Audi, BMW, Mercedes, Venturi, Renault oder Nio – sie alle haben sich in den vergangenen Jahren nach und nach aus der Formel E abgemeldet. Zu wenig Publikumsinteresse, hohe Kosten bei überschaubaren Technologietransfers und das geringe Abstrahlen der Serie auf den Verkauf der eigenen Elektroautos – vieles blieb bislang hinter den Erwartungen der beteiligten Unternehmen zurück.

Das alles schreckt Opel jedoch nicht ab. Ab der Saison 2026 / 2027 startet die deutsche Stellantis-Tochter mit einem eigenen Team in die FIA-Weltmeisterschaft für elektrische Rennwagen. Das Opel GSE Formula E Team unterschrieb hierzu jüngst einen Vier-Jahres-Vertrag. „Die Formel E markiert den nächsten Meilenstein auf unserem Weg in eine elektrische Zukunft“, sagt Opel CEO Florian Huettl. Im Gegenzug zieht sich DS Automobiles nach elf Jahren und zwei Konstrukteurs-Titeln aus der Rennserie zurück. Die Franzosen wollen sich künftig lieber auf die Sportarten Golf und Segeln fokussieren.

Gelb-Schwarzer Hoffnungsträger 
Opel arbeitet bereits an dem Boliden für die Formel-E-Weltmeisterschaft. Technische Details werden aber noch ebenso wenig verraten wie die Namen der Fahrer, die für Opel an den Start gehen. Foto: Opel
Gelb-Schwarzer Hoffnungsträger
Opel arbeitet bereits an dem Boliden für die Formel-E-Weltmeisterschaft. Technische Details werden aber noch ebenso wenig verraten wie die Namen der Fahrer, die für Opel an den Start gehen. Foto: Opel

Nun stößt Opel in die Lücke, die DS hinterlässt. „Der Start von Gen-4-Rennwagen in der Formel E ab der kommenden Saison ist für uns genau der richtige Zeitpunkt, um in diesen spannenden vollelektrischen Rennzirkus einzusteigen. Unser Opel GSE Formula E Team wird zeigen, wofür unsere Marke steht: deutsche Ingenieurskunst, mutiges Design und eine elektrisierende Performance.“

Neue Fahrzeuggeneration mit 600 kW Leistung

Ab Herbst geht es los. Die dann bis zu 600 kW oder 816 PS starken Elektroboliden der vierten Generation werden auf Rennstrecken in aller Welt auf die Jagd nach Platz und Sieg gehen. Die neue Generation der E-Renner markiert den größten Leistungssprung in der Formel-E-Geschichte. Erstmals sind die Boliden mit einem permanenten Allradantrieb ausgestattet, der das Gripniveau auf den bisweilen engen Citykursen deutlich erhöhen soll. Doch es steigt nicht nur die Motorleistung auf bis zu 600 kW im Trainingsmodus. Zugleich wird die Kapazität zur Energierückgewinnung auf bis zu 700 kW erhöht.

In der aktuellen zwölften Saison sind folgende Marken vertreten: Porsche, Maserati, DS, Citroen, Jaguar, Lola, Mahindra und Nissan. Vor dem Lauf in Madrid (21. März) lag der Porsche-Fahrer Pascal Wehrlein in der Fahrerwertung vorn, das deutsche Team auch in der Mannschaftswertung vor Jaguar. Die Entscheidung über die Weltmeisterschaft 2025/2026 fällt am 2. und 3. Mai in Berlin.

Rad an Rad
Zahlreiche Werksteams liefern sich in der Formel E-Weltmeisterschaft spannende Rennen, unter anderem Cupra, Porsche, DS und Citroen. In der kommenden Saison ersetzt Opel mit einem eigenen Team und zwei Fahrzeugen DS Automobiles.

Das Engagement von Opel macht Sinn. Das deutsche Unternehmen hat eine lange und erfolgreiche Motorsporttradition, die im Rallye- und Tourenwagensport begründet ist. Doch als es mit Finanzen bergab ging und General Motors 2017 Opel an die PSA-Gruppe verkaufte, wurden fast alle Aktivitäten gestrichen. Gerade noch ein Rallye-Markenportal mit elektrischen Opel-Modellen ist geblieben, der den Nachwuchs fördern soll. Eingesetzt wird im ADAC Opel GSE Rally Cup derzeit der 207 kW (281 PS) starke Opel Mokka GSE Rally, der auch in einer Serienversion angeboten wird.

Doch das scheint Stellantis-CEO Antonio Filosa – und auch Markenchef Hüttl – auf Dauer nicht zu genügen. Wie kaum ein anderer Konzern bleibt Stellantis der Formel E seit dem Beginn treu – zugegeben mit mitunter jährlich wechselnden Marken aus dem Verbund, während Team, Technik und Fahrer mitunter erhalten blieben. Welche Fahrer für Opel in der kommenden Saison an den Start gehen wird, wurde noch nicht verraten. Die Informationen dürfte man bewusst bis zum Lauf in Berlin zurückhalten.

(Mit Ergänzungen von Franz Rother)

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