Die Förderprämien der Bundesregierung für Autos mit Elektroantrieb zeigen Wirkung: Trotz Corona-Krise sind die Neuzulassungen von Batterieautos und Plug-inHybriden seit Jahresbeginn kräftig gestiegen.
Trotzdem herrscht an den öffentlichen Ladestationen kein Gedränge. Zum einen, weil die meisten Stromer daheim geladen werden. Zum anderen, weil der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur in Deutschland gut vorankommt. Das geht aus dem neuen „Charging Radar“ von EDISON in Kooperation mit CIRRANTiC und THEON Data hervor.

So wuchs das Netz an Ladepunkten von 2018 auf 2019 um über 50 Prozent. Allein im Juni wurden bundesweit 1011 Ladepunkte neu in Betrieb genommen. Damit wuchs der Bestand gegenüber dem Vormonat um sechs Prozent an. Für das Gesamtjahr erwarten die Experten trotz Corona ein Plus von nochmals 30 Prozent. In Summe weist der „Charging Radar“ aktuell über 40 000 Ladepunkte im öffentlichen Raum aus.

Insgesamt geht die Bundesregierung von einem Bedarf von insgesamt 300.000 Ladepunkten in Deutschland aus, um die für 2030 anvisierte Zahl von sieben bis zehn Millionen Elektroautos mit Strom versorgen zu können.

Ausgewogenes Verhältnis
Acht Elektroautos – Batteriefahrzeuge und Plug-in Hybride – teilen sich derzeit in Deutschland einen öffentlichen Ladeplatz. Nach dem Verständnis von Bundesregierung und Verband der Automobilindustrie (VDA) ist eine Relation von 10:1 optimal, da der Großteil der Ladevorgänge an privaten Wallboxen stattfindet. Illustration: Constanze Fischer

Die öffentlich zugänglichen Ladepunkte werden inzwischen auch wieder rege genutzt: Nach einem deutlichen Rückgang der Ladevorgänge im März und April wurde im Mai und Juni wieder deutlich mehr Strom gezapft. Im Juni wurden erstmals über 500 000 Ladevorgänge (exakt: 509.390) gezählt, was etwa zwei bis drei Ladevorgängen pro Auto und Monat entspricht.

Preise zwischen 21 und 74 Cent pro kWh

Das Gros der Ladevorgänge – nämlich 87 Prozent – erfolgte an AC-Ladesäulen. Auf Schnellladesäulen entfielen 13 Prozent der Ladevorgänge. Die Ladeleistung lag dabei zum überwiegenden Teil unter 50 Kilowatt.

Ende des Lockdowns
Im Juni hat sich die Zahl der Ladevorgänge an den öffentlich zugänglichen Stromtankstellen stark erhöht. Auch der Ausbau der Infrastruktur nahm Fahrt auf. Illu: Constanze Fischer

„Öffentliches Laden ist längst kein Randthema mehr, sondern für viele E-Autofahrer inzwischen Alltag“, konstatiert Ludwig Hohenlohe von THEON Data beim Blick auf die Datenlage.

Überwiegend Wechselstrom
Das Gros der Ladevorgänge im öffentlichen Raum findet an AC-Ladern statt, zeigen die Analysen des Charging Radar. Illustration: Constanze Fischer

Auch über die Entwicklung der Autostrom-Preise liefert der Charging-Radar interessante Erkenntnisse: Demnach wurde Ende Juni an AC-Ladern ein durchschnittlicher Preis von 41 Cent pro Kilowattstunde Wechselstrom aufgerufen. Bei Gleichstrom lag der Durchschnittspreis bei 50 Cent. Allerdings gibt es je nach Stromanbieter oder Ladepartner hier große Unterschiede: Bei Wechselstrom zwischen 21 und 65 Cent pro Kilowattstunde. Bei Gleichstrom verlangte der günstige Anbieter 26 Cent, der teuerste 74 Cent.

Man tut also gut daran, sich vor dem Start des Ladevorgangs zunächst über eine Smartphone-App wie die von Moovility über die Autostrom-Preise an der Station zu informieren – damit es später keine bösen Überraschungen bei der Sichtung des Kontoauszugs gibt.

Große Preisspannen
Für den Autostrom zahlten Elektromobilisten je nach Anbieter im Juni zwischen 21 und 74 Cent pro Kilowattstunde. Illustration: Constanze Fischer
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