Als erstes Elektroauto aus dem Volkswagen-Konzern kann der Porsche Taycan schon bald ohne eine Ladekarte oder Lade-App auf Fernfahrt gehen. Vorausgesetzt, der Fahrer ist Kunde beim Porsche Charging Service und hat dort seine Zahlungsdaten hinterlegt. Dann braucht er sein Auto lediglich per Kabel mit der Ladestation verbinden – der Strom fließt dann automatisch in die Batterie im Fahrzeugboden.

Plug& Charge“ heißt die neue Komfortfunktion. An den Superchargern von Tesla ist das schon länger geübte Praxis – nun kommen auch Fahrer von Elektroautos anderer Hersteller in den Genuss. Der Fahrer muss nur noch ein- und ausstöpseln. Die Kommunikation zwischen Fahrzeuge und Ladesäule regelt dann eine Software im Hintergrund, standardisiert und dank eines verschlüsselten Datenaustauschs auch sicher. Wie, das ist schon seit längerem in der ISO-Norm 15118 geregelt, auf die sich Autohersteller, Ladesäulen-Entwickler, Ladesäulen-Betreiber sowie Infrastruktur-Anbieter geeinigt haben. Die meisten HighPowerCharger, Schnellladesäulen mit Ladeleistungen von bis zu 350 Kilowatt (kW) sind dafür inzwischen auch gerüstet, nun hat der Gesetzgeber die Norm auch in die Ladesäulenverordnung integriert. Damit steht einer flächendeckenden Einführung nichts mehr im Weg.

Der Sportwagenhersteller Porsche hat am schnellsten reagiert. Zum Modelljahr 2021, also ab Oktober dieses Jahres, wird der Taycan Plug&Charge beherrschen. Fahrzeuge des Modelljahrs 2020 sollen durch ein Software-Update leicht nachgerüstet werden können. Zum Einsatz kommt die Technik allerdings vorerst nur an den Schnellladestationen des Ionity-Netzes in Deutschland, Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland, Italien und Tschechien. Anfang kommenden Jahres will Ionity seine HPC-Stationen auch in zwölf weiteren europäischen Ländern ertüchtigt haben. Auch das Netzwerk von „Electrify America“ in den USA sowie „Electrify Canada“ wird Plug&Charge ab Jahresbeginn 2021 beherrschen.

Netzanschluss und Lage einer Ladesäule sind wichtig - sie soll das Stromnetz ja nicht mehr belasten als nötig. Verschiedene Forschungsprojekte testen derzeit zukunftsfähige Ladenetze. Laden

Wie es bei Porsche in Stuttgart heißt, spricht man gerade auch mit anderen großen Ladepunkt-Betreibern in Deutschland, damit der Komfort möglichst schnell flächendeckend zur Verfügung steht.

Porsche ist der Erste – aber die anderen Marken des Volkswagen-Konzern werden schnell nachziehen. Audi wird noch dieses Jahr nachziehen und für den e-tron die gleiche Komfortfunktion anbieten. Ob nur für Neuwagen oder auch für Bestandsfahrzeuge, wird noch geklärt. Und auch für den „Volks-Stromer“ ID.3 von Volkswagen ist eine Plug&Charge-Lösung in Vorbereitung, heißt es in Wolfsburg. Allerdings steht noch nicht fest, wann sie zur Verfügung stehen wird.

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