Ein Hund auf einer Ölplattform ist ein seltener Anblick. Erst recht ein Roboter-Hund, der die Räume und Werkstätten kontrolliert. Scheinbar zielstrebig läuft die Maschine mit dem gelben Rumpf und vier schwarzen Beinen Treppen hoch und zwischen Kisten hindurch. Entwickelt hat sie das US-Unternehmen Boston Dynamics, das für seine Laufroboter bekannt ist. Es gehörte einst zum Google-Reich und ist jetzt Teil des japanischen Konzerns Softbank.

Nach Jahren der Entwicklung von Prototypen – auch fürs Militär – versucht Boston Dynamics nun die ersten Roboter zu vermarkten. Dazu zählt der Hunde-ähnliche Spot. Jetzt hat der norwegische Öl- und Gaskonzern Aker BP, an dem auch der britische Energieriese BP beteiligt ist, bekanntgegeben, ein Exemplar auf einer Förderplattform im Europäischen Nordmeer zu erproben. Mit dabei ist die norwegische Firma Cognite, ein Software-Spezialist für den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Industrie.

Spot soll nun Räume überwachen, die sich mit traditionellen Automationsverfahren nicht inspizieren lassen.  Er verfügt über mehrere Stereo-Kameras, um seine Umgebung zu erkunden. Und er lässt sich bei Bedarf mit einem Roboterarm ausstatten, um Dinge zu greifen. Seine wechselbaren Batterien reichen für eine Einsatzdauer von 90 Minuten. Hersteller Boston Dynamics hat vor kurzem die Software von Spot freigegeben, damit Entwickler neue Anwendungen programmieren können.

Plattform für verschiedene Einsätze
Der Roboter-Hund namens Spot von Boston Dynamics kann Aufgaben in Industrieanlagen, auf Baustellen und bei der Polizei übernehmen. Quelle: Boston Dynamics

Auch Hilti arbeitet mit dem Robo-Dog

Menschen können Spot mit einer Fernbedienung überwachen, die an einen Video-Spiele-Controller erinnert. Auf einem Monitor können sie beobachten, was der Roboter-Hund sieht. Sie können Spot so für einen Patrouillengang steuern, den er dann später selbstständig absolviert.

Aker BP ist nicht der erste Testkunde. So setzt etwa die Massachusetts State Police den Roboter-Hund ein, unter anderem in der Einheit für Bombenentschärfungen. Insgesamt sollen 100 der Maschinen in den USA und dem Rest der Welt im Einsatz sein – im deutschsprachigen Raum etwa beim Liechtensteiner Werkzeughersteller Hilti, der Spot auf Baustellen erproben will.

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