Wer kennt es nicht: Im Baumarkt gibt es Blumenerde im Angebot, zwei Tonnen zum Preis von einer. Und beim Entladen des dritten Einkaufswagens ist das Auto plötzlich schon voll. Jetzt einen Transporter …

Das Start-up UZE Mobility hat hier eine Marktlücke entdeckt: Es will den Kunden von Baumärkten, Einrichtungshäusern und anderen Transportbedarf schaffenden Einrichtungen gratis Elektro-Transporter zur Verfügung stellen. Dazu hat es vom Aachener Unternehmen Streetscooter, das schon für die Post emissionsfreie Zustellwagen baut, 500 Fahrzeuge bestellt.

Das Geld kommt von Werbekunden, denn UZE versieht die Transporter mit Werbeflächen, die je nach Standort zielgruppenoptimierte Werbung anzeigen. „Digital-ad-at-home“ nennt das Digital-Vorstand und Mitgründer Sebastian Thelen.

Das rollende Smartphone

Die Idee, mit autospezifischer Software Geld zu verdienen, ist gerade in den USA nicht neu, aber der deutsche Markt hinkt noch hinterher und so haben die UZE-Gründer ihre Lücke gefunden. „Die Hardware in Deutschland ist gut“, erklärt UZE-CEO Alexander Jablovski. „Wir haben uns weltweit umgeschaut“, erklärt er, auch bei asiatischen Herstellern. Streetscooter sei aber für einen modernen, abgasfreien Transport besonders geeignet. Schließlich haben sich die Fahrzeuge schon im deutschen Paket-Zustell-Alltag bewährt.

Die Vermietung läuft bequem über eine App, bereits im Januar werden die ersten der schwarz gebrandeten Fahrzeuge durch Köln fahren, später folgen Dortmund, Aachen, idealerweise die ganze Republik. Dann könnten die Autos zum Beispiel auch Wetterdaten sammeln, erklärt Thelen. Bei 200 bis 250 Fahrzeugen pro Großstadt dürfte sich da ein komplexes Bild ergeben.

Die Einsatzmöglichkeiten sind theoretisch unbegrenzt – moderne Rechner können „Big Data“ bewältigen, also große Datenmengen auswerten. Wenn UZE diese liefern kann, dürfte sich der Kundenstamm nicht mehr auf die Werbebranche begrenzen.

Gespeichert werden die Werbe-, Wetter- und weiteren Daten übrigens in der Blockchain, sind also fälschungssicher und Kunden bekommen so einen einfachen Zugang. „Am Ende steigern wir auch die Begeisterung für nachhaltige Mobilität“, hofft Jablovski.

Für den Aachener Professor und Streetscooter-CEO Achim Kampker ist die Kooperation doppelt gut: Einerseits seien beide Unternehmen Ausgründungen der RWTH Aachen, „wir finden es aber auch super, dass unser Streetscooter nun Hauptakteur eines digitalen Projekts wird.“

Zum Glück steht im Edison-Team im Januar ein privater Umzug an – dann berichten wir, ob die Leihe wirklich so unkompliziert funktioniert.

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