Zwar halten Toyota und Hyundai, auch Stellantis, BMW und Honda noch einige Autokonzerne an der Brennstoffzellentechnik auch für PKW fest. Doch die meisten Hersteller sind sich einig, dass die Wasserstoff-Technologie vor allem eine Zukunft bei Nutzfahrzeugen haben. Daimler Truck und Volvo haben sich deshalb bereits vor zwei Jahren im Joint Venture Cellcentric zusammengetan. Gemeinsam will man bis 2025 serienreife Brennstoffzellen-Systeme entwickeln, produzieren und vermarkten.

Vor dem Hintergrund startet das so genannte Cryotruck-Konsortium die Entwicklung und Erprobung von Wasserstofftanks und Betankungssystemen für Brennstoffzellen-Lastwagen im Fernverkehr. Hinter dem Konsortium stehen das Wasserstoff-Mobility-Startup Cryomotive, der Nutzfahrzeughersteller MAN, der Fahrzeugumrüstet Clean Logistics, die Tester von IABG sowie ein Team der Technische Universität München. Gemeinsam wollen sie unter anderem einen Cryogas-Wasserstofftank für Lastwagen entwickeln. Dieser soll es den Brennstoffzellen-Lkw ermöglichen, 1.000 Kilometer ohne einen Tankstopp zurückzulegen – und den Tank in nur zehn Minuten wieder zu befüllen.

1000 Kilometer ohne Pause 
Die Computergrafik zeigt, wie die Tanks und das Brennstoffzellen-System in eine Zugmaschine integriert wird. Grafik: Cryomotive
1000 Kilometer ohne Pause
Die Computergrafik zeigt, wie die Tanks und das Brennstoffzellen-System in eine Zugmaschine integriert wird. Grafik: Cryomotive

Unterstützung bekommt das noch junge Cryotruck-Konsortium vom Bundesverkehrsministerium. Dieses signalisierte kürzlich, das Projekt finanziell zu fördern. „Mit alternativen Antrieben und Kraftstoffen wollen wir hin zur Nullemissionslogistik auf der Straße. Rund 90 Prozent der CO2-Emissionen im Verkehrssektor kommen vom Straßenverkehr, ein Drittel davon machen Lkw aus“, sagte Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr. „Die Entwicklung und Erprobung von Wasserstoffgastanks und Betankungssystemen für Brennstoffzellen-Lkw im Fernverkehr sind ein richtiger und wichtiger Schritt für mehr Klimaschutz im Verkehr. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse des Konsortiums, was Betankungszeit und Reichweite anbelangt.“

Tanks für tiefgekühlten Wasserstoff

Das Projekt Cryotruck ist auf dreieinhalb Jahre angelegt, das Gesamtbudget beträgt rund 25 Millionen Euro. Konzentrieren will es sich auf die Entwicklung eines Speicher- und Betankungssystems für kryogenes – tiefkaltes – Druckwasserstoffgas, das in schweren Brennstoffzellen-Lkw und -Bussen zum Einsatz kommen soll. Cryogas kann dabei entweder aus flüssigem oder gasförmigem Wasserstoff erzeugt werden. Die Technik kann somit sowohl auf bestehende gasförmige Wasserstoffinfrastrukturen aufsetzen als auch neue Flüssigwasserstoff-Infrastrukturen für Nutzfahrzeuge nutzen.

In der Schweiz wurden jetzt die ersten XCient-Trucks mit Brennstoffzellenantrieb an Kunden übergeben. Und für die Koreaner ist das erst der Anfang. Wasserstoff

Das Wasserstoff-Mobility Startup Cryomotive stellt im Projekt die Entwicklungs- und Fertigungsexpertise zur kryogenen Wasserstoff-Tank- und – Betankungstechnik. MAN und Clean Logistics bringen das nötige Wissen für den den Bau von Versuchsfahrzeugen ein. IABG die neuen Tank- und Betankungssysteme anschließend testen. Gleich drei Lehrstühle der TU München unterstützen das Ganze in Bereichen wie Modellierung, Simulation, Konzeptentwicklung, Karbonfaser- Verbundwerkstoff-, Fertigungs- sowie Metallumformungstechnik.

Noch Zukunftsmusik 
Computermodell einer Wasserstoff-Tankstelle, an dem Brennstoffzellen-Lkw und Busse, aber auch Pkw in kürzester Zeit in fernerer Zukunft ihre Hochleistungs-Tanks nachfüllen sollen. Grafik: Cryomotive
Noch Zukunftsmusik
Computermodell einer Wasserstoff-Tankstelle, an dem Brennstoffzellen-Lkw und Busse, aber auch Pkw in kürzester Zeit in fernerer Zukunft ihre Hochleistungs-Tanks nachfüllen sollen. Grafik: Cryomotive

Spätestens im Jahre 2024 will das Cryogas-Konsortium Wasserstofftanksysteme mit 80 kg Wasserstoff-Speicherkapazität und einem Energieinhalt von mehr als 2.600 kWh in zwei unterschiedliche Fahrzeug-Prototypen integrieren und anschließend die Erprobung im Straßenverkehr starten.

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