Zwei Jahre lang war der Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine ein engagierter Partner der Formel E – und überall dabei, wo die vollelektrischen Boliden an den Start gingen. Doch nach den letzten Läufen der Elektro-Rennserie in Berlin haben die Österreicher jetzt ihr Sponsoring ebenso still und leise wie überraschend beendet.

„Corona ließ uns keine andere Wahl“, hieß es aus Unternehmenskreisen. Ursprünglich sei geplant gewesen, den Zweijahresvertrag zu verlängern: „Wir waren ganz happy mit dem Projekt.“ Mit den Veranstaltern der Rennserie sei man sich auch schon über die Vertragsverlängerung einig gewesen. Doch dann habe die Corona-Seuche erst den Rennkalender zusammengestrichen. Und kurz darauf musste der Voestalpine-Konzern mit Sitz in Linz (Jahresumsatz 2019/2020: 12,7 Milliarden Euro) aufgrund des massiven Nachfrageeinbruchs in der Autoindustrie viele seiner 47.000 Beschäftigten weltweit in Kurzarbeit schicken. Das war’s dann mit dem Hauptsponsoring der Formel E.

„Angesichts der immer noch herrschenden Volatilität in einem unsicheren von Covid-19 beeinflussten Marktumfeld“, heißt es nun in Linz, richte sich der Fokus des Managements unter Leitung von CEO Herbert Eibensteiner nun „auf Kostenmanagement und Ergebnisstabilisierung“. Eine Beteiligung an der Rennserie, die das Unternehmen immerhin einen siebenstelligen Betrag gekostet haben soll, sei den Beschäftigten da nicht mehr zu vermitteln gewesen.

Voestalpine hatte vor zwei Jahren innerhalb der Formel E so etwas wie eine Europameisterschaft aus der Taufe gehoben und einen hochwertigen Pokal aus dem 3-D-Drucker ausgelobt. Dieser erhielt der Fahrer, der bei den Läufe in Rom, Paris, Berlin und London die meisten Wertungspunkte einsammeln konnte. Der erste Gesamtsieger der „voestalpine European Races“ bei der ABB FIA Formel E-Meisterschaft war im vergangenen Jahr Jean-Eric Vergne.

Da war die Welt noch in Ordnung
Voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner (r.) mit Formel-E-Gründer Alejandro Agag sowie dem kunstvollen Siegerpokal der Voestalpine European Races. Foto: Voestalpine

Da die sechs europäischen Finalläufe in diesem Jahr aber allesamt in Berlin stattfanden, wurde diesmal darauf verzichtet, einen Europameister zu küren. Kurz darauf verabschiedete sich Voestalpine von der Formel E.

Ziel der Partnerschaft mit der Formel E war es, „gemeinsam die Elektromobilität weiterzuentwickeln sowie den Technologietransfer zwischen Automobilzulieferern, -herstellern und -nutzern voranzutreiben.“ Dafür will der Konzern, der unter anderem Hightech-Teile für Elektromotoren und besonders leichte Batteriegehäuse produziert, jetzt andere Wege suchen.

Wege, die preisgünstiger und sozialverträglicher sind.

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