Das Aachener Batteriespeicher-Start-up Voltfang hat am 19. August offiziell seine neue Produktionsstätte mit einer Fläche von 6.000 Quadratmetern in Betrieb genommen. Damit ist das Unternehmen innerhalb von wenigen Jahren das dritte Mal expandiert, wie der technische Geschäftsführer und Gründer Afshin Doostdar bei der Eröffnung ausführte.
Angefangen hatte dabei alles in einem 30 Quadratmeter großen Keller in einem Vorort von Aachen, im März 2025 sei das Unternehmen das dritte Mal umgezogen, in die jetzige Produktionsstätte. „Innerhalb von nur zwei Monaten haben wir hier die Produktionslinie aufgebaut“, so Doostdar.

Dort, wo früher e.Go Mobile elektrische Kleinwagen montierte, fertigt Voltfang nun unter anderem aus ausrangierten Akkus von Elektroautos Großspeicher für die Industrie. Fotos: Voltfang
Dass der Aufbau des neuen Standorts schnell gegangen sei, liege auch am „neuen Deutschlandtempo“, lobte er. Die Stadt Aachen habe innerhalb von nur vier Wochen die Baugenehmigung erteilt. Mittlerweile produziere Voltfang mit einer Kapazität von 100 Megawattstunden (MWh), sagte Doostdar. Und blickte voraus: „Die Rampe ist auf eine Kapazität von 1.000 MWh angelegt.“ Erreicht werden soll diese Jahreskapazität ab 2030. Das Zwischenziel liegt bei 250 MWh Ende 2026.
„Für ein souveränes Europa“
Voltfang baut Batterien von Elektroautos zu Groß- und Gewerbespeichern um. Dabei nutzt das Unternehmen derzeit noch Batterien aus Überschussproduktionen, später will es auf 2nd-life-Batterien umschwenken, wie Geschäftsführer Roman Alberti im energate-Interview ausführte. Zu den Kunden gehört unter anderem der Mitgesellschafter Fiege.
Geschäftsführer David Oudsandji betonte die übergeordnete Bedeutung des Unternehmens. „Europa muss sich von seiner Abhängigkeit befreien und wieder souverän werden“, plädierte er. Weiter sagte er: „Die Klimakrise ist die größte Herausforderung. Die Lösung beginnt hier“.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst lobte den Gründergeist der drei Geschäftsführer und erklärte: „Ich hoffe, dass ihr Beispiel viele Nachahmer findet“. Zur Strategie seines Landes sagte er: „Wir wollen Industrieland bleiben, aber wir müssen sauber werden.“ Dies gelinge derzeit weitgehend geräuschlos. In diesem Zusammenhang zeigte sich Wüst auch über zeugt davon, dass Ziel von 1.000 neuen Windkraftanlagen bis Ende der Legislaturperiode übererfüllen zu können.
„Goldenes Zeitalter der Batterien ab 2030“
Momentan sei eine gute Zeit, um in Speicher zu investieren. Diese Ansicht vertraten zumindest die Diskutanten einer anschließenden Podiumsdiskussion. Grund dafür sei einerseits der Ausstieg aus Kohle und Kernkraft, anderseits teure Stromimporte, begründete Christian Becker, Vorstandsvorsitzender der Aachener Stadtwerke (Stawag). Zwar änderten sich die Rahmenbedingungen in der Energiewirtschaft zurzeit häufig, es gebe keinen Bestandsschutz mehr. Daher müsse man als Investor vorsichtig sein. Aber, so Becker weiter: „Für Batterien wird es immer wirtschaftliche Optionen geben.“
Voltfang-Geschäftsführer Alberti ergänzte, Gewerbespeicher seien meistens nach 5-6 Jahren profitabel, Großspeicher amortisierten sich sogar schon nach zwei bis drei Jahren. Dabei ist das „Goldene Zeitalter der Batterien“ laut Jan Hendrik Goldbeck, Managing Director des gleichnamigen Bauunternehmens, noch gar nicht angebrochen. Dieses werde für die 2030er Jahre erwartet.
Quelle: Energate

Die Neuverwendung der Batterien ist der erste richtige Weg! Was dazu gehört ist ein einfach zu programmierendes erweitertes oder zusätzliches BMS zur Ansteuerung von allem was man so im Haus hat und mit der Batterie stundenweise versorgt werden soll wie Beleuchtung, Kühlschrank, Tiefkühltruhe, Wärmepumpe, E-Auto laden etc.!! Wenn Sie das mitliefern, wird es viele Hausbesitzer mit PV interessieren! Sonst nicht.
https://www.staerk-erdwaerme.ch/situation/pv-e-mobile-ab-2014/15
Wenn alleine im eActros 600kWh Akkus verbaut sind, dann sehe ich da sehr viel Potenzial.