Die hohen Spritpreise setzen viele Haushalte zunehmend unter Druck, die auf ein Auto angewiesen. In diesem Zusammenhang geraten auch die Ladetarife für Elektroautos verstärkt in den Fokus – vor allem die Frage, wann es hier zu Preiserhöhungen kommen wird. Aus Sicht des Energieversorgers und Ladenetzbetreibers EnBW besteht dafür aktuell kein Anlass.

„In den vergangenen Tagen ist viel darüber spekuliert worden, wie sich die Ladepreise angesichts des Konflikts im Nahen Osten entwickeln“, beschreibt Martin Roemheld, der seit Jahresbeginn die EnBW mobility+ AG & Co KG verantwortet, die aktuelle Diskussion. Die Sorge vor steigenden Kosten für die individuelle Mobilität sei absolut nachvollziehbar – völlig unabhängig davon, ob jemand bereits elektrisch fahre oder auf Benzin und Diesel angewiesen sei, so Roemheld. „Unser Ziel ist es, gerade jetzt Planbarkeit bei den Ladetarifen zu bieten.“ Seine Botschaft an die Kunden beruhigt: „Wir sehen aktuell keine Notwendigkeit, unsere Ladepreise anzupassen. Wir tun alles dafür, die Preise stabil zu halten.“

Martin Roemheld 
Seit Jahresbeginn leitet der frühere BMW- und VW-Manager, Gründer der Ladetochter Elli, das europaweite Geschäft der EnBW mit Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Zuvor war der Ingenieur globaler Produktchef beim Ladeanbieter BP Pulse in London. Foto: EnBW
Martin Roemheld
Seit Jahresbeginn leitet der frühere BMW- und VW-Manager, Gründer der Ladetochter Elli, das europaweite Geschäft der EnBW mit Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Zuvor war der Ingenieur globaler Produktchef beim Ladeanbieter BP Pulse in London. Foto: EnBW

Auch wenn der Umstieg auf ein Elektroauto für viele Familien immer noch eine große Investitions-Entscheidung darstellt, kann er sich finanziell lohnen – nicht nur wegen der geplanten E-Auto-Förderung der Bundesregierung. Auch die Ladekosten leisten einen Beitrag. Das veranschaulicht ein direkter Vergleich, den EnBW mobility+ anstellt: Während die jährlichen Tankkosten für einen Benziner (aktueller Preis: 2,26 €/Liter für E10) mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 7,7 Liter/100 km oder einen Diesel (2,47 €/Liter) mit 7,0 Liter/100 km bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern derzeit bei rund 2.600 € liegen, bleibt das das elektrische Fahren auch bei Inanspruchnahme öffentlicher Schnellladesäulen deutlich darunter.

Halb so hohe Energiekosten bei gleicher Fahrleistung

Im EnBW mobility+ Ladetarif L (39 Cent/Kilowattstunde) belaufen sich die Kosten für ein Elektroauto mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 20 kWh/100 km bei gleicher Fahrleistung auf etwa 1.300 Euro – inklusive einer monatlichen Grundgebühr von 11,99 Euro. „Die Autofahrer halbieren damit die jährlichen Kosten für ihre Fortbewegung und schaffen somit wertvollen Spielraum in der Haushaltskasse“, konstatiert Roemheld.

Noch günstiger ist die Rechnung, wenn die Menschen zusätzlich ihren Hausstrom über die EnBW beziehen: Dann gibt es auf den L-Ladetarif einen zusätzlichen Vorteil und sie zahlen lediglich 35 Cent/kWh (plus 11,99 € monatliche Grundgebühr). Zur Einordnung: Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) liegt der durchschnittliche Haushaltsstromtarif aktuell bei rund 37 Cent/kWh. „Dieser Durchschnittswert dient als Orientierung, zeigt aber vor allem, wie nah unsere Produkte inzwischen am Preisniveau des Heimladens liegen“, so Roemheld.

Wer keine monatliche Grundgebühr entrichten möchte und stattdessen auf den Basis-Ladetarif S mit 56 Cent/kWh setzt, kann ebenfalls gegenüber einem mit fossilen Kraftstoff betriebenen Auto sparen. Zwar nicht so viel wie beim L-Tarif. Dennoch sei die Summe beachtlich, wirbt die EnBW-Tochter. Immerhin verbleibe im Rechenbeispiel mit realistischen Werten ein Mehrbetrag von jährlich über 900 Euro in der Tasche.

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