Bislang war der Manta GSe nur ein ElektroMOD, ein auf Elektroantrieb getrimmter Schau- und Eeinzelstück auf der Basis eines Oldtimers aus den 1970er Jahren, das sich die Designer Quentin Huber und Pierre-Olivier Gacia hatten einfallen lassen, um den 50. Geburtstag des Kultautos zu feiern. Doch nun macht Opel ernst: Auf dem „EV-Day“ des Stellantis-Konzerns gab Opel-Chef Lohscheller bekannt, dass bis zur Mitte des Jahrzehnts ein vollelektrischer Manta das Modellprogramm des Unternehmens ergänzen wird. Nicht als Retro-Fit, nicht als Bastellösung, sondern als vollelektrisches Serienmodell – als zeitgemäße Neuinterpretation des legendären Sportwagens. Die große, geradezu euphorische Reaktion auf den ElektroMOD hatte dem Opel-Chef praktisch keine andere Wahl gelassen.

Und Lohscheller hatte noch andere Neuigkeiten zu verkünden: Bis 2024 wird die komplette Modellpalette von Opel zumindest elektrifiziert sein. Und bis 2028 wird der letzte Verbrennungsmotor aus dem Modellprogramm von Opel verschwunden sein – angeboten werden dann nur noch Fahrzeuge mit einem Batterie- oder Brennstoffzellenantrieb. „Wir sind auf dem Weg, Opel neu zu erfinden und uns zu einer jungen, grünen und globalen Marke zu entwickeln“, erklärte Lohscheller weiter.

Bislang ist die Marke im wesentlichen in Europa präsent – in absehbarer Zeit werden Opel-Fahrzeuge auch in China angeboten werden. Ausschließlich mit Elektroantrieb, versteht sich. Details würden „zu gegebener Zeit bekannt gegeben.

Das gilt auch für den Manta-E. Zu technischen Details äußerte sich Lohscheller in der Video-Schalte noch nicht. Fest steht aber wohl bereits, dass der neue Opel Manta mit den Vorgängermodellen aus dem vergangenen Jahrhundert nicht mehr viel gemein haben wird, wie das Computer-Rendering des neuen Autos zeigt, das Opel inzwischen veröffentlicht hat: Der Manta-e wird kein zweitüriges Coupé sein, sondern ein viertüriges Crossover, mit ausgestellten Radhäusern und bestenfalls einer coupéhaften Dachlinie.

Stellantis entwickelt vier neue Plattformen für Elektroautos

Die nötige Technik dafür wird der Stellantis-Konzern in den kommenden Jahren entwickeln. Batterien mit Speicherkapazitäten zwischen 37 und 200 kWh, neue, hocheffiziente Elektromotoren mit Durchschnittsverbräuchen um die 12 Kilowattstunden/100 km. Und vier neue Plattformen – für Kleinwagen und Mittelklassefahrzeuge, für Luxus- und Sportwagen sowie für Pickups und andere Nutzfahrzeuge, die speziell in Nordamerika sehr populär sind.

Noch nah am Original
Einen alten Opel Manta der Serie A bauten die Opel-Deisgner zum Elektroauto um. ES wird ein Einzelstück bleiben – der neue Manta bekommt eine andere Gestalt und einen komplett neuen Antriebsstrang. Foto: Opel

Ehrgeizige Ziele verfolgt der Autokonzern, unter dessen Dach sich bislang 14 Marken gesammelt haben, auch bei der Batterietechnik. Künftig sollen die Elektroautos hier ihre Energie aus zwei Batterietypen schöpfen – preiswerten Zellen, die ohne Nickel und Kobalt auskommen. Und nickelbasierte Hochleistungszellen für Sport- und Premiumfahrzeuge mit Energiedichten von bis zu 700 Wattstunden pro Liter. Ab 2026 sollen zudem Feststoffbatterien verfügbar sein. Gebaut werden sollen sie in den kommenden Jahren in drei so genannten „Gigafactories“ in Italien, Frankfurt und Deutschland. Das Batteriewerk in Kaiserslautern soll 2025 die ersten Hochleistungszellen ausspucken.

Reichweitenängste, so hieß es in der Internet-Präsentation, müsse dann bei wirklich niemand mehr haben: Die kleinen Stromer aus dem Konzern sollen mit einer Akkuladung wenigstens 500 Kilometer weit kommen, die übrigen zwischen 700 und 800 Kilometer.

Mal schauen, welche Komponenten Opel für den Manta E wählt.

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