Herr Hoefsloot, die Pionier-Edition des Lightyear One wurde für 150.000 Euro angeboten, der Verkaufspreis des Serienmodells liegt nun 100.000 Euro darüber. Wie erklären Sie Interessenten diesen Sprung?

Die ersten 150 Interessenten haben ihr Fahrzeug zu Sonderkonditionen deutlich unter dem jetzigen Verkaufspreis bestellen können. Lightyear bietet aber nun ein komplett neues Statement Car an, das in seiner Form aktuell völlig ohne Konkurrenz am Markt ist. Dafür sind unsere Kunden auch bereit, diesen höheren Betrag zu zahlen.

Es hieß, dass mit dem Aufpreis die Entwicklung des Lightyear 2 finanziert werden soll.

Es stimmt nicht, dass Lightyear durch die starke Preiserhöhung extra Kapital für die Entwicklung unseres nächsten Fahrzeugs akquirieren möchte. Fakt ist: Wir müssen uns um unsere Kosten sorgen. Und wir haben die Möglichkeit, den Spielraum zu nutzen, den uns der Markt gibt. Der Lightyear 0 wird nur in kleinen Stückzahlen produziert. Und es ist ein ganz besonderes Auto: Die Preiselastizität für unser Produkt ist sehr hoch.

„Höherer Gebrauchskomfort als jedes Steckerauto“

Wo sehen Sie die Zielgruppe von Lightyear ?

Der Lightyear 0 wird nur in Europa verkauft werden. Die Zielgruppe für die Marke ist allerdings groß: Zum einen sind es die Elektroauto-Pioniere, die wieder das Neueste fahren wollen. Zweitens zählen dazu auch all jene Fahrer von hochwertigen Verbrennerautos, die gerne elektrisch fahren möchten mit einer großen Reichweite und der Unterstützung durch die Sonne. Da bietet unser Auto einen höheren Gebrauchskomfort als jedes Steckerauto. Und die dritte Zielgruppe sehen wir in erfolgreichen Unternehmern, die uns und generell die nachhaltige Mobilität unterstützen wollen.

Lightyear-Manufaktur 
Die ersten Exemplare des Solarautos Lightyear 0 produziert das niederländische Startup in Eindhoven. Die Serienfertigung soll bei Valmet in Finnland stattfinden - wie auch die des Sonnenwagen Sion von Sono Motors. Foto: Lightyear
Lightyear-Manufaktur
Die ersten Exemplare des Solarautos Lightyear 0 produziert das niederländische Startup in Eindhoven. Die Serienfertigung soll bei Valmet in Finnland stattfinden – wie auch die des Sonnenwagen Sion von Sono Motors. Foto: Lightyear

Was waren die wichtigste Eckdaten am Anfang der Entwicklung von dem Lightyear One, und wurde bereits früh festgelegt alles neu zu entwickeln und zu bauen ?

Wir wollten eine Effizienz erreichen, die weniger (konventionelles) Laden und auch mehr Reichweite für unsere Kunden bedeuten würde: dies wird Zeit sparen und ein höheren Gebrauchskomfort bieten. Das war unser Hauptziel. Um dieses Gesamtkonzept zu realisieren, mussten wir einige Komponenten wie die Solarzellen, die Antriebsmotoren und die Elektronik komplett neu machen. Alles was wir einkaufen konnten, haben wir eingekauft. 

„Wir müssen uns um unsere Kosten sorgen.“

Lightyear-CEO Lex Hoefsloot zur Preiserhöhung um 100.000 Euro

Inwiefern unterscheidet sich der Lightyear 0 vom Lightyear One?

Das Auto ist erwachsener geworden. Es entspricht im aktuellen Stand bereits zu 98 Prozent dem endgültigen Serienmodells. Das Design wurde noch einmal leicht angepasst. Und bis zum Start der Serienproduktion werden auch noch ein paar weitere, kleinere Änderungen folgen. Auch haben wir alle Spezifikationen aktualisiert. Das Leergewicht beträgt aktuell 1575 statt wie ursprünglich geplant 1300 Kilogramm. Aber wir wollten nicht bei der Crashsicherheit sparen. Und das Auto soll nicht nur sparsam, sondern auch komfortabel und bedienungsfreundlich sein.       

Läuft die Serienhomologation bereits für den Lightyear 0?

Ja, unser erster Prototyp wurde mit einer individuellen Typzulassung von der Kfz Behörde RDW in den Niederländen zugelassen. Jetzt soll die vollständige Homologation der Baureihe erfolgen.

Wie viele Exemplare des „Technologie Demonstrators“ will Lightyear produzieren – und bis wann ?   

Es ist unser Ziel, im nächsten Jahr rund 250 Fahrzeuge vom Typ 0 zu bauen und insgesamt 946.

Arbeiten am Lightyear 2 laufen bereits

Warum überhaupt nur 946 Autos?

Ganz einfach: Die Zahl 946 ist eine Fraktion von einem Lichtjahr, das in galaktischen Dimensionen einer Entfernung von 9,46 Billionen Kilometern entspricht.     

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Projekt Lightyear One ?

Da gibt es ganz viele. Wir wissen jetzt, wo die Grenzen der neuen Technologie liegen – und was wir noch weiter verbessern können. Dies können wir dann im nächsten Fahrzeug umsetzen. Wir werden am Lightyear 0 aber auch noch lernen, wie der Kunde im Alltag sein Solarauto nutzt. Auch davon wird das nächste Modell profitieren.

Arbeiten Sie denn bereits am Lightyear 2?

Ja, aktuell arbeiten ungefähr 10 Prozent von unseren 500 Mitarbeitern an dem Projekt. Die ersten Fahrzeuge sollen nach unserer Planung schließlich schon Ende 2024 ausgeliefert werden. Als weitere Ziele haben wir bei dem Projekt ein Produktionsvolumen von wenigstens 100.000 Autos im Jahr sowie einen Einstiegspreis von 30.000 Euro definiert. Wir hoffen, zum Ende des Jahres unser Konzept vorstellen zu können.

Wird auch der Lightyear 2 einen Radnabenantrieb bekommen ? 

Wir glauben. dass dies möglich sein wird. Aber wir prüfen intensiv auch alle anderen Optionen.

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