Ein „überlegenes Raumangebot“ und ein „Höchstmaß an Funktionalität“ soll der neue Skoda Enyaq bieten, verspricht Bernhard Maier, Vorstandsvorsitzender von Skoda Auto. Er hat gerade eine Reihe wichtiger Details rund um das erste Elektroauto der Tschechen veröffentlichen lassen, das auf dem Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB) des Volkswagen-Konzerns basiert. Auf der gleichen Plattform entstehen auch der kompakte ID.3 und das SUV ID.4, die VW unter seiner Marke auf den Markt bringt.

Die Papierwerte des Enyaq klingen durchaus vielversprechend: So soll die Variante mit dem größten Akku, er fügt über eine Kapazität von netto 77 Kilowattstunden (kWh, 82 kWh brutto), auf eine Reichweite nach Norm von 500 Kilometern kommen. Das Modell namens iV 80 verfügt über Heckantrieb und einen Motor mit 150 Kilowatt Leistung. Darüber rangieren noch zwei Versionen mit Allradantrieb. Dank des zweiten Elektromotors an der Vorderachse kommen sie auf 195 kW (Modell 80X) und sogar 225 kW (Modell vRS) Gesamtleistung. Doch das Doppelherz hat seinen Preis und geht zu Lasten der Reichweite. Sie liegt bei bis zu 460 Kilometern.

Darunter positionieren Maier und sein Team Varianten mit zwei kleineren Akkus. Den Einstieg bildet der iV 50 mit einem 52 kWh (netto, 55 kWh brutto) großen Energiespeicher und einem Heckmotor, der 109 kW liefert. Die Reichweite beträgt hier 340 Kilometer nach Norm. Der iV 60 mit 58 kWh großer Batterie (82 kWh brutto) und 132 kW Leistung soll 390 Kilometer schaffen.

Günstiger Einstiegspreis

Was die einzelnen Modelle kosten werden, haben die Skoda-Leute noch nicht verraten. Aber es ist von Listenpreisen ab 36.000 Euro zu hören. Was für ein immerhin 4,6 Meter langes und 1,9 Meter breites Auto mit einem 585 Liter großen Kofferraum nicht übertrieben scheint. Dessen Ladekante soll übrigens recht niedrig für ein SUV sein, was das Beladen erleichtert. Die Platzverhältnisse innen sollen großzügig sein, verspricht, Skoda, der Enyaq insgesamt gut für Familien geeignet sein. Den Nachwuchs auf der Rückbank interessiert wahrscheinlich mehr, ob es WLan im Fahrzeug gibt, was die Tschechen noch nicht verraten, als das 13 Zoll große zentrale Display (das ist Notebook-Größe) oder das Head-up-Display mit Augmented Reality für Vater oder Mutter am Steuer. Der Pferdeanhänger darf auf bis zu 1200 Kilogramm Anhängelast kommen – nicht selbstverständlich bei Elektromobilen.

Die Produktion will Skoda-Chef Maier Ende 2020 im Stammwerk Mladá Boleslav starten. Bestellen sollen ihn die Kunden schon vorher können, erhalten werden sie ihren Neuwagen „voraussichtlich Anfang 2021“, wie es noch etwas vorsichtig offiziell heiß. Vielleicht weil der verwandte ID.3 noch immer Software-Problemen zu kämpfen hat. Der Enyaq ist damit vorerst das einzige Fahrzeug auf der MEB-Plattform, das außerhalb des VW-Werkes im sächsischen Zwickau vom Band läuft. Dort fertigen die Mitarbeiter bereits den ID.3 und künftig auch den Audi Q4 e-tron sowie den Seat el-Born.

Auf Wunsch viel Ladeleistung

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Ähnlich breit wie das Antriebs- und Akku-Angebot sind die Optionen für das Laden des Energiespeichers. Maximal saugen die Spitzenmodelle Gleichstrom mit 125 kW. Dann soll sich die Batterie innerhalb von 40 Minuten von 10 auf 80 Prozent ihrer Kapazität füllen lassen. Mit Wechselstrom lässt sich der Enyad mit bis zu 11 Kilowatt laden, allerdings nicht in der günstigsten Version. Das Einsteigermodell begnügt sich mit 50 kW Gleichstrom und 7,2 kW Wechselstrom. Rollwiderstandsarme Reifen und aerodynamischer Feinschliff an der Karosserie sollen dafür sorgen, die Energie aus den Akkus in möglichst viel Reichweite zu übersetzen.

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