Das neue Jahr startet für Verbraucher in Deutschland mit Rekordpreisen beim Strom: Eine Kilowattstunde (kWh) kostet aktuell nach dem Verivox-Verbraucherpreisindex durchschnittlich 30,01 Cent – so viel wie nie zuvor. Der Grund: Zum Jahreswechsel hat mehr als die Hälfte der über 800 Strom-Grundversorger in Deutschland ihre Preise erhöht. Die durchschnittliche Erhöhung für einen Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent.

Und weitere Preiserhöhungen sind für Millionen Haushalte in Deutschland bereits in Sicht: Für Februar und März haben laut Verivox 35 Versorger Preiserhöhungen um etwa 7 Prozent bereits angekündigt. Dabei fallen die Preiserhöhungen der Grundversorger je nach Bundesland unterschiedlich aus. Während in Berlin und Hamburg nach Verivox-Auswertungen bislang keine Erhöhungen angekündigt sind, steigen sie in den Flächenländern im Durchschnitt zwischen 4,2 Prozent in Schleswig-Holstein und 6,6 Prozent in Hessen sowie dem Saarland und Bremen. In den bevölkerungsreichen Bundesländern NRW und Bayern beträgt das Plus demnach 6,2 Prozent beziehungsweise 5,5 Prozent.

Die wesentlichen Treiber dieser Preisentwicklung sind nach Angaben des Vergleichsportals die EEG-Umlage und die Netzentgelte. „Da die von der Bundesregierung geplante Entlastung bei den Strompreisen frühestens 2021 greift, müssen Verbraucher in diesem Jahr noch einmal die höchsten Strompreise Europas schultern“, erklärt Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox.

Gaspreise bleiben wohl stabil

Im Unterschied zu den Strompreisen werden die Gaspreise in diesem Jahr voraussichtlich weitgehend stabil bleiben. Die durchschnittlichen Gaspreise für Haushalte in Deutschland liegen für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh nach wie vor bei 6,03 Cent pro kWh. Die Netzgebühren für Gas seien 2020 nur geringfügig angestiegen, im Bereich Steuern und Abgaben habe sich bisher nichts verändert, argumentiert Vogel. Aufgrund der gesunkenen Großhandelspreise geht er sogar von einer Senkung der Gaspreise im Jahresverlauf aus.

Artikel teilen

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.