Dass es auch von den BMW-Elektromodellen zeitnah echte M-Versionen aus Garching geben wird, ist keine Überraschung, denn erste Einblicke in die Technik gaben die Bayern ja bereits im vergangenen Jahr mit dem eDrive Concept. Der neue BMW i3 wird als zweites Modell der sogenannten neuen Klasse nach dem iX3 noch in diesem Jahr seine Premiere feiern. Mitte 2027 dürfte dann mit dem BMW i3 M die erste vollelektrische Sportversion folgen. Einen Vorgeschmack darauf gaben die Bayern jetzt am Rande des 24-Stunden-Rennens von Le Mans mit einer weiteren Studie – einem knallroten „M Concept Neue Klasse“ im Renntrim.
Bisher gab es im Modellportfolio nur abgeschwächte M-Performance-Modelle wie den BMW i4 M50 oder eben Plug-in-Hybriden wie den aktuellen BMW M5 PHEV / XM PHEV. Der BMW i3 M mit seinen mächtig ausgestellten Radhäusern dürfte kein Einzeltäter bleiben, denn nach dem großen Erfolg des M3 Touring scheint ein elektrischer Hochleistungskombi mehr als wahrscheinlich, der jedoch erst 2028 anrollen dürfte.

Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans ist der perfekte Rahmen für die Präsentation des elektrischen Hochleistungs-Sportlers. Mitfahren darf er allerdings noch nicht – da setzt BMW noch auf einen V8 mit Hybridantrieb.
Wenig überraschend ist der M Concept Neue Klasse auf der technischen Plattform des BMW iX3 mit 800-Volt-Bordnetz unterwegs und wird von einem 108 kWh großen Batteriepaket mit Energie versorgt. Sprich, der sportlichste Dreier aller Zeiten kann Gleichstrom am Highpower-Charger mit rund 400 kW laden – 2027 vielleicht sogar mit noch höherer Ladeleistung.
Der Serien-BMW i3 M dürfte nach dem Vorbild des Technologieträgers M eDrive Concept über vier Elektromotoren mit mehr als 588 kW oder 800 PS verfügen – eine spätere Topversion ist gar mit mehr als 1.300 PS in Aussicht gestellt. Die einzelnen Antriebe sind speziell miteinander vernetzt, um die irren Kräfte ohne Verluste auf die Straße zu bringen und so in spektakulären Vortrieb umzuwandeln.
Aus dem Motorsport in die Serie
Innen zeigt die Studie des M Concept in Le Man eine leichte Modifikation des späteren Serienmodells mit stark konturierten Ledersitzen, dem nunmehr bekannten Panorama-Display und zentralen Touch Screen. „Auch im neuen vollelektrischen Zeitalter setzen wir die M-typische Tradition fort, technologische Innovationen und prägende Designmerkmale direkt aus dem Motorsport in die Serienproduktion zu übertragen“, sagt Franciscus van Meel, Vorsitzender der Geschäftsführung der BMW M GmbH. Wobei BMW bislang nicht in der Formel E aufgetaucht ist.

Das Cockpit des Konzeptautos ist nahe am BMW iX3. Auch hier gibt es das Panoramic View genannte Info-Band, das sich unter der Windschutzscheibe über die gesamte Fahrzeugbreite hinzieht.
Eher um den technischen Anspruch zu unterstreichen, denn um das hohe Leergewicht von sicher mehr als 2,2 Tonnen zu reduzieren, kommen beim BMW M Concept Neue Klasse innen wie außen verschiedene Naturfaserelemente zum Einsatz – beispielsweise im Frontsplitter, im Luftauslass der Motorhaube und im Diffusor. Erstmals wird diese Naturfaser nicht nur in ihrer reinen Form, sondern auch in einer veredelten Ausführung mit M Branding in der Dachgrafik verwendet.
Mal schauen, was es davon in die Serie schafft: 2027 könnte die Welt schon wieder anders aussehen.