Die Stadtwerke Düsseldorf haben gute Erfahrungen mit Ladebordsteinen gemacht. Sein Unternehmen sei „sehr zufrieden“ mit den mittlerweile mehr als 20 in Düsseldorf betriebenen Anlagen, sagte Klaus Schüßler, Leiter New Mobility. Schüßler lobte die in den Boden eingelassenen Ladebordsteine, an denen Wechselstrom aus dem Niederspannungsnetz mit bis zu 22 kW aufgenommen werden kann, in höchsten Tönen: „Sie nehmen kaum Platz weg und verfügen über eine sehr hohe Funktionsqualität. Sie sind äußert robust, etwa gegen Kälte und Feuchtigkeit.“ Auch die Bezahlung sei einfach, dazu halte man einfach seine Ladekarte über den Bordstein. Über ein in den Ladebordstein integriertes 4G-Modem sowie Ethernet wird dann ein Kontakt zum Backend-System, das nach einem Datenabgleich den Ladepunkt freigibt.
Bislang – die Stadtwerke Düsseldorf betreiben seit etwa einem halben Jahr Ladebordsteine, inzwischen 25 an der Zahl – habe es kaum Störungen gegeben. Die Funktionsquote liege bei mehr als 99 Prozent. Auch Falschparker seien nur selten ein Thema, denn die Parkflächen an den Ladebordsteinen sind mit großen Piktogrammen auf dem Asphalt deutlich gekennzeichnet.
Schüßler wehrte sich überdies gegen Vorwürfe, man würde sich beim Gebrauch der Ladebordsteine die Finger dreckig machen. Dies sei nicht der Fall, schließlich müssten die Nutzenden lediglich den Stecker anfassen. Besonders in engen Innenstadtbereichen mit wenig Platz setzten die Stadtwerke daher auf die innovative Lademöglichkeit. Im Jahr 2026 sollen zu den bereits vorhandenen noch weitere 50 bis 100 Ladebordsteine hinzukommen.
Ladelaternen von Ubitricity mit Mängeln
Den Vorteil des geringen Platzverbrauchs haben auch die vom Berliner Ladedienstleister Ubitricityangebotenen Laternenladesäulen, von denen es alleine in Berlin bereits Mitte letzten Jahres über 200 gab. Mittlerweile sind weitere dazugekommen, genaue Zahlen gab das Unternehmen zunächst nicht bekannt. Die Enercity, die in Hannover mehrere Laternenladepunkte betreibt, zeichnete allerdings ein gemischtes Bild. Zwar würden Ladelaternen von den Kunden gut angenommen. Die Ladepunkte der Shell-Tochter böten aber nur eine geringe Ladeleistung von maximal 3,7 kW. Gleichzeitig sei die Identifikation geeigneter Standorte im Stadtgebiet schwierig.

Das sogenannte „Heinz“-System der Shell-Tochter Ubitricity verwandelt Straßenlaternen in Ladepunkte für Elektroautos. Wechselstrom kann darüber mit maximal 3,7 kW bezogen werden, was die Ladepausen in die Länge zieht. Foto: Ubitricity
Induktives Laden im öffentlichen Raum ist hingegen momentan eher noch ein Thema für die Forschung – wenn auch im großen Maßstab. So hat die Autobahn GmbH des Bundes zusammen mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im vergangenen Herbst einen etwa ein Kilometer langen Autobahnabschnitt eröffnet, der induktives Laden ermöglicht. Auf dem Abschnitt der A6 bei Amberg sind Spulen in die Fahrbahn eingelassen. Diese erzeugen ein Magnetfeld, sobald sich ein entsprechend ausgerüstetes Fahrzeug über ihnen befindet.
Nach Ansicht der Forschenden könnte induktives Laden die E-Mobilität grundlegend verändern: Zum einen bräuchten die Fahrzeuge dann künftig kleinere Batterien, was Gewicht und Kosten reduziere. Zum anderen verlängere sich die Reichweite der Elektroautos, wenn im Fahrbetrieb nachgeladen werden kann. Mit dem gleichen Kalkül wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Feldversuche durchgeführt, bei denen Elektro-Lkw bei der Fahrt über die Autobahn per Oberleitung Strom beziehen konnten. Die Versuche sind mittlerweile eingestellt.
(Quelle: Energate, mit Ergänzungen von Franz Rother)
