Die japanische Eisenbahngesellschaft Central Japan Railway Company (JR Central) hat einen neuen Hochgeschwindigkeitszug in Dienst gestellt. Der Zug hat eine eigene Energieversorgung an Bord.

Shinkansen N700S heißt der neue Zug, wobei das S für Supreme steht. Er ist seit der vergangenen Woche auf der Tokaido-Shinkansen-Strecke zwischen Tokio und Osaka im Einsatz. Seine Reisegeschwindigkeit liegt bei 285 km/h. Bei den Testfahrten schaffte er 2019 eine Geschwindigkeit von 360 km/h. Zum Vergleich: Der aktuelle ICE-4 der Deutschen Bahn ist nur noch für eine Reisegeschwindigkeit von 250 km/h zugelassen.

Der Shinkansen N700S ist der erste komplett neue Schnellzug seit 13 Jahren und Nachfolger des N700A. Optisch unterscheidet er sich von diesem nur wenig: Die Nase des Triebwagens wurde etwas verändert, um die Luftströmung zu verbessern und die Geräuschentwicklung in Tunneln zu reduzieren. Außerdem wurde das Gewicht deutlich reduziert. Allerdings soll für die Passagiere die Fahrt in dem Zug – gemäß dem Namen – komfortabler werden. So sollen die Sitze bequemer sein, es soll mehr Fußraum zur Verfügung stehen und an jedem Sitz gibt es eine Steckdose. Der Zug soll zudem weniger vibrieren als die Vorgängermpdelle.

Batterieantrieb für Notfälle

Eine wichtige technische Neuerung ist, dass der Zug mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet ist. Die speichern so viel Strom, dass der Zug bei einem Ausfall der Oberleitung noch die nächste Evakuierungsstelle an der Strecke erreichen könne, berichtet die Tageszeitung Japan Times. Das diene dem Katastrophenschutz: Japan ist durch Erdbeben gefährdet. Wie weit genau der Zug aus eigener Kraft fahren kann, gab die Eisenbahngesellschaft allerdings nicht bekannt.

JR Central wollte den Zug eigentlich zu den Olympischen Sommerspielen in Tokio in Dienst stellen. Die hätten am 24. Juli eröffnet werden sollen. Wegen der Covid-19-Pandemie mussten sie aber auf den Sommer kommenden Jahres verschoben werden. Aktuell hat die Eisenbahngesellschaft vier Züge des neuen Typs im Einsatz. Im Laufe des aktuellen Geschäftsjahrs, das im März 2021 endet, sollen weitere acht hinzukommen. Bis März 2022 sollen 40 Shinkansen N700S im Einsatz sein.

Aktuell fahren auf der Shinkansen-Linie insgesamt 134 Schnellzüge verschiedener Modellgenerationen, die aus jeweils 16 Waggons bestehen und Sitzplätze für über 1300 Menschen bieten, fahren derzeit auf der Shinkansen-Linie. Das älteste Modell ist die 700-Serie mit Neigetechnik, die 2007 in Dienst gestellt wurde. Davon sind noch 27 Züge im Einsatz. Der Rest der Flotte besteht aus 80 Zügen der Serie N700 und 27 Züge des Typs N700A, einer Weiterentwicklung des N700 von 2013.

Die Züge gelten als die pünktlichsten der Welt. Im Schnitt fahren sie mit einer Verspätung von nur 30 Sekunden in die Bahnhöfe ein.

Der Beitrag erschien zuerst auf golem.de und wurde von der Redaktion ergänzt.

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