wunsch wird die neue Cayenne-Generation in seinen verschiedenen Antriebsvarianten mit einer Hinterachslenkung ausgestattet. Die große Reichweite wird nicht zuletzt durch eine besonders ausgeklügelte Aerodynamik erreicht, die den cW-Wert auf 0,25 reduziert. Bei nahezu identischen Proportionen bleibt der Porsche Cayenne des Modelljahres 2027 mit 4,99 Metern knapp unter der Fünf-Meter-Marke. 

Erlebnisraum Cayenne 
Das in die Mittelkonsole integrierte gebogene „Flow Diplay“ soll die Bedienung des Infotainmentsystems erleichtern. Die Hand ruht dabei während der Fahrt auf dem „Ferry Pad“ - einer kleinen Bank darunter.
Erlebnisraum Cayenne
Das in die Mittelkonsole integrierte gebogene „Flow Diplay“ soll die Bedienung des Infotainmentsystems erleichtern. Die Hand ruht dabei während der Fahrt auf dem „Ferry Pad“ – einer kleinen Bank darunter.

Deutlich gewachsen ist jedoch der Radstand, der durch einen Längenzuwachs von 13 Zentimetern nunmehr 3,02 Meter beträgt, was gerade der zweiten Reihe guttut. Die Fondsitzanlage ist serienmäßig elektrisch verstellbar und bietet flexible Möglichkeiten von der Komfortposition bis zurCargostellung. Im Innenraum gibt es neue, deutlich vergrößerte Displays inklusiv einem gebogenen OLED-Bildschirm in der Mitte sowie Heizelemente in Armauflagen und Verkleidungen wie bei Luxuslimousinen. Das Ladevolumen des Kofffrraums von 781 bis 1.588 Litern wird um einen 90 Liter große Frunk im Vorderwagen erweitert. Zudem kann der Porsche Cayenne Electric bis zu 3,5 Tonnen schwere Anhänger ziehen.

Preise ab 105.200 Euro

Die Preise beginnen für den Porsche Cayenne Electric bei 105.200 Euro; das Topmodell Cayenne Electric Turbo kostet mindestens 165.500 Euro. Damit liegen der Basispreise nur knapp über den entsprechenden Benzinerversion. Die elektrische Topversion ist sogar rund 20.000 Euro günstiger als der aktuelle Porsche Cayenne Turbo E Hybrid mit knapp 740 PS. 

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