Auch auf der Schiene hat der Dieselantriebs ausgedient: Bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen werden im so genannten Elbe-Weser-Netz zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude insgesamt 14 Wasserstoffzüge die bislang dieselgetriebenen Triebwagen für den Personenverkehr ersetzen. Rund 1,6 Millionen Liter Diesel werden auf diese Weise pro Jahr eingespart, etwa 4.400 Tonnen des Klimagases CO2 nicht mehr freigesetzt. 

Fünf der hochmodernen Elektro-Triebwagen vom Typ Coradia iLint mit bis zu 156 Sitzplätzen verkehren bereits auf der Strecke – mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h und dank einer Brennstoffzelle an Bord emissionsfrei und obendrein geräuscharm. Dank eines Verbrauchs von angeblich nur 26 Kilogramm Wasserstoff auf 100 Kilometer sowie einer Reichweite von rund 1.000 Kilometern können sie mit nur einer Füllung der beiden 130 Kilogramm fassenden Tanks den ganzen Tag lang betrieben werden. Produziert werden die weltweit ersten Wasserstoff-Züge mit einer Antriebsleistung von zweimal 272 kW (370 PS) und einer Länge von 54 Metern von Alstom.

Linde baute Wasserstofftankstelle

Betankt werden die Fahrzeuge in Bremervörde. Das Gase- und Engineering-Unternehmen Linde hat da für das Projekt eine Wasserstofftankstelle errichtet. Die Anlage besteht aus 64 Hochdruckspeichern mit einer Gesamtkapazität von 1.800 Kilogramm, sechs Wasserstoffverdichtern und zwei Zapfsäulen. Für die Zukunft ist auch der Bau eines Elektrolyseurs zur Versorgung der Züge mit Wasserstoff aus regenerativ erzeugtem Strom geplant.

Laut Angaben der Projektpartner sind bislang über 93 Millionen Euro in das Projekt geflossen. Gefördert wurde es im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie unter anderem durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr. An den Kosten für die Fahrzeuge (die etwa 30 Prozent teurer sind als dieselgetriebene) beteiligte sich der Bund mit 8,4 Millionen Euro, an den Kosten für die Tankstelle mit 4,3 Millionen Euro. 

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