Die vollelektrische Volvo-Schwester Polestar hat seine Kunden bereits mit ihren ersten beiden Modellen viele Menschen überrascht. Der inzwischen ausverkaufte Polestar One war ein sehenswerter Powerhybrid, der ursprünglich als Volvo C90 Coupé gedacht war. Und mit dem Polestar 2 setzte die neue Elektromarke nicht auf den üblichen Crossover, sondern auf eine schicke Sportlimousine. Erst der Polestar 3, so viel wissen wir schon, wird ein SUV sein. Doch bevor das Auto in den Showroom gerollt wird, präsentiert die Marke mit dem Doppelwinkel die seriennahen Studie des Polestar O2 – einen offenen Spaßmacher mit elektrischem Antrieb. Optische Anleihen an die Precept-Studie – die 2024 als Polestar 5 auf den Markt kommt – sind alles andere als zufällig.

„Polestar O2 ist unsere Vision einer neuen Ära für Sportwagen. Indem er den Fahrspaß mit offenem Verdeck mit der Elektromobilität verbindet, kreiert er neuartige Emotionen“, erläutert Polestar-Chefdesigner Maximilian Missoni. „Aber wie bei all unseren Autos geht es uns um mehr als nur den Sprint auf der Geraden. Der wahre Spaß beginnt, wenn man einlenkt.“

Lass‘ die Sonne rein
In drei Schritten kann das Dach des Polestar 02 geöffnet wird. Atemberaubend sieht der Stromer immer aus. Foto: Polestar

Im geschlossenen Zustand ist der Polestar O2 ein sportliches Coupé mit breiter Spur, langem Radstand und kurzen Überhängen. Das zweiteilige Dach verschwindet auf Knopfdruck hinter dem Innenraum und dann können die vier Insassen den Fahrtwind des Elektromobils genießen. Front- und Seitenscheiben schützen die Passagiere dabei wie ein Helmvisier vor störenden Verwirbelungen. Durch spezielle Luftführungen am Fahrzeug soll die Reichweite des offenen Elektromobils nicht allzu sehr beeinträchtigt werden. Statt der üblichen Außenspiegel ist der Polestar O2 mit Kameras rundum ausgestattet.

Polestars neues „Hero Car“

„Polestar O2 ist das Hero Car unserer Marke“, unterstreicht Polestar-CEO Thomas Ingenlath. „Er lässt das Ausmaß unseres Potenzials erahnen und ist ein Vorgeschmack auf das, was wir mit den Talenten und der Technologie, die wir im eigenen Haus bündeln, entwerfen und entwickeln können. Er sieht nicht nur unglaublich aus: Die Möglichkeit, das Dach absenken zu können, ohne einen Motor zu hören, verspricht ein großartiges Fahrerlebnis.“

Stromer im Sportanzug
Die Konzeptstudie ist dem Precept wie aus dem Gesicht geschnitten. Als Polestar 5 Cabriolet könnte sie 2025 in Serie gehen.

Einzelheiten zum Antrieb gibt es bisher nicht, jedoch ist davon auszugehen, dass er wie die anderen Modelle von Polestar über einen leistungsstarken Allradantrieb mit mehr als 400 PS verfügen wird und anders als die Volvo-Fahrzeuge nicht bei 180 km/h abgeriegelt wird. Das offene Viersitzer ist auf einer Aluminiumplattform unterwegs, die vom Polestar 5 übernommen und vom Forschungs- und Entwicklungsteam in Großbritannien entwickelt wurde.

Nachhaltige Materialien im cleanen Innenraum

Polestar verzichtet auch beim Coupé-Cabrio-Zwitter O2 auf edle Ledersitze. Statt dessen werden im Innenraum der Konzeptstudie ausschließlich nachhaltige und recycelte Materialien verbaut. Schäume, Klebstoff, Strickfasern und die Vlieslaminierung bestehen dabei aus wiederverwertetem Polyester. Der Innenraum mit 15-Zoll-Hochkantdisplay und einer frei schwebenden Mittelarmlehne ist, wie man es von den Schweden kennt, betont nüchtern gehalten. Die Gangwahl erfolgt über einen zweiten Lenkstockhebel hinter dem Dreispeichenlenkrad.

Eher Spielerei ist eine fernsteuerbare Drohne, die hinter den Fondsitzen sitzt und bis zu einer Geschwindigkeit von 90 km/h in die Luft steigen kann, um beispielsweise das Auto in voller Fahrt zu filmen. Die Polestar-Ingenieure haben dafür eine spezielle Tragfläche entwickelt, die sich hinter den Rücksitzen anhebt und einen Bereich mit Unterdruck schafft. Das soll es der Drohne ermöglichen, während der Fahrt abzuheben und dem Auto automatisch mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h zu folgen. Nach dem Filmen kann die Drohne selbstständig zum Auto zurückkehren. Wenn das Auto geparkt ist, können die Videoclips direkt über das 15-Zoll-Mitteldisplay bearbeitet und geteilt werden. Doch egal, ob mit oder ohne Drohne: Hauptsache, das Auto wird gebaut. Spätestens 2025, schätzen wir mal, ist die Zeit reif dafür.

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