Scheitern wird der Heizungstausch im Altbau nicht an der Wärmepumpe. Fehlschläge gibt es eine Etage tiefer, bei der Wärmeverteilung. Alte Rippen- und Plattenheizkörper wurden für Öl- und Gaskessel gemacht, die das Heizwasser mit Leichtigkeit auf 60 oder 70 Grad bringen. Auch die Wärmepumpe bekommt solche Temperaturen hin, benötigt aber deutlich mehr Strom dafür. Erwiesen ist, dass die Vorlauftemperatur die wichtigste Stellgröße ist. Sinkt sie, desto besser läuft das Gerät und desto geringer die Betriebskosten. Am unmittelbarsten lässt sie sich durch größere Heizflächen absenken.

Vorlauftemperatur: die Kennziffer, die über die Effizienz entscheidet

Die Wärmepumpe hebt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser auf ein brauchbares Temperaturniveau. Je größer der Abstand zwischen Quelle und Heizwasser, desto mehr Antriebsenergie braucht der Verdichter. Faustregel: jedes Kelvin weniger Vorlauftemperatur führt zu zwei bis zweieinhalb Prozent besserer Effizienz. Gemessen wird das über die Jahresarbeitszahl (JAZ). Das ist das Verhältnis, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt werden. Feldmessungen in Bestandsgebäuden zeigen, dass Luft-Wasser-Wärmepumpen dort im Mittel eine JAZ von etwa 3,4 erreichen. Die Streuung zwischen einzelnen Häusern ist aber groß und Anlagen mit niedrigen Systemtemperaturen schneiden regelmäßig besser ab.

Die Unterschiede zwischen den Systemen sind riesig:

  • Klassische Heizkörper im Altbau brauchen oft 55 Grad und mehr
  • Eine Fußbodenheizung kommt mit 30 bis 35 Grad aus
  • Die Differenz von 20 Kelvin und mehr schlägt direkt ins Kontor beim Stromverbrauch

Wer im Bestand die Bodenheizung einfräsen lässt, verschiebt die Anlage also in einen Betriebsbereich, für den die Wärmepumpen eigentlich gebaut sind.

Wie das Fräsverfahren funktioniert

Beim nachträglichen Einbau kann kein neuer Estrich mehr gegossen werden. Mit einer Spezialfräse werden die Heizkanäle direkt in den vorhandenen Boden gefräst. Geeignet sind Zementestrich, Anhydritestrich, Gussasphalt, Beton und Trockenestrich. Der Ablauf erfolgt normalerweise in den folgenden Schritten:

  1. Bodenprobe zur Festigkeits- und Estrichdickenprüfung
  2. Planung der Heizkreise und Dimensionierung der Heizkreisverteiler
  3. Fräsen der Kanäle bis zum vorbereiteten Verteiler
  4. Einlegen der Rohre, üblicherweise Alu-Mehrschichtverbundrohre 16 x 2 mm
  5. Anschluss an den Verteiler und Druckprüfung aller Heizkreise
  6. Verschließen der Kanäle mit einer zementären Masse

Der größte Vorteil liegt in der Bauzeit. Ein gut eingespieltes Team fräst an einem Tag 80 bis 100 Quadratmeter. Da kein Nassestrich mehr trocknen muss, entfällt eine Wartezeit von mehreren Wochen. Die Aufbauhöhe bleibt nahezu gleich, Türen und Treppenanschlüsse müssen nicht verändert werden. Mit modernen Maschinen wird abgesaugt und die Staubentwicklung ist dementsprechend gering.

Selbst bestehende Fliesen sind kein Hindernis für dieses Verfahren. Einfach eine zwei bis drei Millimeter dicke, faserverstärkte Ausgleichsmasse auftragen. Sie verhindert scharfkantige Abplatzungen, die später die Rohre zerreißen könnten.

Holzbalkendecken und Bodenbeläge: Wo die Grenzen liegen

In Altbauten mit Holzbalkendecken fehlt der mineralische Untergrund. Hier werden zuerst Gipsfaser-Estrichelemente mit mindestens 25 Millimetern Stärke schwimmend verlegt. In diese Platten lässt sich dann die Bodenheizung einfräsen, wobei eine Frästiefe von 18 bis 20 Millimetern genügt. Inklusive Belag ergibt sich eine Einbauhöhe von 35 bis 40 Millimetern. Feuchtigkeit dringt nicht in die Konstruktion ein. Zuverlässig beurteilen sollte der Tragfähigkeit der Balkenlage im Vorfeld ein Statiker.

Beim Oberbelag gilt folgende einfache Regel: Fliesen, Keramik und Naturstein können direkt verlegt werden, da der Kleber kleine Unebenheiten ausgleicht. Bei Parkett, Vinyl und Teppich ist eine Nivellierschicht von zwei bis fünf Millimetern erforderlich.

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