Man muss schon etwas genauer hinschauen, um die Unterschiede zu erkennen: Die Heckschürze sieht etwas sportlicher aus als die der Fahrzeuge, die bereits auf den Straßen unterwegs sind. Zudem verbindet ein rotes Leuchtenband die beiden Hecklampen, die beim Bremsen kurz ein X aufleuchten lassen . Auch vorne sind die Unterschiede zu VW ID.4 Pure, Pro oder Family eher marginal: Es gibt auf beiden Seiten jeweils drei LED-Leuchten übereinander, die am Tag das Näherkommen signalisieren. Und die Scheinwerfer sind ebenfalls über einen schmalen Lichtstreifen miteinander verbunden. Das war es auch schon.

Was den neuen Volkswagen ID.4 GTX, der im Sommer auf den Markt kommt, von seinen Geschwistern unterscheidet, ist weniger die Optik, sondern der Antrieb, der beim Tritt aufs Fahrpedal bis zu 220 kW, also fast 300 PS mobilisiert. Nach 3,2 Sekunden soll damit Tempo 60, nach weiteren drei Sekunden Tempo 100 erreicht sein. Damit ist der ID.4 GTX einen Tick schneller als ein Golf GTI (6,4 Sekunden). Und auch ein Golf GTE mit wiederaufladbarem Hybridantrieb (6,7 Sekunden) sieht dagegen blass aus.

VW ID.4 GTX
Flott wie sicher um die Kurve
Dank Allradantrieb sollte der VW ID.4 GTX keine Traktionsprobleme kennen, weder in den Bergen noch auf nasser Fahrbahn. Foto: Volkswagen

Und das ist kein Zufall. Denn das GTX soll künftig die sportlichen Varianten der Elektroautos von Volkswagen zieren und wie GTI und GTE zu einem eigenen Markenzeichen werden. Auch einen ID.3, ID.5 und ID.6 wird es also in Zukunft in der Version geben – mit stärkeren Motoren und elektrischem Allradantrieb. In Anlehnung an Tesla sprach VW-Entwicklungsvorstand Thomas Ulbrich bei der Vorstellung des neuen Autos von einem „Dual Motor“-Konzept.

Höchstleistung maximal für 30 Sekunden

Im Fall des ID.4 GTX werkelt an der Hinterachse eine permanent erregte Synchronmaschine (PSM) mit 150 kW (204 PS) Leistung. Bei Bedarf schaltet sich an der Vorderachse blitzschnell ein Asynchron-Motor hinzu – nach dem gleichen Prinzip arbeiten die Allradantriebe in den Schwestermodellen Audi Q4 e-tron und Skoda Enyaq iV.

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Allerdings steht die maximale Leistung von 220 kW des ID.4 nur kurzzeitig zur Verfügung – und wenn der Akku zu wenigstens 88 Prozent gefüllt ist: Spätestens nach 30 Sekunden wird die Leistung wieder heruntergeregelt. Denn im Unterschied zum Antrieb hat der Energiespeicher des GTX kein Upgrade erhalten: Der wassergekühlte Akku im Fahrzeugboden speichert wie bei seinen Schwestermodellen maximal 77 Kilowattstunden (kWh). Nach VW-Angaben soll der Allradler damit nach der Verbrauchsnorm WLTP bis zu 480 Kilometer weit kommen. Den durchschnittlichen Stromverbrauch gibt VW mit 18,1 bis 19,1 kWh an – im wenig alltagstauglichen NEFZ-Zyklus.

Und was kostet der Spaß? In Deutschland liegt der Grundpreis bei 50.415 Euro, für den der Käufer bei der BAFA einen Umweltbonus in Höhe von 7.500 Euro (netto) beantragen kann. Gegenüber einem heckgetriebenen ID.4 Pro Performance mit 150 kW starkem Antrieb und gleichgroßem Akku beträgt der Aufpreis somit fast 10.000 Euro. Allerdings hat der GTX auch einige Features an Bord, die beim Pro Performance extra geordert werden müssten – sofern es sie überhaupt für das Modell gibt. Wie die Räder im Format 20 Zoll und allerlei GTX-Gimmicks wie die erwähnten Leuchtenbänder, spezielle Farben und Sitzbezüge mit roten Kontrastnähten sowie dem GTX-Logo in der Lehne der Vordersitze.

Auch damit zieht der GTX mit dem GTI aus der alten Antriebswelt gleich.

ID.4 GTX in der Rückenansicht
Das Leuchtenband, ein Bremslicht in X-Form sowie die Form des Stoßfängers unterscheiden den GTX von seinen zahmeren Geschwistern. Und natürlich der Antrieb. Foto: Volkswagen
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