Volkswagen bereitet nach langem Zögern offenbar den Einstieg in die Batteriezellen-Fertigung vor. Dazu plant der weltgrößte Autobauer eine milliardenschwere Kooperation mit dem koreanischen Batteriezellenhersteller SK Innovation, wie das „Manager-Magazin“ am Donnerstag berichtete. Gemeinsam mit SK – nach Samsung und Hyundai der drittgrößte Konzern in Südkorea – wolle VW in Europa Gigafabriken bauen und Batteriezellen produzieren. Eine endgültige Entscheidung über die Pläne von Volkswagens Konzernchef Herbert Diess gebe es allerdings noch nicht. Volkswagen lehnte einen Kommentar dazu ab. Ein Insider sagte: „Wir schauen uns in verschiedenen strategischen Bereichen an, wie Partnerschaften aussehen können.“ Dazu gehöre auch die Batteriefertigung.

Auch die Deutsche Presse-Agentur berichtet unter Berufung auf informierte Kreise, dass „mehrere Optionen“ geprüft werden.

Volkswagen muss die Produktion von Elektroautos – wie andere Autobauer auch – in den kommenden Jahren massiv hochfahren, um die schärferen Klimavorgaben zu erfüllen. Dazu brauchen die Autobauer eine immer größere Zahl an Energiespeichern. Diess hatte eine europäische Allianz für die Batteriezellenproduktion ins Gespräch gebracht, um von den Lieferanten aus Korea und China unabhängiger zu werden.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte das Thema aufgegriffen und jüngst auch Unterstützung von Kanzlerin Angela Merkel erhalten. Medienberichten zufolge sollen die Pläne für ein Industriekonsortium für eine Batteriezellenfertigung in Deutschland im November vorgestellt werden. Dazu stelle die Bundesregierung eine Milliarde Euro Anschubfinanzierung bereit.

Ende 2019 bringt Volkswagen seine neue Elektroauto-Generation "ID." auf den Markt, deren Baukasten-Technik die Wolfsburger jetzt erstmals öffentlich vorgestellt haben. Sie dürfte VW im Elektro-Segment nach vorne bringen. Elektroauto

Volkswagen will bis 2025 drei Millionen Elektroautos im Jahr losschlagen und braucht dazu mindestens vier so genannte Gigafabriken. In Salzgitter entsteht derzeit eine Pilotlinie zur Batteriezellfertigung, das erste vollelektrische Modell der geplanten ID-Familie rollt Ende 2019 in Zwickau vom Band.

Wie kritisch die Energiespeicher sind, zeigt das Beispiel von Audi. Die Ingolstädter VW-Tochter hat einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge Probleme mit dem koreanischen Batterielieferanten LG Chem, weil dieser aufgrund der höheren Nachfrage nach Elektroautos rund zehn Prozent mehr Geld für seine Akkus fordere. LG Chem beliefert neben Audi und der Konzernmutter VW auch den Konkurrenten Daimler. Die Pläne für eine Partnerschaft mit SK Innovation könnten laut „Manager-Magazin“ im November Thema des Aufsichtsrats sein. Dann legt das Gremium die Investitionen für die kommenden Jahre fest.

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