Diverse Autohäuser stehen vor einer ungewissen Perspektive: Die Kaufanreize für Elektroautos, von denen sie heute noch profitieren, werden ab kommendem Jahr schrittweise reduziert. Die Bundesregierung hat beschlossen, das Förderprogramm bis zum Jahr 2025 auslaufen zu lassen. Damit dürften auch die Verkäufe der Stromer auf absehbare Zeit sinken – und so manchen Autohändler vor erhebliche Probleme stellen.

Doch dazu muss es gar nicht erst kommen, weiß Sascha Röwekamp. In seinem Gastbeitrag erläutert der Berater für Autohäuser, wie eine erfolgreiche Positionierung mit Blick auf die kommenden Jahre gelingen kann und welche Vorbereitungen dafür getroffen werden müssen.

Die Perspektive ist noch nicht klar erkennbar

Zugegeben, wirklich beklagen kann sich die Branche aktuell nicht. Immerhin nutzen gegenwärtig viele Verbraucher die guten Rahmenbedingungen für den Autokauf: Die staatlichen Förderungen für Elektroautos gestalten sich so großzügig wie selten zuvor – und die stetig wachsende Angebotsvielfalt in diesem Bereich überzeugt allmählich auch die größten Skeptiker. Doch allzu lange halten diese guten Voraussetzungen wohl nicht an. Denn schon im kommenden Jahr wird der Umweltbonus für die Stromer reduziert. Zudem ist von weiterhin ansteigenden Preisen für Benzin und Diesel auszugehen. Die Autohändler werden sich auch deshalb umstellen müssen, da immer mehr Hersteller den Direktvertrieb ihrer Fahrzeuge über das Internet anstreben.

Sascha Röwekamp ist der Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensberatung RWKMP. Zusammen mit seinem Team unterstützt und begleitet er Geschäftsführer und Inhaber von markengebundenen Autohäusern durch die Transformation im Vertrieb. Foto: RWKMP

Die Zukunft besitzt viel Potenzial

Indes wäre es falsch, die Zukunftsaussichten der Autobranche in tristen Farben zu malen. Denn wo sich etwas verändert, da entstehen auch neue Chancen. Für die Autohändler liegt die Herausforderung darin, dem Kunden eine bessere Shopping-Experience zu bieten und im Bereich der Beratung noch serviceorientierter zu agieren. Je besser ihnen das gelingt, desto professioneller und kompetenter ist das Image, das sie sich erwerben. Die Wünsche und Bedürfnisse der Käufer rücken für die Autohäuser in den kommenden Jahren stärker in den Fokus. Doch wer sich dauerhaft gegenüber der Konkurrenz etablieren möchte, sollte auch die fünf folgenden Tipps beherzigen.

Tipp 1: Der Aufbau einer Marke

Zunächst ist es für den Händler wichtig, von den potenziellen Käufern überhaupt wahrgenommen zu werden. Die eigene Sichtbarkeit und das Image spielen dabei eine zentrale Rolle. Ebenso bedeutsam ist es, das Autohaus zu einer Marke aufzubauen, die eine eigene Philosophie verfolgt und die von den Mitarbeitern nach außen getragen wird. Auf diese Weise werden eine höhere Bekanntheit und steigende Verkaufszahlen erreicht.

Tipp 2: Im Social Marketing aktiver werden

Zudem gilt es, das Potenzial der sozialen Medien zu nutzen. Die Reichweite, die über Plattformen wie Instagram und Facebook generiert wird, darf nicht vergeudet werden. Zumal es sich hierbei um eine Form des Marketings handelt, die sich schnell und kostenlos umsetzen lässt, indem man sowohl informative als auch unterhaltsame Inhalte veröffentlicht und so auf sich aufmerksam macht.

Tipp 3: Auch die bezahlte Werbung bietet Chancen

Neben den organischen Inhalten können auch bezahlte Werbeanzeigen veröffentlicht werden. Diese lassen sich individuell auf jede Zielgruppe anpassen – eine Unterscheidung zwischen privaten und gewerblichen Kunden ist also möglich. Auch dabei wird mit wenig Aufwand ein großer Effekt erreicht.

Tipp 4: E-Know-how entwickeln

Darüber hinaus darf der Wandel innerhalb der Branche nicht verschlafen werden: In den kommenden Jahren werden die Verkaufszahlen für E-Autos stark ansteigen. Ein Trend, auf den sich jeder Händler vorbereiten muss, um so auch eine kompetente Beratung und einen Mehrwert anbieten zu können. Auch diese Information kann über Social Media kommuniziert werden.

Tipp 5: Erstklassige Shopping-Experience bieten

Neben dem Händler kommt auch seinem Team die Aufgabe zu, eine professionelle Beratung zu leisten und künftig individueller auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Ein Ziel, das sich einzig durch Fachkenntnisse und eine hochwertige Kommunikation erreichen lässt. Nur so kann dem Kunden ein erstklassiges Einkaufserlebnis geboten werden.

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