Sie benötigen mehr Karten als Skat-, Canasta- oder Rommé-Spieler: Fahrer, die im E-Transporter oder E-Lkw unterwegs sind. Hunderte Betreiber, hunderte Tarife, ein Preis-Wirrwarr an der Ladesäule: Wer sein E-Fahrzeug lädt, zahlt für dieselbe Kilowattstunde je nach Karte bis zu 300 Prozent mehr. Ein Problem, das gerade Nutzfahrzeugflotten mit ihren hohen Ladevolumen viel Geld kostet.

Ecurious-Gründer und CEO Florian Windeler (43) will dem ein Ende setzen — mit einer zum Patent angemeldeten Technologie, die im September live geht. Sprinter, Transit, e-Crafter: Leichte Nutzfahrzeuge laden heute schon in hohem Takt — und genau hier setzt Ecurious (Neugierig auf die elektrische Zukunft) an. Das 2023 gegründete Ladeplattform-Startup aus München zählt Flottenbetreiber leichter Nutzfahrzeuge bereits zu seinen Kunden.

Ecurious-Gründer Florian Windeler

Über eine einzige, smarte RFID-Karte oder Smartphone-App laden sie an jedem der über 700.000 Ladepunkte in Europa automatisch zum besten verfügbaren Preis. Aufwändige Vergleiche sind nicht mehr nötig, die App zeigt sämtliche Konditionen an. Den Schnäppchenpreis möglich machen die direkten Anbindungen an die sogenannten CPOs (Ladesäulenbetreiber wie Stadtwerke usw.) eine zum Patent angemeldete dynamische UID-Übertragung. Darüber lässt sich eine Ladekarte an allen Ladestationen authentifizieren. Und sie leitet an den Benutzer stets den besten verfügbaren Preis weiter. Es fallen keine zusätzlichen Roaming-Gebühren für den Kunden an.

Encurious finanziert sich über eine Abogebühr und perspektivisch über eine Arbitrage aus den Verhandlungen mit den CPOs. Und der Blick von Ecurious-Gründer und CEO Florian Windeler geht aber weiter: Mit der Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge entsteht aus seiner Sicht ein neuer, deutlich anspruchsvollerer Markt – mit höheren Ladeleistungen, längeren Standzeiten und auf europäischen Langstrecken. Die Technologie, die heute Sprinter und Transit lädt, soll morgen auch am E-Lkw funktionieren. „Wir bauen keine Insellösung für eine Fahrzeugklasse“, sagt Windeler. „Wir bauen die Infrastruktur, die jedes elektrische Nutzfahrzeug braucht — egal ob drei oder 40 Tonnen.“

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1 Kommentar

  1. Joachim Walther

    Endlich ist Schluss mit der Abzocke an der Ladesäule. Flottenkunden können aufatmen, aber auch für Privatleute ist diese Karte die Lizenz zum Sparen.

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