Wie viel darf ein gutes E-Bike kosten? Diese Frage ist eine der grundlegenden beim Fahrradkauf. Oder, andersherum betrachtet: Was bekomme ich überhaupt für mein Geld? Die zweite Frage ist vielleicht sogar noch wichtiger und hängt stark von der jeweiligen Fahrzeugkategorie ab. Mit Blick auf unterschiedliche Preispunkte zeigen wir an ausgewählten Beispielen, bei welchen Kosten ein gutes Fahrrad mit elektrischer Trittunterstützung ungefähr beginnt – beziehungsweise was man für sein Geld im Einstiegsbereich erwarten darf.
Preispunkt 2.500 Euro: Einstieg ins E-Bike-Segment


Rund 2.500 Euro muss man ungefähr einplanen, wenn man sich für ein wertiges E-Bike im Einstiegssegment entscheidet. Die Modelle in dieser Preiskategorie punkten entweder mit einem Hinterradnabenmotor oder einem Mittelmotor mit kleinem Akku. Ein Beispiel ist das „Cysalo 5“ von Victoria Bikes. Das City-E-Bike kommt mit einer Komplettausstattung inklusive Federgabel und 60-Lux-Lichtanlage, Bosch-Mittelmotor der Generation 4 und einem kompakten Akku mit 400 Wattstunden. Das macht das Rad leicht und wendig im Alltag.
Die lifestylige „Vibe“-Serie des spanischen Herstellers Orbea mit dem kompakten, 250 Watt starken Mahle-Hinterradmotor X35 Plus und einem 248 Wattstunden fassenden Akku im Unterrohr sowie einer Carbon-Gabel beginnt ebenfalls an diesem Preispunkt. Die E-Bikes mit der auffälligen Rahmenform sind sportlicher gebaut; Zubehör wie Gepäckträger und Schutzbleche kann allerdings leicht nachgerüstet werden.
Preispunkt 3.000 Euro: E-Mountainbikes und City-E-Bikes


E-Mountainbikes sind aktuell laut Zweirad-Industrie-Verband die beliebteste Fahrradgattung. Der Einstiegspreis für ein hochwertiges Modell beginnt bei rund 3.000 Euro, beispielhaft sei hier das „Urrun 30“ von Orbea genannt. Der Begriff Urrun steht im Baskischen für „weit“. Das E-Hardtail hat einen Shimano-EP-Mittelmotor in RS-Version mit 85 Newtonmeter Drehmoment, der von einem ins Unterrohr integrierten 630-Wattstunden-Akku mit Energieversorgt wird. Dazu kommen eine Federgabel von Marzocchi mit 120-Millimeter-Federweg sowie eine 11-Gang-Kettenschaltung von Shimano. Die Reifen unterstreichen die Allround-Fähigkeiten des Rades: Ihr Profil ist sowohl für leichte Trails als auch für längere Fahrten auf Asphalt geeignet.
Wer auf der Suche nach einem hochwertigen City-E-Bike ist, wird auch rund um diesen Preispunkt fündig. Ein Beispiel ist das „Tria X11“ von Winora. Zum Einsatz kommt hier ein Bosch-Mittelmotor der Performance Line mit 75 Newtonmeter Drehmoment und einer maximalen Unterstützung von 600 Watt. Den Strom liefert ein vollintegrierter 625-Wattstunden-Akku, dessen Reichweite auch längere Touren ermöglicht. Der Aluminium-Rahmen mit tiefem Einstieg ermöglicht ein bequemes Auf- und Absteigen – selbst bei montiertem Kindersitz.
Preispunkt 3.500 Euro: E-Kompaktbikes und Liegeräder


20-Zoll-Räder sind voll im Trend und gelten als praktische Begleiter für alltägliche Strecken und auch Urlaubsreisen, z. B. mit dem Wohnmobil. Die Räder haben dank Ballonreifen ein agiles, wendiges Fahrverhalten und eine gute Beschleunigung dank E-Unterstützung. Ein Beispiel ist das „S8 ZR F B“ von I:sy. Das E-Bike hat einen Riemenantrieb mit Achtgang-Nabenschaltung von Shimano, einen tiefen Durchstieg, eine Lichtanlage sowie einen Gepäckträger. Angetrieben wird es mit einem Bosch-Mittelmotor, der seine Energie wahlweise aus einem 400- oder 545-Wattstunden-Akku (300 Euro Aufpreis) bekommt.
Ebenfalls auf 20-Zoll-Rädern rollen Touren-Trikes wie das „Gekko fx 20“ von HP Velotechnik. Für den Einstieg in den Dreirad-Bereich bekommt man eine Basisausstattung mit 24-Gang-Schaltung und Scheibenbremsen. Weitere Optionen wie unterschiedliche E-Antriebe, Blinker, Licht oder Gepäckträger kann man gegen Aufpreis individuell konfigurieren.
Preispunkt 4.000 Euro: Moderne Transportoption Lastenrad


Lastenräder gelten als eine wichtige Säule der Verkehrswende und bieten unterschiedlichste Transportmöglichkeiten. Ungefähr 4.000 Euro sollte man mindestens einplanen, wenn man über den Kauf eines „Radlasters“ nachdenkt. Ein Beispiel in diesem Preisbereich ist das „CS70 Edition 5“ von Ca Go aus Koblenz. Das extravagant konstruierte CUV besticht durch drei unterschiedliche Gepäckträger, die den Transport auch von Getränkekisten ermöglichen. Angetrieben wird durch einen Bosch-Mittelmotor der Performance Line SX, der serienmäßig von einem 400-Wattstunden-Akku mit Strom versorgt wird. Gegen Aufpreis ist ein 725 Wh großes PowerPack erhältlich.
Ein weiterer Vertreter in diesem Preisbereich ist das „Packbernds Electro“ von Bernds. Das förderfähige „Longjohn“-Lastenrad hat eine Transportbox vor dem Lenker und kann bis zu 260 Kilogramm transportieren. In der Basisausstattung hat es eine Zwei-Gang-Schaltung, kann aber mit unterschiedlichen Schaltungsvarianten kombiniert werden. Der Elektromotor sitzt wahlweise im Vorderrad (Hansmann), im Hinterrad (Zehus) oder im Tretlager (Pendix). Eine weitere Besonderheit: Das Lastenrad ist faltbar und lässt sich dadurch platzsparend abstellen.
Preispunkt 5.000 Euro: Automatikschaltung und S-Pedelecs


Eine Automatikschaltung am E-Bike? Ja, das gibt es, und zwar ab ungefähr 5.000 Euro. Die Option ist entweder mit einer Enviolo-Nabenschaltung möglich, mit dem Auto-Shift-System von Shimano oder mit einer Motor-Getriebe-Einheit (MGU) von Pinion. Der Vorteil der MGU: Die Schaltungskomponenten und die Motoreinheit sind im selben Gehäuse verbaut und besonders wartungsarm. Das System erfordert dadurch besonders wenig Wartung. Verbaut ist es beispielsweise am „P12 ZR“ von Isy. Das 24,2 Kilogramm schwere E-Kompaktrad punktet mit 12-Gang-Automatik, einem 800 Wattstunden-Akku sowie durch seine Vollausstattung.
Ab 5.000 Euro sollte man auch einplanen, wenn man sich als Berufspendler für ein S- oder Speed-Pedelec interessiert. Die schnellen Flitzer, die rechtlich als Kleinkrafträder gelten, erreichen mit Motorunterstützung eine maximale Geschwindigkeit von 45 km/h. Darum brauchen sie ein Versicherungs-Kennzeichen, einen Führerschein wenigstens der Klasse AM und der Fahrer einen Helm. Ein Beispiel für diese E-Bike-Gattung ist das „Roadster 4 vario HS“ von Riese & Müller. Bosch-Antrieb (Performance Line CX Speed) und 625 Wh-Akku, stufenlose Nabenschaltung und Riemenantrieb gehören zu den wichtigsten Features des Bikes, das wenigstens 5.299 Euro kostet .
Preispunkt 6.000 Euro: Sportive Light E-MTBs


Hochwertig ausgestattete E-Mountainbikes, die unter 20 Kilogramm wiegen und die Fahrdynamik eines Nicht-E-Bikes versprechen: Dafür steht der Trend Light-E-MTB. Die Carbonräder kommen mit einem kleinen, kompakten Motor, der zwar weniger Maximalleistung erzielt, aber dennoch antriebsstark ist. Der Motor braucht weniger Energie, was die Nutzung eines kleineren Akkus ermöglicht. So wird Gewicht eingespart und eine Leichtigkeit gewonnen, die rein muskelbetriebenen Bio-MTBs sehr nahe kommt.
Ein Beispiel für diese neue Kategorie ist das vollgefederte „Lyke CF 10“ von Haibike mit Fazua-Ride-Motor. Der Antriebshersteller aus der Nähe von München, der mittlerweile im Besitz von Porsche ist, gilt als Wegbereiter für diese Form des E-Bikes. Sein Antrieb hat eine Leistung von 430 kW und ein maximales Drehmoment von 65 Newtonmetern, der in den Rahmen integrierte Akku speichert 480 Wattstunden.
Und auch das nur 19 Kilogramm schwere „G1 Uproc SL:X“ von Flyer mit Bosch-Performance Line SX25-Motor (600 Watt Leistung und 55 Newtonmeter Drehmoment) und 400-Wattstunden-Akku steht für den neuen Trend des E-Mountainbikens: Natürliches Radeln mit leichter Trittunterstützung am Berg.
(Quelle: Pressedienst Fahrrad)