Den Mini Cooper Countryman gibt es seit 1. Juli für einen Basispreis von gut 38.000 Euro auch als Teilzeitstromer. Doch der Mini Cooper SE Countryman All4 PHEV (so die korrekte Modellbezeichnung) hält offenbar nicht in allen Punkten, was die Werbeabteilung („Bereit für das nächste Abenteuer“) verspricht. Insbesondere nicht die elektrische Reichweite von 60 Kilometern nach der (veralteten) NEFZ-Verbrauchsnorm, die neuerdings vom Bundesamt für Wirtschaft und und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefordert wird, wenn der Käufer des Fahrzeugs in den Genuss von Umweltbonus und Innovationsprämie kommen will. Nur dann werden Plug-in-Hybride mit einem Netto-Listenpreis unter 40.000 Euro wie der Mini Cooper SE mit 7.110 Euro gefördert.

Wie die Süddeutsche Zeitung herausfand, kommt aber der Mini Cooper selbst unter besten Bedingungen mitunter nur auf eine Elektroreichweite von 59 Kilometer. Dies musste inzwischen auch ein BMW-Sprecher nach konzerninternen Prüfungen einräumen. BMW hat das Problem bereits der zuständigen Zulassungsbehörde in Irland gemeldet, die daraufhin einen vorläufigen Auslieferungsstopp für das Modell verhängt hat.

Software-Update soll Reichweite vergrößern

Die BMW-Ingenieure wollen nun versuchen, die noch fehlenden Kilometer doch noch aus dem Fahrzeug herauszukitzeln. Etwa durch ein verbessertes Management der Lithium-Ionen-Batterie unter der Rücksitzbank, die aktuell über eine Kapazität von rund 10 Kilowattstunden verfügt. Das dafür erforderliche Software-Update soll Ende des Monats fertiggestellt sein und dann auf die bereits produzierten Fahrzeuge aufgespielt werden, heißt es in München.

In der „Süddeutschen Zeitung“ wurde auch die Frage aufgeworfen, warum BMW nicht einfach einen größeren Akku einbaut, um die elektrische Reichweite des Fahrzeugs zu vergrößern. Abgesehen davon, dass dies technisch sicher nicht so einfach darstellbar ist – die Antwort von BMW verblüfft schon: „Es mag schwer zu verstehen sein, aber wir haben keine Veranlassung, einen großen Reichweitenpuffer über das gesetzlich Geforderte hinaus einzubauen. Wir befinden uns in einem scharfen Wettbewerb.“

Für die Kritiker einer Förderung von Fahrzeugen mit einem wiederaufladbaren Hybridantrieb wie den BUND dürfte dies Wasser auf die Mühlen sein.

Artikel teilen

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.