Warum werden Büros immer noch von Menschenhand und nicht von einem Roboter gesaugt? Ganz einfach: Weil Roboter keine Fahrstühle benutzen können, um von einer in die andere Etage zu gelangen. Und auch weil das Miteinander von Mensch und Maschine in smarten Bürogebäuden noch nicht geregelt ist. Mitsubishi Electric will das jetzt ändern. Der Spezialist für Gebäudetechnik hat eine Software entwickelt, die den Einsatz mobiler Robotersysteme etwa für die Reinigung und die Zustellung von Postsendungen mithilfe dynamischer Karten steuert.

Die Aufzüge sind mit dem System ebenso verlinkt wie die Lichtanlagen. Es kann die Position der Roboter zentimetergenau bestimmen und Menschen in engen Gängen per Lichtsignal vor einem entgegenkommenden Staubsauger oder einem autonom fahrenden Paketboten warnen. Auch die Mobilität von Menschen mit körperlichen Einschränkungen ließe sich damit verbessern: Elektrische Rollstühle könnten auf Knopfdruck oder per Sprachbefehl vollautomatisch Ziele im Gebäude ansteuern.

In einem Bürohaus des Baukonzerns Takenaka in Tokio wurde das System jetzt erstmals mit Erfolg getestet: Kleine „DeliRo-Roboter des japanischen Herstellers ZMP brachten Essen und Getränke aus der Cafeteria im Erdgeschoss in Büros in der 7. Etage. Und Akten von der Poststelle in eine andere Etage. Mitsubishi Electric will sein Steuerungssystem nun bis 2021 marktreif machen. Und auch andere Hersteller arbeiten an autonom arbeitenden Robotern für professionelle Einsätze in Gewerbeimmobilien, darunter Softbank Robotics aus Singapur, der Erfinder des Kommunikationsroboters Pepper. In Deutschland beschäftigen sich unter anderem das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) sowie Kärcher mit der Entwicklung von Saugrobotern.

Für Gebäudereiniger sind das keine guten Nachrichten.

Gebäudereiniger können darüber nicht lachen
„Whiz“ heißt der kleine smarte Saugroboter von Softbank Robotic, der in den USA bereits in großer Zahl durch Büroetagen wuselt. Foto: Softbank Robotic
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