Die Carbon-Einsätze am Lenkrad sind nicht einfach nur „gebacken“ – sie sind geschmiedet und entsprechend Unikate. Bezogen sind die Sitze mit Nappaleder von Kühen aus Bayern, die nie einen Stacheldrahtzaun gesehen haben – dergleichen kannte man bislang nur von Luxusmarken wie Bentley oder Rolls-Royce. Es gibt Zierleisten aus Eschenholz und Lüftungsdüsen, die an ein schwebendes Schwert erinnern sollen. Die Frontscheinwerfer lassen zur Begrüßung kurz ein violettes Licht aufscheinen (das an den Sonnenaufgang über Paris erinnern soll) wenn sich die Frau oder der Mann mit dem Autoschlüssel nähert. Und vor allem gibt es überall Rauten zu sehen, die so etwas wie das Markenzeichen von DS sind. DS, der jungen Luxusmarke aus dem französischen PSA-Konzern, der inzwischen mit Opel und FiatChrysler die Stellantis-Gruppe bildet.

Der neue DS4, der dieser Tage der Presse präsentiert wurde und der im Herbst mit dem Sondermodell „La Première“ in den Handel kommt, ist auf den ersten Blick etwas ganz besonderes. Erst recht in der kupfergoldenen Lackierung, die von der Marketingabteilung des Unternehmens zur Start- und Serienfarbe gekürt wurde. Besonders macht die flott gestylte und edel ausgestattete Kompakt-Limousine auch der Produktionsstandort: Der neue DS4 läuft in Rüsselsheim zusammen mit dem neuen Opel Astra vom Band, ist also (seit der Produktion des Citroën Traction Avant zwischen 1927 und 1935 in Köln) der allererste Franzose aus Deutschland seit langer Zeit. Denn beide Modelle – DS 4 und Opel Astra – nutzen eine Weiterentwicklung der EMP (Efficient Modular-Plattform) 2, auf der unter anderem auch der der vollelektrische Citroën e-Berlingo und der Opel Vivaro-e aufbauen.

Deutsch-französische Freundschaft
Im Opel-Werk Rüsselseim läuft der DS4 seit kurzem zusammen mit dem neuen Opel Astra vom Band. Foto: Andreas Liebschner

„Theoretisch“, gibt Produktmanager Tijl Verhelst von DS Automobiles Deutschland zu, wäre es also eigentlich ein Leichtes gewesen, den 4,40 Meter langen DS4 auch als reines Batterieauto anzubieten. Aber offenbar reichten die dem Konzern zur Verfügung stehenden Akkus dafür nicht aus: Deshalb gibt es den DS4 zwar auch in der Ausführung E-Tense, aber nur als wiederaufladbaren Teilzeitstromer. Mit einer Antriebsleistung von 165 kW (224 PS) und einem Lithium-Ionen-Akku, dessen Speicherkapazität von 12,4 kWh für vollelektrische und emissionsfreie Fahrten über 55 Kilometer nach der alltagsnahen Verbrauchsnorm WLTP reichen soll. Eine vollelektrische Ausführung ist laut Verhelst „derzeit nicht geplant“ – ausschließen mochte er die für die weitere Zukunft gleichwohl nicht.

Luxus hat seinen Preis: 52.500 Euro für das Spitzenmodell

Aber auch so ist das luxuriöse Schwestermodell des Opel Astra und Peugeot 308 schon teuer genug: Die Preisliste beginnt mit 37.900 Euro für den DS4 E-Tense 225 in der Ausführung Bastille+ und reicht rauf bis auf 52.500 Euro für das bereits erwähnte und vollausgestattete Sondermodell „La Premiere“. Zum Vergleich: Das gleich starke, aber nur mit einem Benziner angetriebene „Pure-Tech“-Modell ist nur 2.500 Euro günstiger. Inklusive Umweltbonus – die Anschaffung von Plug-in-Hybriden mit einem Listenpreis von über 50.000 Euro unterstützt die Bundesregierung mit einem Zuschuss von 5.625 Euro – ist der Teilzeitstromer also klar die bessere Wahl.

Marketingchef Cristiano Colaiacomo rechnet jedenfalls schon einmal mit einem Anteil des E-Tense am Gesamtverkauf des DS4 von 50 Prozent. Vielleicht werden es aber auch mehr: Beim DS7 habe der Bestelleingang die Planungen auch deutlich übertroffen. Bald werden wir mehr wissen: Bestellungen für den DS4 werden ab sofort entgegengenommen.

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