Der Smart Fortwo ist zumindest in seiner aktuellen Modellfamilie auf der Zielgeraden. Wann sie endet, Ende kommenden Jahres oder später, steht zwar noch nicht fest. Aber die nächste Generation wird definitiv nicht mehr in Frankreich, sondern im fernen China produziert. Irgendwann in zwei Jahren, in einer Fabrik von und im Joint Venture „Smart Automobile Co. Ltd“ mit Daimler-Teilhaber Geely. Das Smart-Werk in Hambach wird dicht gemacht, der Standort möglicherweise vom britischen Petrochemiekonzern Ineos übernommen.

Viele Dinge sind noch offen. Und solange sie nicht geklärt sind, werden der zweisitzige Smart Fortwo und der viertürige Smart ForFour zumindest in kleiner Stückzahl weiterproduziert – als EQ mit elektrischem Antrieb als Coupe und Cabrio und seit Herbst vergangenen Jahres auch noch einmal mit einem leichten Facelift.

Das Gros der Fahrzeuge landet in Mercedes-Niederlassungen. Eine kleine exklusive Zahl von Fahrzeugen des Typs Smart EQ Fortwo Cabrio aber macht einen Ausflug zu Brabus nach Bottrop. Bei dem Mercedes-Veredler wird der Doppelsitzer ordentlich aufgemöbelt und an besonders zahlungskräftige Freunde von elektrischen City-Flitzern verkauft. In den Mittleren Osten, gerne auch nach Monaco – dahin, wo der Preis von 59.508 (!) Euro nicht sofort für Schnappatmung sorgt. Zum Vergleich: Ein ganz gewöhnliches Smart EQ Fortwo Cabrio steht mit knapp 25.000 Euro in der Preisliste.

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Feiner Anzug

Die Brabus-Sattler haben den Smart mit feinstem Leder ausgeschlagen und obendrein mit Ziernäten und Aluminium-Teilen aufgepeppt.

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Elektro-Zauberwürfel

Mit der sogenannten Widestar-Karosserie sieht der 2,70 Meter lange Elektro-Zauberwürfel aus wie ein Energiedrops auf Steroiden.

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Mächtiger Radsatz im 18-Zoll-Format

Mit 6,7 Kilogramm Gewicht vorne und 7,1 Kilogramm für ein Hinterrad gehören die Monoblock-Felgen zu den weltweit leichtesten 18-Zoll-Rädern überhaupt.

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Ultime E

Der Showeffekt hat seinen Preis: 59.900 Euro verlangt Brabus für das aufgemotzte Smart EQ Cabrio.

Mit der Nachfrage der Edelvariante sind die Brabus-Verantwortlichen trotzdem alles andere als unzufrieden. Der ein oder andere Kunde eines wild brabbelnden Brabus-Kraftprotzes nimmt das kleine Spielzeug gleich noch im Paket als politisch korrektes Elektrobeiboot für die Innenstadt mit nach Hause.

Und was macht den Brabus Smart EQ Ultimate E so teuer? An der reinen Leistung kann es nicht liegen. Brabus verabreicht dem kleinen Spaßmacher nur eine kleine Vitaminspritze, welche die Motorleistung von 60 auf 68 kW bzw. von 82 auf 92 PS steigen ließ. Nicht viel, aber allemal genug, um mehr als flott unterwegs zu sein, in kleine Lücken im fließenden Verkehr zu spritzen oder bei einem kleinen Überholspurt auf der Landstraße zu überraschen.

Die Autobahn hingegen ist nicht das Revier des Elektro-Zwergs. Mehr als Tempo 130 ist nicht drin. Und dann sinkt die Reichweite rapide: Gerade einmal 17,6 Kilowattstunden Strom fasst der Lithium-Ionen-Akku im Fahrzeugboden. Bei einem offiziellen Durchschnittsverbrauch von 13,9 kWh auf 100 Kilometer kann man sich leicht ausrechnen, wann die nächste Ladestation angesteuert werden muss. Immerhin gibt es inzwischen die Möglichkeit, den Strom statt mit 4,6 mit 22 kW zu laden

Eher Poser als Racer

Nein, der Brabus Smart EQ Ultimate ist eher Poser als Racer. Wenngleich die Beschleunigungswerte beim Ampelstart beeindrucken: Tempo 100 ist in 10,9 Sekunden erreicht. Auffälliger als die Leistungsspritze mit seinen acht Zusatz-Kilowatt ist der Auftritt des stärksten aller elektrischen Smarts. Mit der sogenannten Widestar-Karosserie sieht der 2,70 Meter lange Elektro-Zauberwürfel aus wie ein Energiedrops auf Steroiden.

Sehenswert ist der ebenso filigrane wie mächtige Radsatz im 18-Zoll-Format, den die Brabus-Leute in die Radhäuser gepackt haben. Durch ihre aufwendige Schmiedetechnik sind die Monoblock-Felgen mit ihren neun Speichen leichter denn je. Mit 6,7 Kilogramm Gewicht vorne und 7,1 Kilogramm für ein Hinterrad gehören sie zu den weltweit leichtesten 18-Zoll-Rädern überhaupt. Vorne rollt der kleine Kraftprotz auf Rädern im Format 205/35 R 18. Hinten sind Reifen im Format 235/30 R 18 aufgezogen.

Der Elektro-Zwerg ist immerhin heckgetrieben und bracht die breiten Pneus, um seine Kraft auf die Straße zu bringen. Und das geschieht durch den niedrigen Schwerpunkt überaus eindrucksvoll: Ein Tritt auf das Gaspedal und der Brabus Smart Ultimate E düst los wie ein Wilder. Wie enthusiastisch entscheidet dabei nicht zuletzt das Fahrprogramm, das sich über einen so genannten „Fahrspaß-Schalter“ neben dem Getriebewahlhebel ansteuern lässt.

Bis zu 180 Newtonmeter Drehmoment

So kann der Fahrer auf Knopfdruck zwischen vier verschiedenen Fahrmodi auswählen. Das Basisprogramm entspricht dabei dem normalen Elektromotor des Smart Fortwo EQ. Im Ecomodus ist der Fahrer mit einer deutlich stärkeren Rekuperation unterwegs, was sich positiv auf die elektrische Reichweite auswirkt. Mehr Dampf gibt es in den Fahrstufen Sport und Sport Plus, wo bis zu 180 Newtonmeter Drehmoment (20 NNm mehr als beim Serienauto) abgerufen werden können und der kleine Bulle besonders viel Laune macht. Dabei hängt der Ultimate direkter und bissiger am ansonsten etwas müden Gaspedal. Aus dem Stand ein kleiner Ampelspurt oder beim Abbiegen schneller als alle anderen – klappt problemlos.

Aber auch im Stand macht der Kleine viel Spaß, kommt er deutlich wertiger daher als das Serienfahrzeug. Die Sitze sind von den Brabus-Sattlern mit schwarzem, besonders schmiegsamem und atmungsaktivem Mastikleder bezogen worden, abgesteppt mit Wabenmuster und mit kontrastierenden Ziernähten in Knallrot. Für so etwas wie Racinglook sorgen zudem Pedale, Schaltknauf und Handbremshebel aus Aluminium. Hochwertige Leder-Fußbodenschoner mit Brabus Ultimate E-Schriftzug komplettieren das edle Ambiente.

Ja, im Brabus-Trim macht das Smart EQ Fortwo Cabrio auf den letzten Metern vor dem Abschied nach China noch einmal mächtig Eindruck. Ein Unternehmer aus den Monaco, weiß Unternehmenssprecher Sven Gramm zu berichten, hat sogar gleich vier Autos geordert. Für sich, die Familie und seine Freunde. Man gönnt sich in Corona-Zeiten ja sonst nichts.

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