Sogar die Kaffeemaschine im Hauptquartier von Skoda Deutschland in Weiterstadt weiß es schon: Auf 8,0 Prozent ist der Marktanteil der tschechischen VW-Tochter im November gestiegen. Skoda lag damit in Deutschland hinter Volkswagen und Mercedes auf Platz drei der Zulassungsstatistik, vor Audi (7,1 Prozent) und Seat-Cupra (5,7 Prozent. Von Opel und Ford, den einstigen Platzhirschen im Volumensegment ganz zu schweigen.
Und Jan Hendrik Hülsmann, der Sprecher der Geschäftsführung, weiß auch genau, wem er diesen Rekordwert zu verdanken hat: Seinem Team natürlich, den Handelspartnern – und dem „Senkrechtstarter“, dem vollelektrischen Elroq. Obwohl erst seit dem Frühjahr auf dem Markt, hat sich der Kompakt-SUV bereits an die Spitze der Zulassungsstatistik geschoben. Im November belegte das Modell mit 3.140 Neuzulassungen in Deutschland hinter dem VW ID.7 und dem VW ID.3 Platz drei auf dem Treppchen.

Der neue Kompakt-SUV hat in Deutschland einen rasaten Start hingelegt und in der Neuzulassungs-Statistik den Enyaq, aber auch viele andere Elektroautos hinter sich gelassen. Grafik: Automobilwoche
Seit dem Verkaufsstart wurden bereits 22.531 Exemplare des Elroq in den Verkehr gebracht und der Bestelleingang ist weiterhin gut. Sogar besser als ursprünglich geplant, wie Hülsmann verrät. Mit einem Absatz von 22.531 Elroq liege das Modell etwa 30 Prozent über Plan. Und was die Geschäftsführung von Skoda Deutschland auch freut: Der Verkauf der übrigen Modelle ging darüber nicht zurück. Weder der des Enyaq, des zweiten, größeren und teureren Elektroautos der Marke, der vor allem von Geschäftskunden geschätzt wird. Noch der der übrigen, mehr oder minder elektrifizierten Modelle aus Tschechien.
Antriebswende eröffnet Wachstumschancen
Mit dem Ergebnis, dass Skoda in Deutschland mit einem Absatz von insgesamt 208.071 Autos Skoda den Rekordwert von 2019 übertraf und nun in der Gesamtbetrachtung auf dem vierten Platz im Markenranking einnimmt. Hülsmann: „Wir fischen inzwischen in einem Teich, der vorher für uns nicht erreichbar war.“ Der Antriebswende und dem wachsenden Interesse an Elektroautos und Plug-in Hybriden zum Dank.

Der Elektro-SUV wird ab Oktober in Deutschland für rund 26.000 Euro angeboten – zum gleichen Preis wie der benzingetriebene Kamiq.
Und in Weiterstadt sind sie entschlossen, das Momentum zu nutzen und im kommenden Jahr noch eins draufzusetzen. Mit neuen Angeboten wie einem Auto-Abo, das zusammen mit der Autovermietung Europcar realisiert wird. Und mit zwei komplett neuen Elektroautos: Mit dem neuen Epiq, einem Elektro-SUV im Kleinwagenformat – und mit einem „Space-SUV“, einem siebensitzigen Stromer im Format des Skoda Kodiaq. Das Ziel ist, mit den beiden neuen Fahrzeugen, die im Herbst 2026 in den Handel kommen, sowie weiteren Vertriebsaktivitäten 2026 die Elektro-Quote Von derzeit 28 auf über 30 Prozent zu steigern.
Neuer Skoda Epiq so teuer wie der Kamiq
Der bei Seat in Spanien (zusammen mit dem ID.Polo und dem Cupra Raval) produzierte Epiq soll in vielen Märkten mit einem Einstandspreis von rund 26.000 Euro die Skoda-Modellpalette nach unten ergänzen, der Siebensitzer (dessen Name schon feststeht, aber noch nicht kommuniziert wird) das Modellprogramm nach oben erweitern. Mit einem Basispreis, „der sie alle überraschen wird“, wie Hülsmann sagt. Soll heißen: Der Giga-Stromer wird wohl nicht wesentlich teurer als der Kodiaq als Plug-in-Hybrid (49.290 Euro) und bei weitem nicht so teuer wie etwa ein Kia EV9, für den aktuell wenigstens 82.000 Euro aufgerufen sind, Wir sind gespannt.

Jan-Hendrik Hülsmann (links) übergibt zum Jahreswechsel die Leitung der Geschäftsführung von Skoda Deutschland an Frank Barwasser und übernimmt bei Volkswagen Pkw die Verantwortung für den Vertrieb in Europa. Fotos: Skoda
Ob die Rechnung aufgeht? Hülsmann selbst wird sich die weitere Entwicklung aus der Ferne ansehen: Zum Jahreswechsel gibt er die Verantwortung für Skoda Deutschland nach drei Jahren in die Hände seines Kollegen Frank Barwasser, um zurück zu Volkswagen nach Wolfsburg zu wechseln und dort die Leitung des Europa-Vertriebs von Volkswagen Pkw zu übernehmen. Wenn man so will, hat der Erfolg des Elroq auch seine Karriere beflügelt.