Mit Speck fängt man bekanntlich Mäuse. Aber wie fängt man „Benzin-Bernd“, den passionierten Liebhaber von dröhnenden Auspuffanlagen und rasanten Kurvenfahrten, und lockt ihn in die Welt der Elektromobilität? Die Antwort aus Wolfsburg lautet: mit drei magischen Buchstaben. Zum Jahresende rollt der neue VW ID. Polo GTI zu Preisen um die 40.000 Euro auf den Markt. Er positioniert sich als ernstzunehmende, hauseigene Alternative zum Schwestermodell Cupra Raval VZ und nimmt gleichzeitig den neuen Opel Corsa GSE aus dem Stellantis-Konzern ins Visier. Wir haben den rein elektrischen Kompaktsportler kennengelernt – und können schon jetzt verraten: Dieser kompakte Stromer hat das Zeug dazu, selbst die hartnäckigsten Skeptiker zu bekehren. Die Weltpremiere erlebt die Serienversion nicht zufälligerweise im Rahmen des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring – dem aktuell größten Vollgas-Festival in Deutschland.

100 % elektrisch, 100 % GTI-DNA

Wer befürchtet hatte, das berühmte Label würde in der Elektro-Welt weichgespült, kann aufatmen. Exakt 50 Jahre nach dem Debüt des ersten Golf GTI präsentiert Volkswagen ein Modell, das die Kernwerte des Originals auf faszinierende Weise in die Gegenwart übersetzt. Der ID. Polo GTI wird von einer neu entwickelten E-Maschine (APP290) angetrieben, die kraftvolle 166 kW (226 PS) leistet. Genau wie beim 76er-Ur-GTI wird die Kraft klassisch über die Vorderachse auf die Straße gebracht.

Der kann sich sehen lassen 
Der Weg  Konzeptauto bis zum Serienfahrzeug mag hart gewesen sein. Die Designer um Andreas Mindt haben es jedoch geschafft, viele Details des Konzeptautos zu retten - inklusive der 19 Zoll großen "Wörthersee-Rädern. Unser Autor zeigt sich begeistert. Fotos: VW
Der kann sich sehen lassen
Der Weg Konzeptauto bis zum Serienfahrzeug mag hart gewesen sein. Die Designer um Andreas Mindt haben es jedoch geschafft, viele Details des Konzeptautos zu retten – inklusive der 19 Zoll großen „Wörthersee-Rädern. Unser Autor zeigt sich begeistert. Fotos: VW

Der große Vorteil des E-Antriebs: Das maximale Drehmoment von 290 Newtonmetern liegt quasi aus dem Stand blitzschnell an. Wenn der ID. Polo GTI loslegt, knackt er die 100-km/h-Marke in sportlichen 6,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei autobahntauglichen 175 km/h abgeregelt.

Ein Fahrwerk, das Kurven liebt

Damit aus der reinen Längsdynamik auch echter Fahrspaß auf der Landstraße wird, hat VW tief in die Trickkiste gegriffen. Das absolute Highlight für ambitionierte Fahrer: Der ID. Polo GTI rollt serienmäßig mit einem elektronisch geregelten adaptiven DCC-Sportfahrwerk und einer elektronischen Vorderachsquersperre (VAQ) an. Diese Quersperre verteilt das Drehmoment in schnellen Kurven asymmetrisch auf die Vorderräder, was die Traktion perfektioniert und Untersteuern fast völlig eliminiert.

In Kombination mit der serienmäßigen Progressivlenkung und der extrem verwindungssteifen Karosserie (plus 50 Prozent gegenüber dem alten Polo) entsteht ein hochagiles Fahrverhalten, das eher an einen aktuellen Golf GTI erinnert als an den bisherigen Polo.

Motorsport-Klassiker
Die Farben Rot und Schwarz dominieren den Innenraum des ID. Polo GTI. Wie im Motorsport hat das Lenkrad eine rote Markierung in 12-Uhr-Position - damit der Fahrer sofort die Stellung der Vorderräder erkennt, wenn das Auto einmal ins Schleudern geraten sollte.
Motorsport-Klassiker
Die Farben Rot und Schwarz dominieren den Innenraum des ID. Polo GTI. Wie im Motorsport hat das Lenkrad eine rote Markierung in 12-Uhr-Position – damit der Fahrer sofort die Stellung der Vorderräder erkennt, wenn das Auto einmal ins Schleudern geraten sollte.

Für den perfekten Spieltrieb sorgt das neue Fahrprofil „GTI“. Über einen beleuchteten Push-Button am serienmäßigen Sportlenkrad lassen sich alle Systeme mit einem Klick auf maximale Dynamik schärfen. Dann wird sogar eine „Launch Control“ aktiviert, die Gurtstraffer ziehen an, und im Innenraum wird zur emotionalen Untermalung das Geräusch eines Verbrennungsmotors eingespielt.

Retro-Charme trifft auf Digitalisierung

Optisch macht der ID. Polo GTI keine halben Sachen. Er steht serienmäßig auf bulligen 19-Zoll-Alurädern. Das optional erhältliche Felgendesign „Wörthersee“ verneigt sich dabei tief vor der traditionsreichen Fan-Gemeinde. Vorn prangt der obligatorische rote GTI-Streifen über den serienmäßigen LED-Matrix-Scheinwerfern, während der vordere Stoßfänger das typische Wabenmuster sowie rot lackierte Vertikalelemente im Motorsport-Schleppösen-Look trägt. Am Heck thronen ein markant geteilter Dachkantenspoiler und ein kraftvoller, schwarzer Diffusor.

Na Prost
Anders als die schwächeren Versionen des ID. Polo besitzt der GTI einen Dachkantenspoiler, der in der Mitte optisch markant geteilt ist. Serienmäßig verfügt die elektrische Rennsemmel über rechteckige LED-Rückleuchten, die von Whisky-Tumblern inspiriert sind.
Na Prost
Anders als die schwächeren Versionen des ID. Polo besitzt der GTI einen Dachkantenspoiler, der in der Mitte optisch markant geteilt ist. Serienmäßig verfügt die elektrische Rennsemmel über rechteckige LED-Rückleuchten, die von Whisky-Tumblern inspiriert sind.

Noch emotionaler wird es im Innenraum. Neben dem obligatorischen Karo-Muster auf den serienmäßigen Top-Sportsitzen (hier als Neuinterpretation „Superclark“ bezeichnet) und einer roten 12-Uhr-Markierung am Lenkrad, wartet ein fantastisches Easter-Egg auf die Fahrer. Wer im 10,25 Zoll großen „Digital Cockpit“ die „Retro-Anzeige“ aktiviert, blickt plötzlich auf digital simulierte Instrumente im Stil des späten Golf I. Selbst das große 12,9-Zoll-Infotainmentdisplay in der Mitte macht mit und zeigt bei der Musikwiedergabe eine klassische Kompaktkassette an – 80er-Jahre-Feeling pur.

Alltagstauglichkeit ohne Kompromisse

Trotz aller Sportlichkeit bleibt der GTI aber wie das Basismodell des ID.Polo ein extrem praktisches Alltagsauto. Die kompakte Bauweise des MEB+ Baukastens macht ihn zu einem kleinen Raumwunder: Der Kofferraum wuchs im Vergleich zum Verbrenner-Polo um über 25 Prozent auf alltagstaugliche 441 Liter (bei umgeklappter Rückbank sogar 1.243 Liter).

GTI statt GTX 
Der 166 kW starke ID. Polo sprintet aus dem Stand heraus in 6,8 Sekunden auf Tempo 100. Er verbindet damit hohe Alltagstauglichkeit mit Fahrspaß - wie der erste GTI von Volkswagen (im Golf-Gewand) vor exakt 50 Jahren. Und wie das Vorbild ist er frontgetrieben.
GTI statt GTX
Der 166 kW starke ID. Polo sprintet aus dem Stand heraus in 6,8 Sekunden auf Tempo 100. Er verbindet damit hohe Alltagstauglichkeit mit Fahrspaß – wie der erste GTI von Volkswagen (im Golf-Gewand) vor exakt 50 Jahren. Und wie das Vorbild ist er frontgetrieben.

Die Energie liefert eine neue 52-kWh-Batterie, die laut Prognose eine WLTP-Reichweite von bis zu 424 Kilometern ermöglicht. Am Schnelllader (DC) zieht der Hot Hatch den Strom mit bis zu 105 kW. Dank einer besonders flachen Ladekurve füllt sich der Akku in nur rund 24 Minuten wieder von 10 auf 80 Prozent. Wer gerne sportlich in die Berge fährt, wird sich zudem über die abnehmbare Anhängerkupplung freuen, die locker zwei E-Bikes trägt – und diese per „Vehicle-to-Load“-Funktion nach der Fahrradtour direkt über die Autobatterie aufladen kann.

Unser Fazit: Der neue VW ID. Polo GTI beweist eindrucksvoll, dass die Elektromobilität das Ende der automobilen Langeweile, nicht aber das Ende des echten Fahrspaßes bedeutet. Mit viel Liebe zum (Retro-)Detail, exzellenter Fahrwerkstechnik und ordentlich Punch auf der Vorderachse schnürt Volkswagen ein Paket, das zu Preisen ab voraussichtlich 40.000 Euro – für das gleichstarke Schwestermodell Raval VZ Extreme ruft Cupra 43.525 Euro auf – nicht nur vernünftige Pendler, sondern auch echte „Benzin-Bernds“ elektrisieren dürfte. Cupra und Opel dürfen sich zum Jahresende auf einen heißen Tanz gefasst machen!

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