He Xiaopeng ist der Chef des in Hongkong und New York gelisteten Xpeng-Konzerns mit einem Börsenwert von aktuell rund 12 Milliarden Euro – und plant mit dem Elektronik- und Mobilitätsriesen eine weltweite Offensive. Der 48-jährige Informatiker ist einer der prägenden Tech-Unternehmer Chinas. Seine ersten Milliarden hat er bereits 2014 gemacht, als er seine Anteile am  Mobile-Internet-Spezialisten UCWeb an Alibaba verkaufte. Kurz darauf stieg er beim Auto-Startup XPeng ein und führt das Unternehmen aus Guangzhou seit 2017 als Chairman und CEO – mit dem Anspruch, Elektromobilität, Software und automatisiertes Fahren zusammenzubringen.

Der Technologiepartner des Volkswagen-Konzerns – XPeng liefert KI-Systeme und Chips an Volkswagen und hat zusammen mit VW eine Reihe von Elektroautos für den chinesischen Markt wie den ID. Aura T6, den ID.Era 9X und den ID.Unyx 08 entwickelt – erklärte jetzt in München bei seiner ersten großen Präsentation außerhalb Chinas, was seine Expansions-Strategie von der klassischer Autokonzerne im Westen unterscheidet. Wir waren dabei – hier einige seiner Kernaussagen.

He Xiaopeng
Der 48jährige Informatiker ist einer der prägenden Tech-Unternehmer Chinas. Seine ersten Milliarden hat er bereits 2014 gemacht, als er seine Anteile am  Mobile-Internet-Spezialisten UCWeb an Alibaba verkaufte. Kurz darauf stieg er beim Auto-Startup XPeng ein und führt das Unternehmen aus Guangzhou seit 2017 als Chairman und CEO. Foto: Xpeng

He Xiaopeng über:

  • die Entwicklung von KI speziell für die mobile Welt: „KI ist mehr als large language models, die für die Sprachbedienung im Auto verwendet werden. Wir nennen unser eigenes Modell ,physical AI” – und sehen seine Bedeutung weit über das Auto hinaus. Darum entwickeln wir auch humanoide Roboter, fliegende Autos oder vollautonome Fahrzeuge. Wir haben ein echtes foundation model: ein breit mit großen Datenmengen aus mobilen Anwendungen aller Art vortrainiertes KI-Basismodell, das sich für viele konkrete Aufgaben weiter anpassen lässt.“
  • Neue autonome Fahrassistenten: „Wir sind überzeugt, die vollen Funktionen unseres Piloten der nächsten Generation NGP (VLA 2.0) Anfang 2027 international ausrollen zu können. Sobald die regulatorischen Voraussetzungen erfüllt sind, möchte Xpeng als erster chinesischer Hersteller ein vollständig integriertes intelligentes Fahrsystem mit fortschrittlichen Bremsfunktionen auf den Markt bringen, das den internationalen Vorschriften entspricht.“ (Anmerkung der Radaktion: Die VLA-2.0-Plattform basiert auf einer vollständig End-to-End arbeitenden KI-Architektur. Sie benötigt weder hochauflösende Karten noch LiDAR-Sensoren und lernt direkt aus realen Fahrmanövern, wodurch auf eine manuelle Datenannotation verzichtet werden kann. d.Red.) 
Küchenhelfer- und mehr 
Die achte Generation des "Iron" von Xpeng agiert in vielfältiger Beziehung schon wie ein echter Mensch. Ab Sommer 2027 soll der 1,73 Meter große und 70 Kilogramm schwere Roboter mit 2.250 TOPS KI-Rechenleistung auch in Europa käuflich zu erwerben sein.
Küchenhelfer- und mehr
Die achte Generation des „Iron“ von Xpeng agiert in vielfältiger Beziehung schon wie ein echter Mensch. Ab Sommer 2027 soll der 1,73 Meter große und 70 Kilogramm schwere Roboter mit 2.250 TOPS KI-Rechenleistung auch in Europa käuflich zu erwerben sein.
  • Roboter als mobile Helfer: „Wir haben jetzt schon die achte Generation von Robotern entwickelt. Der Xpeng Iron sieht und agiert schon sehr wie ein echter Mensch. Ich bin überzeugt: Nur ein möglichst menschenähnlicher Roboter wird auch von den Menschen in ihrem Zuhause als Helfer akzeptiert. So ein Roboter soll nicht nur agieren, sondern auch als Gesprächspartner bereitstehen. Erste Nutzer sehe ich aber im gewerblichen Bereich. Iron kann als Kassierer, Lagerarbeiter oder Büroassistentin schon bald arbeiten. Im nächsten Jahr wollen wir Iron überall erhältlich machen.“
  • Fliegende Autos: „Die entwickeln wir bereits seit 13 Jahren. Heute haben wir vier unterschiedliche Produkte fertig entwickelt. Unser Land Aircraft Carrier (Aridge“) kann in fünf Minuten nach dem Stopp eine Passagier-Drohne in seinem Heck flugbereit machen. Wir haben bereits 7000 Vorbestellungen weltweit – und sind auch bereit, in Europa abzuheben. Wir wollen eine Massenproduktion von 10.000 Modellen im Jahr. Solche Produkte sollen für viele Menschen erschwinglich werden.“
  • Pläne für ein Xpeng eigenes Ladenetz für Elektroautos: „Wir haben schon in 31 Ländern weltweit eigene Ladestationen. Bis 2028 wollen wir mindestens 4000 HPC-Ladestationen in Europa verfügbar machen.“
  • Die Rolle von Hochleistungs-Chips: „Ich bin stolz auf unseren eigenen Turing-Chip. Das ist nicht etwas, das aus der Welt der Spielekonsolen kommt – er ist speziell für mobile Anwendungen entwickelt.“
Xpeng L03
  • Die Rolle von Europa bei den Expansionszielen von Xpeng: „In Europa, für Europa – das belegt etwa unser neues SUV-Coupé L03, das maßgeblich auch von unserem Entwicklungszentrum in München mitentwickelt und abgestimmt wurde. Von seinem Schwestermodell M03 haben wir in seinem Marktsegment in China bereits mehr Fahrzeuge verkauft als alle Verbrenner-Fahrzeuge in allen anderen Segmenten. Aber die Bedeutung von Europa zeigt sich auch in der Fertigung von Produkten bei Magna in Österreich, die Partnerschaft mit Volkswagen oder in Dutzenden europäischer Zulieferer.“
  • Den Namen seiner Firma: „In China haben mir viele Menschen abgeraten, meinen eigenen Namen als Firmennamen zu verwenden. Das sei altmodisch. Modern wäre so etwas wie ,Harmonie´ oder ,Champion´ – und es mache auch die Internationalisierung viel einfacher. Aber ich denke anders und will es so machen wie berühmte europäische oder US-Firmen. Benz, Bosch oder Peugeot…Auch da steht der Name des Gründers dafür, dass er persönlich für die Qualität seines Produkts bürgt.

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