Auf verschneiten Bergstraßen können Schneeketten den entscheidenden Unterschied machen. Sie geben den Reifen zusätzlichen Halt und helfen besonders an Steigungen, wenn Winterreifen allein nicht mehr ausreichen. Allerdings gelten für die Fahrt mit Schneeketten klare Regeln. Dazu gehört eine Geschwindigkeitsgrenze, die auch bei guten Straßenverhältnissen nicht überschritten werden darf.
Welche Höchstgeschwindigkeit gilt mit Schneeketten in Deutschland?
Mit montierten Schneeketten dürfen Kraftfahrzeuge in Deutschland höchstens 50 km/h fahren. Das schreibt Paragraph 3 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) vor. Die Grenze gilt innerorts ebenso wie auf Landstraßen und Autobahnen, unabhängig von sonstigen Tempolimits.
Die 50 km/h sind eine Obergrenze, kein empfohlenes Reisetempo. Bei Eis, dichtem Schneefall oder schlechter Sicht ist langsameres Fahren erforderlich. Gibt der Kettenhersteller eine niedrigere Geschwindigkeit vor, ist auch diese zu beachten. Warum das wichtig ist, erklärt die Funktionsweise der Ketten.
Wie Schneeketten die Traktion verbessern
Die Kettenglieder greifen in die Schneedecke und helfen, die Antriebskraft auf den Untergrund zu übertragen. Das erleichtert das Anfahren und kann verhindern, dass die Räder an einer verschneiten Steigung durchdrehen. Gerade auf dem Weg ins Skigebiet bieten passende Schneeketten deshalb ein wertvolles Plus an Mobilität.

Mit dem blauen runden Verkehrszeichen signalisieren Straßenbehörden, wo bei winterlichen Bedingungen Kettenpflicht besteht.
Wer für winterliche Bergfahrten passende Schneeketten kaufen möchte, sollte auf die Eignung für das eigene Fahrzeug achten. Denn nur richtig ausgewählte und montierte Ketten können ihre Vorteile zuverlässig entfalten.
Dieser Vorteil hat Grenzen: Auf vereisten Straßen können die Bremswege dennoch lang bleiben, und auch in Kurven ist Vorsicht geboten. Außerdem beansprucht hohes Tempo die Kettenglieder und Spannvorrichtungen stärker. Gleichmäßiges Beschleunigen, frühzeitiges Bremsen und ruhige Lenkbewegungen schonen das Material und helfen, das Fahrzeug unter Kontrolle zu halten.
Wann Schneeketten vorgeschrieben oder sinnvoll sind
Eine allgemeine Pflicht, im deutschen Winter Schneeketten mitzuführen, besteht nicht. Auf Strecken mit dem blauen Verkehrszeichen 268, das einen Reifen mit Schneekette zeigt, müssen die betroffenen Kraftfahrzeuge jedoch mit angelegten Ketten fahren. Auch ohne dieses Schild können sie auf steilen, schneebedeckten Zufahrten eine sinnvolle Hilfe sein.
Am besten montiert man die Ketten rechtzeitig an einem sicheren Platz vor dem schwierigen Streckenabschnitt. Auf wieder schneefreier Fahrbahn sollten sie abgenommen werden, denn auf Asphalt verschleißen sie schneller und können Schäden verursachen. Wer ins Ausland fährt, sollte sich zusätzlich über die dortigen Vorschriften informieren.
Passende Schneeketten für Reifen und Fahrzeug auswählen
Damit die Ketten zuverlässig funktionieren, müssen sie zur Reifengröße und zum Fahrzeug passen. Eine Angabe wie 205/55 R16 reicht allein nicht aus: Auch der Platz im Radhaus und die Freigaben des Fahrzeugherstellers sind entscheidend. Bei wenig Freiraum können besonders flache oder außen montierte Systeme erforderlich sein.
Vor dem Kauf lohnt es sich, vier Punkte zu prüfen:
- Reifenmaß: Ist die genaue Dimension für das Kettenmodell freigegeben?
- Bauhöhe: Bleibt ausreichend Abstand zu Fahrwerk und Karosserie?
- Spannsystem: Erfolgt das Nachspannen manuell oder automatisch?
- Einsatz: Wie häufig und auf welchen Strecken werden die Ketten benötigt?
Bei Inter Pack stehen dafür unterschiedliche Bauarten zur Auswahl. Dazu zählen die kompakte KNS-Serie in der 9-mm-Ausführung und die 4WD-Royal-Serie in der 16-mm-Ausführung für geeignete SUV und Geländewagen. Modelle von König mit automatischer Nachspannung können die Handhabung zusätzlich erleichtern. Die passende Wahl hängt nicht von der größten Kettenstärke ab, sondern von der Freigabe und dem geplanten Einsatz.
Schneeketten richtig montieren und nutzen
Auf welche Räder die Ketten gehören, legt der Fahrzeughersteller fest. Meist ist es die Antriebsachse; bei Allradfahrzeugen sind die Hinweise in der Betriebsanleitung besonders wichtig. Eine Probemontage zu Hause macht den späteren Einsatz bei Kälte und Schnee deutlich einfacher.
Nach dem Anlegen müssen die Ketten gleichmäßig sitzen. Je nach System ist nach kurzer Fahrt eine Kontrolle oder ein Nachspannen nötig. Dafür hält man an einer sicheren Stelle an. Ungewöhnliche Schlaggeräusche sollten ebenfalls Anlass sein, den Sitz zu prüfen. Nach Gebrauch werden die Ketten gereinigt, getrocknet und auf Schäden untersucht.
Mit einem passenden Kettensatz und etwas Übung lassen sich verschneite Strecken besser bewältigen. Die Grenze von 50 km/h bleibt dabei verbindlich; wie langsam man tatsächlich fahren sollte, entscheiden die Bedingungen vor Ort.