Foto: Nio

Es ist und bleibt noch immer so: Ein Elektroauto zu laden, dauert wesentlich länger, als einen Verbrenner zu betanken. Warum also nicht den ganzen Akku in wenigen Minuten tauschen und ihn dann außerhalb des Fahrzeugs in Ruhe laden? Mit dieser Idee ist zwar der ehemalige SAP-Vorstand Shai Agassi samt seinem israelischen Startup Better Place vor einigen Jahr grandios gescheitert. Das hat aber das chinesische Unternehmen Nio nicht davon abgehalten, einen zweiten Anlauf zu nehmen.

Mittlerweile hat der Elektroautobauer in 58 Städten Chinas zusammen 131 Wechselstationen errichtet – und dort mehr als 500.000mal Akkus seit 2017 getauscht, wie Nio jetzt stolz vermeldete. Die Stationen konzentrieren sich auf die Megazentren des Landes rund um Peking, Shanghai und Hongkong. Interessanter Nebeneffekt: Die Autos werden tendenziell günstiger, weil der Besitzer nicht mehr den Akku kaufen muss, sondern ihn mietet. Abgerechnet wird über die gefahrenen Kilometer. Hierzulande gibt es nichts Vergleichbares für Pkws. Für Zweiräder dagegen betreibt beispielsweise das Startup Swobbee Akku-Wechselstationen.

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Geldsegen vom Staat für Elektromobilisten

Neuen Schub für die Elektromobilität erhofft sich die Bundesregierung durch die deutlich höhere Kaufprämie für Akku-Autos als Teil ihres Investitionsprogrammes gegen die Folgen der Corona-Rezession. Sie liegt jetzt bei stolzen 9000 Euro für rein batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge. 6000 Euro steuert der Staat bei, das ist doppelt so viel wie zuvor. Weitere 3000 Euro Rabatt gewährt der Hersteller – wie bisher, der Betrag bleibt unverändert. Das gilt allerdings nur für Modelle mit einem Netto-Listenpreis von unter 40.000 Euro. Bis zum Preis von 65.000 Euro gibt es nun 7500 Euro. Das Förderprogramm gilt erst einmal bis Ende kommenden Jahres.

Auch bei der Dienstwagen-Besteuerung hat die Regierung die Konditionen verbessert. Statt 0,5 Prozent muss der Arbeitnehmer nur noch 0,25 Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Das gilt bis zu einem Kaufpreis von 60.000 Euro, bisher waren es 40.000 Euro. Und für die Stromer wird bis 2030 keine Kraftfahrtzeug-Steuer fällig. Umgekehrt soll sich die Kfz-Steuer für Verbrenner stärker am CO2-Ausstoß orientieren als bisher.

Insgesamt 2,5 Milliarden Euro investiert die Koalition in Forschung und Entwicklung im Bereich Elektromobilität, wozu auch neue Akku-Technik zählt, sowie in den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Die Regierung hat noch einmal ihren Plan bekräftigt, alle Tankstellen zu verpflichten, Ladepunkte einzurichten.

Und auch von der bis Jahresende niedrigeren Mehrwertsteuer (16 statt bisher 19 Prozent) profitieren die Elektroautos.

Fortschritt beim elektrischen Fliegen

Wer angesichts der vielen Förderprogramme einmal ein Elektroauto für einen längeren Zeitraum ausprobieren möchte, kann sich das Mietprogramm des ADAC ansehen: Der Autoclub bietet derzeit einen Nissan Leaf für 299 Euro pro Monat an, die Laufzeit beträgt maximal ein halbes Jahr, die zulässige Fahrleistung liegt bei 7500 Kilometern. Danach kann der Fahrer den Nissan  zurückgeben oder kaufen bzw. leasen. Die Reichweite des Leafs – übrigens mit der besten Ausstattung – liegt bei 270 Kilometern.

Auch in der Luft geht es zunehmend elektrisch zu: Das US-Unternehmen MagniX hat eine Cessna 208 Grand Caravan mit einem Elektroantrieb ausgerüstet und jetzt erfolgreich einen Jungfernflug absolviert. Die Maschine kann immerhin bis zu 14 Passagiere transportieren. Der Elektromotor leistet 560 Kilowatt, die Reichweite beträgt bis zu 160 Kilometer. Das Antriebssystem will MagniX bis Ende des Jahres durch die Behörden zertifizieren lassen, um es dann in Maschinen anderen Typs einzubauen. Die Cessna diente erst einmal nur als Versuchsträger.

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