Im europäischen Vergleich rangiert Deutschland bei der Elektromobilität im hinteren Mittelfeld. Das zeigt der „EV Preparedness Index“ des Energiewirtschaftlichen Instituts (Ewi) der Uni Köln. Der Index soll abbilden, wie die europäischen Länder auf den Hochlauf der Elektromobilität vorbereitet sind. Basis dafür sind die Daten des Statistischen Amts der Europäischen Union, kurz Eurostat. Diese liegen vollständig allerdings erst für 2022 vor so dass das Ranking den Stand von vor zwei Jahren abbildet.

Deutschland lag demnach im europäischen Vergleich auf Rang 20. Auf einer Skala von eins bis zehn erreichte Deutschland 5,4 Punkte. Die Länder mit dem höchsten „EV Preparedness Score“ waren Norwegen (9,4), Schweden (8,4) und die Schweiz (mit jeweils 7,8 Punkten). Schlechter als Deutschland schnitten nur Polen, Ungarn, Irland und Tschechien ab.

Norwegen führt 
Zu den Ländern mit dem höchsten Maß an Bereitschaft zur Elektromobilität gehören Norwegen, Schweden und die Schweiz. Führende Länder verfügen über eine großes Angebot an erneuerbaren Energien (mit Schwerpunkt auf Wind- und Wasserkraft) und Möglichkeiten zu ihrer Speicherung, leistungsfähige Netz- und Ladeinfrastrukturen. Auch haben sie nach Feststellungen der Forscher auch einen starken Fokus auf intelligente Messsysteme und Flexibilitätsregelungen. Grafik: Ewi
Norwegen führt
Zu den Ländern mit dem höchsten Maß an Bereitschaft zur Elektromobilität gehören Norwegen, Schweden und die Schweiz. Führende Länder verfügen über eine großes Angebot an erneuerbaren Energien (mit Schwerpunkt auf Wind- und Wasserkraft) und Möglichkeiten zu ihrer Speicherung, leistungsfähige Netz- und Ladeinfrastrukturen. Auch haben sie nach Feststellungen der Forscher auch einen starken Fokus auf intelligente Messsysteme und Flexibilitätsregelungen. Grafik: Ewi

Als Gründe für das schwache Abschneiden führen die Autoren der Studie unter anderem den nach wie langsam voranschreitenden Smart-Meter-Rollout an. Österreich etwa sei da deutlich weiter. Smart Meter seien von großer Relevanz für die Elektromobilität, denn sie er möglichen durch den Austausch von Daten die Flexibilisierung von Ladevorgängen, argumentieren die Verfasser der Studie.

Schmutziger Strom verhagelt die Bilanz

Ein weiterer Grund ist die gestiegene CO2-Intensität im deutschen Strommix durch die Rückkehr zur Kohleverstromung in der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise. Dies habe den CO2-Fußabdruck der Elektromobilität deutlich erhöht: Nach Angaben des Umweltbundesamtes ging die Produktion einer Kilowattstunde Strom 2022 mit CO2-Emissionen von 434 Gramm einher. 2020 lag die Belastung des Klimas noch bei 369 Gramm CO2/kWh.

Und nicht zuletzt sei die gesicherte Erzeugungsleistung zurückgegangen, führt Ewi als weiteren Grund an. Steuerbare Kapazitäten nähmen für den Hochlauf der E-Mobilität jedoch eine zentrale Rolle ein, denn sie glichen Last spitzen durch das ungesteuerte Laden von E-Fahrzeugen aus.

In Kooperation mit dem Branchendienst energate.

Der Index, der zum zweiten Mal nach 2022 erhoben wird, analysiert die Bereitschaft der einzelnen Länder für den Hochlauf der E-Mobilität anhand von drei Kriterien: die grüne Stromerzeugung, der Zustand der Lade- und Netzinfrastruktur sowie Bedingungen für das flexible Laden. Besonders gut schneiden dabei die skandinavischen Länder ab, da sie über einen vergleichsweise grünen Strommix, eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur und hohe Durchdringungsraten von Smart Metern verfügen. Norwegen bekleidet mit einem Index-Wert von 9,4 Punkten den Spitzenplatz.

Deutschland fällt um drei Plätze zurück

Gegenüber der ersten Ausgabe des Index ist Deutschland sogar um drei Plätze nach hinten gerutscht. Hauptgrund hierfür waren die Veränderungen im Strommix. Damals hatten die Ewi-Forscher neben den Verzögerungen beim Smart-Meter-Rollout auch die geringe Preisdynamik im deutschen Strommarkt angekreidet.

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