Schon bei der ersten Generation von 1961 erfreute sich das Faltdach beim Renault 4 größter Beliebtheit, und nun beendet der französische Hersteller endlich das Warten auf die Freiluft-Version des modernen Stromers. Ab sofort ist der Renault 4 E-Tech Electric als Modellvariante „Plein Sud“ bestellbar, was übersetzt so viel wie „Richtung Süden“ bedeutet.
Der Name ist dabei eine charmante Hommage an den historischen Renault 4 „Plein Air“ aus den späten 60er-Jahren, der damals als radikaler Strandwagen sogar ganz ohne Türen und festes Dach auskam und schnell Kultstatus erlangte. 2019, zum zehnten Geburtstag des R4-Fan-Festivals „4L International“, hatte Renault das zwischen 1968 und 1971 gebaute Open-Air-Modells als Stromer kurz aufleben lassen.

Fast einen Quadratmeter groß ist die Öffnung, wenn das elektrische Faltdach komplett nach hinten gefahren wird. Fotos: Renault
Ganz so extrem geht es beim neuen Modell zwar nicht zu, aber das elektrisch betriebene Stoff-Faltdach liefert dennoch ein echtes Open-Air-Erlebnis. Preislich startet das Vergnügen bei 36.700 Euro in Verbindung mit der Ausstattungslinie Techno, während die edlere Iconic-Variante ab 38.300 Euro zu haben ist. Der Aufpreis für das Faltdach beträgt demnach in dem einen Fall 2200, in dem anderen Fall 1800 Euro. Lieferbar ist es auch nur für die Versionen mit dem großen, 52 kWh fassenden Akku.
Öffnung fast einen Quadratmeter groß
Um den Passagieren auf allen Plätzen eine möglichst freie Sicht in den Himmel zu ermöglichen, hat Renault die Dachöffnung mit beeindruckenden 92 Zentimetern in der Länge und 80 Zentimetern in der Breite so groß wie möglich gestaltet. Technisch wurde das Fahrzeug von Anfang an für diese Modifikation konzipiert, sodass die Kopffreiheit im Innenraum nahezu unverändert bleibt und die Stabilität gewahrt wird. Das schwarze Stoffdach wird dabei zu einem markanten Designmerkmal, für das sogar die Dachreling weichen musste und die Antenne kurzerhand in die Heckscheibe integriert wurde.

Webasto und Haartz haben Renault bei der Entwicklung des Faltdachs geholfen, das dem Renault 4 eine neue Freizeit-Qualität gibt.
Dank der Zusammenarbeit mit den Spezialisten von Webasto aus Bayern und Haartz besteht die Dachkonstruktion aus leichten Kunststoffteilen statt Metall, was Gewicht spart und die Effizienz steigert. Für die passende Akustik sorgen eine dicke Innenverkleidung und ein spezieller Deflektor, der Fahrgeräusche bei offenem Verdeck effektiv dämpft. Die Bedienung erfolgt dabei ganz zeitgemäß per Knopfdruck am Innenspiegel, über den Fahrzeugschlüssel oder sogar per Sprachbefehl an den Bord-Avatar „Reno“.
Neuer Wärmetauscher für schnelleres Laden im Winter
Zeitgleich mit dem „Plein Sud“ spendiert Renault der gesamten R4-Modellreihe ein technisches Update, das vor allem das Laden im Winter beschleunigt. Ein neuer Wasser-Wasser-Wärmetauscher sorgt dafür, dass die Ladezeit von 15 auf 80 Prozent bei Temperaturen um den Gefrierpunkt von einer Stunde auf nur noch 50 Minuten sinkt. Sogar bei extremen minus 20 Grad Celsius verkürzt sich der Ladevorgang deutlich.

Der R4 war in den 1960er Jahren Sinnbild eines Autos, das sich nicht an gesellschaftliche Konventionen hält. Das Faltdach war Kult.
Auch bei der Sicherheit wird nachgelegt: Ein neues Fahrerüberwachungssystem erkennt Ablenkung oder Müdigkeit, während ein Notbremsassistent das Auto im Ernstfall bis zum Stillstand abbremsen kann. Der vorausschauende Eco-Driving-Assistent nutzt zudem Kartendaten, um vor Kurven oder Kreisverkehren zum Energiesparen anzuregen. Abgerundet wird das Paket durch drei Jahre lang monatlich 2 Gigabyte Datenvolumen für die Nutzung der wichtigsten Apps im Fahrzeug.
Wir von EDISON finden: Das Faltdach steht dem R4 ausgezeichnet. Wenn wir uns jetzt noch etwas wünschen dürften, dann wäre es genau dieses Feature für den elektrischen R5 und den kommenden Renault Twingo – das wäre das i-Tüpfelchen für die französische Elektro-Offensive!