Nissan hat mit dem Leaf schon seit 2010 einen Elektriker im Lieferprogramm, der von Anfang an für einen batterieelektrischen Antrieb konzipiert war. Der unternehmerische Mut wurde belohnt: Fast eine halbe Million Fahrzeuge des Typs wurden in zwei Generationen inzwischen gebaut und verkauft. Der Leaf ist damit das populärste Elektroauto weltweit.

Nun schlagen die Japaner ein neues Kapitel auf. Am Stammsitz in Yokohama stellte der Autohersteller die Serienversion des neuen Ariya vor, ein vollelektrisches Crossover-Coupè – ein SUV mit sportlichem Fließheck. Ab Herbst kommenden Jahres soll der in Japan produzierte Stromer mit einer Reichweite von bis zu 500 Kilometern in Deutschland zu haben sein.

Und bei Leaf und Ariya bleibt es nicht. Im Rahmen des Transformationsplans „Nissan Next“ sollen innerhalb von 18 Monaten zwölf weitere neue Elektroautos auf den Markt rollen. Der Partner von Renault hat die Absicht, bis Ende 2023 den Absatz von E-Autos auf mehr als eine Million Einheiten im Jahr zu steigern. Das wäre im zurückliegenden Geschäftsjahr etwa ein Fünftel der Gesamtproduktion gewesen.

Neues Markengesicht

Mit seinen schmalen Scheinwerfern und dem großen, sich nach unten verjüngendem Kühlergrill sowie den schmalen LED-Scheinwerfern hat Nissan ein neues Markengesicht kreiert. Um den Neustart zu untermalen, haben die Designer ein neues Logo entworfen – es leuchtet.

Im Scheinwerferlicht
Nissan will mit dem Elektroauto Ariya ein neues Kapitel aufschlagen. Foto: Nissan

Der 4,60 Meter lange Ariya ist in sechs zweifarbigen Lackierungen und in vier einfarbigen Lackierungen erhältlich. Der Innenraum soll an „eine Café-Lounge auf einem Raumschiff“ erinnern. Das Cockpit ist jedenfalls stark reduziert. Zwei Display sind verbaut , die sich per Touch oder Sprachsteuerung bedienen lassen. Auch Amazons Alexa ist mit an Bord: Mit einem „Hallo Nissan“ kann sie aufgeweckt werden. Ein so genanntes „Pro-Pilot-System“ sorgt für halbautonomes Fahren der Stufe 2. Auf Knopfdruck hält es auf der Autobahn die Geschwindigkeit, die Fahrspur und automatisch auch den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen. Auch sucht sich das Auto auf Wunsch selbst eine Parklücke und rangiert dort hinein.

Voll vernetzt
Der E-SUV Ariya lässt sich selbstverständlich mit dem Smartphone verknüpfen, um darüber beispielsweise Ladevorgänge zu steuern. Foto: Nissan.

Aus alten Schwächen gelernt

Während Nissan beim Leaf weiterhin an dem asiatischen CHAdeMO-Standard für schnelles Laden festhält, soll der Ariya für den Export nach Europa nun einen CCS-Ladeanschluss erhalten. Darüber kann der E-SUV Gleichstrom (DC) mit einer Ladeleistung von bis zu 130 Kilowatt aufnehmen. Wechselstrom (AC) kann dreiphasig mit einer maximalen Ladeleistung von 22 Kilowatt gezapft werden. Beim Leaf sind bislang maximal nur 7,5 kW AC und 50 kW DC möglich. Zumindest theoretisch: Die luftgekühlte Batterie im Leaf reagierte allergisch auf mehrmaliges Schnellladen mit Gleichstrom. Beim neuen Modell soll ein aufwändiges Kühlsystem das so genannte „Rapidgate“ verhindern.

Die Reichweiten variieren je nach Modell. Nissan wird den Ariya mit fünf verschiedenen Motor-Batterie-Kombinationen anbieten. Die frontgetriebene Basisversion hat wie der Nissan Leaf+ eine flüssigkeitsgekühlte Batterie mit einer Speicherkapazität von 65 Kilowattstunden (kWh) an Bord und einen Motor mit einer Leistung von 160 Kilowatt (218 PS). Damit soll der Wagen nach der Verbrauchsnorm WLTP bis zu 360 Kilometer weit kommen. Der Startpreis in den USA liegt bei 40.000 US-Dollar. Der für Europa steht noch nicht fest.

In der Top-Version „E-4orce Performance“ mit Allradantrieb sind gleich zwei Motoren mit einer Gesamtleistung von 290 kW (394 PS) montiert und mit einem 90 kWh großen Akku kombiniert. Versprochen wird hier eine Reichweite von 500 Kilometern – und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h.

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1 Kommentar

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    Hat denn Nissan nicht geprüft, ob der Name weltweit einsetzbar ist? „Nissan Arier“ finde ich jetzt nicht sehr gelungen, und auch im englischen Sprachraum kann die Aussprache schnell daneben gehen.

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