Die deutsche Bürokratie tat sich lange schwer mit den E-Tretrollern: Wo sollten sie fahren dürfen, wie schnell – und ob überhaupt? Denn von den flinken wie geräuschlosen Kickboards für die letzte Meile etwa zwischen einem Bahnhof oder einer Bushaltestelle bis zur Haustür geht eine gewisse Gefahr für Fußgänger aus, zeigen die Erfahrungen in anderen Ländern wie Frankreich und USA, Österreich oder Spanien.

Doch nach zähen Verhandlungen in Arbeitskreisen und Fachausschüssen ist jetzt die Verordnung zu den Elektrokleinstfahrzeugen (eKf) auf Geh- und Radwegen in Kraft getreten. Sie erlaubt eine Teilnahme von „elektrisch betriebenen Fahrzeugen ohne Sitz und selbstbalancierenden Fahrzeugen“ am öffentlichen Verkehr, wenn diese maximal 20 Kilometer pro Stunde schnell fahren, eine ordentliche Bremse sowie eine Beleuchtungsanlage besitzen und versichert sind. Die Leistung des Elektromotors muss bei Fahrzeugen mit Lenker auf 500 Watt begrenzt sein und auf 1400 Watt bei selbstbalancierenden Fahrzeugen.

Klingt kompliziert, ist es auch – wird die Hersteller der Scooter aber nicht aus der Bahn werfen, da sie an den Gesprächen beteiligt waren und sich darauf vorbereiten konnten. Insofern ist damit zu rechnen, dass ab sofort die ersten eKf-konformen E-Tretroller durch unsere Städte sausen werden. Der Handel steht schon in den Startlöchern. Günstige Modelle, meist aus Asien, sind schon ab 200 Euro erhältlich. Nach oben hin gibt es kaum Grenzen: BMW bietet etwa den X2City für 2400 Euro an.

Sechs Punkte, auf die Sie achten sollten

Worauf ist beim Kauf zu achten? Unsere kleine Checkliste hilft, den Markt zu sortieren.

1. Gewicht: Je niedriger das Gewicht, desto unkomfortabler ist meist der Lauf: Leichte Roller sind oft mit kleinen Rädern ausgestattet, die einen jede Unebenheit in der Fahrbahn spüren lassen. Wer viel fährt, sollte daher einen Roller mit mindestens acht Zoll großen Reifen wählen.

2. Bremssystem: Roller mit rein elektrischen Bremsen können gefährlich werden, wenn der Akku leer ist: Dann funktionieren auch sie nicht mehr. Besser sind in jedem Fall Roller, die elektrische und mechanische Bremsen kombinieren oder Vorder- und Hinterrad jeweils mechanisch stoppen.

3. Faltmechanismus: Am besten ist ein Faltmechanismus mit doppelter Sicherung: Erst wenn zwei Hebel betätigt werden, lässt sich der Roller zusammenklappen.

4. Motorkraft: Nur wenige Hersteller setzen noch auf Riemen- oder Kettenantrieb. Die meisten Modelle laufen mit einem Nabenmotor. Der verschleißt nicht so schnell, ist obendrein geräuscharm und leichtläufig. Damit lässt sich auch rollern, wenn der Akku leer ist. Für längere Touren sollte der Akku eine Kapazität von wenigstens 300 Wattstunden haben.

5. Preis: Preislich unterscheiden sich die Modelle deutlich. Einige Roller gibt es bereits ab rund 200 Euro. Doch die sind meist nur mit elektrischen Bremsen ausgestattet. Wer auf gute Qualität bei Sicherheit, Akkugröße und Motorpower setzt, sollte wenigstens 1000 Euro investieren.

6. Kundenservice: Auch ein kleiner E-Roller ist vor Pannen nicht gefeit. In solchen Fällen ist es gut, einen Servicebetrieb in der Nähe zu haben, der Ersatzteile schnell besorgen und Defekte selbst beheben kann. Bei Produkten ausländischer Hersteller kann eine Reparatur mehrere Wochen dauern, weil der Besitzer den Roller einschicken muss. Im schlimmsten Fall sind Reparaturen nicht möglich und das Gefährt ist nur noch Schrott.

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