Durch den Bau der Offshore-Windparks Borselle 1 bis 4 werden die Niederlande voraussichtlich schon bald zur neuen Nummer drei der größten Offshore-Windkraftnationen in Europa. Das geht aus den Global Offshore Wind Report 2019 hervor, den das World Forum Offshore Energie jetzt veröffentlicht hat. Danach erlebte die Branche im vergangenen ein rasantes Wachstum – weltweit. Insgesamt seien im vergangenen Jahr weltweit Windkraftanlagen auf dem Wasser mit einer Gesamtkapazität von 5.200 Megawatt (MW) hinzugekommen, schreibt das World Forum in seinem Bericht. Gegenüber 2018 (5000 MW) haben sich die Kapazitäten damit mehr als verdoppelt. Im Einsatz sind nach dem Bericht aktuell 146 Windparks weltweit mit einer Gesamtkapazität von 27,2 Gigawatt (GW) Leistung – 7,5 GW davon sind vor der deutschen Küste installiert.

Doch während der weitere Ausbau der Offshore-Windkraft in Deutschland gerade stockt – in Bau waren 2019 in der Deutschen Bucht und vor Borkum gerade einmal 34 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 220 MW – geht es im Nachbarland deutlich dynamischer voran.

Orsted

In der Nordsee, 22 Kilometer vor der Küste der Hafenstadt Vlissingen, hat der dänische Betreiber Ørsted im Januar die Fundamentierungsarbeiten für die Windparks Borssele 1 und 2 begonnen. Bis zum Jahresende sollen die Arbeiten am ersten Teilabschnitt abgeschlossen sein und insgesamt 94 Windturbinen des Herstellers Siemens Gemesa mit einer Leistung von jeweils acht Megawatt (MW) erstmals Strom produzieren. Ein Teil davon soll genutzt werden, um in Elektrolyseuren Wasserstoff zu produzieren. Weitere 77 Turbinen sollen in den Windparks Borssele 3 und 4 installiert werden.

Laut einer Studie des Instituts Fraunhofer IWES sind Windkraftwerke auf dem Meer zuverlässiger als erwartet. Zudem würden die Anlagen auch mehr Strom erzeugen als bislang angenommen. Windenergie

Mit dem Bau der insgesamt vier Parks mit einer Gesamtleistung von 1.480 MW, so die Prognose des Offshore Wind Report, werden die Niederlande schon bald Dänemark und Belgien um jeweils eine Position auf die Plätze fünf und sechs verdrängen. Mit einer installierten Kapazität von 9.700 MW steht Großbritannien nach wie vor unangefochten auf Platz eins in Europa sowie weltweit. Da der Offshore-Ausbau in Deutschland unter anderem wegen einer Diskussion über die schädlichen Auswirkungen der Windparks auf Meeressäuger, Vögel und Fische lahmt und obendrein von der Bundesregierung auf 6,5 GW in 2020 gedeckelt ist, dürften die Briten diese Spitzenposition innerhalb von Europa wohl auch in den kommenden Jahren halten. Deutschland baute 2019 zu den bestehenden 7.500 MW nur 220 MW hinzu – der Großteil davon entfiel auf den Windpark Borkum 2 von Trianel.

Der Report geht aber davon aus, dass China in den kommenden Jahren Großbritannien als weltweit führende Offshore-Windkraft-Nation den Rang ablaufen wird. Derzeit sind in China Windparks mit einer Gesamtleistung von 4.900 MW am Netz und weitere 3.660 MW aktuell im Bau.

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