Der Absatz von Elektroautos hat 2025 in Europa wieder deutlich an Fahrt gewonnen. Laut dem „EV Charging Index“ der Strategieberatung Roland Berger stiegen die Verkäufe um rund ein Drittel auf 3,7 Millionen Fahrzeuge. Damit waren knapp 30 Prozent aller Neuwagen in Europa batterieelektrisch. In Deutschland lag der Marktanteil bei 28,3 Prozent. Weltweit erreichte die Elektromobilität einen neuen Meilenstein. Jeder vierte neu verkaufte Pkw fuhr 2025 rein elektrisch. Die globalen Verkäufe legten um mehr als 20 Prozent zu.
Während die Fahrzeugverkäufe kräftig wachsen, rückt nach Einschätzung der Berater zunehmend die Ladeinfrastruktur in den Mittelpunkt. „Die nächste Phase der Elektromobilität entscheidet sich nicht mehr allein durch Fahrzeuge, sondern an der Ladesäule“, sagte Martin Weissbart, Partner bei Roland Berger. Entscheidend sei insbesondere der Ausbau von Schnell- und Ultraschnellladern. Europas und Deutschlands Aufgabe sei klar: „Das rasante Wachstum der E-Mobilität muss mit einem Ladeangebot einhergehen, das den Bedürfnissen der E-Auto-Fahrer von morgen gerecht wird.“
Europa liegt bei Schnellladern hinter China
Europa liegt bei diesem Thema jedoch hinter den führenden Märkten zurück. Nach den Berechnungen der Unternehmensberatung entfallen hier nur etwas mehr als 20 Prozent der öffentlichen Ladepunkte auf Schnell- oder Ultraschnelllader. In Deutschland fällt laut Energieverband BDEW der Anteil mit rund 26 Prozent etwas höher aus. Demnach waren im Juli dieses Jahres 204.078 öffentlich zugängliche Ladepunkte im Register der Bundesnetzagentur erfasst. Das entspricht einem Zuwachs von 16 Prozent binnen eines Jahres.
Besonders stark legte die Zahl der Ultraschnelllader mit Leistungen ab 150 kW zu. In China war dem EV Charging Index zufolge dagegen bereits vergangenes Jahr fast jeder zweite öffentliche Ladepunkt dieser Kategorie zuzuordnen. Das Land bleibt auch bei den Fahrzeugverkäufen der globale Taktgeber und überschritt 2025 die Marke von 50 Prozent Elektroauto-Anteil an den Neuzulassungen.
Weltweit wurden 2025 rund 1,1 Mio. neue öffentliche Ladepunkte in Betrieb genommen. Der leichte Rückgang gegenüber dem Vorjahr sei kein Zeichen nachlassender Investitionen, sondern Ausdruck eines reiferen Marktes. Statt auf den bloßen Ausbau setzten Betreiber zunehmend auf leistungsfähigere Ladeinfrastruktur.
In Westeuropa kommen derzeit durchschnittlich rund 45 batterieelektrische Fahrzeuge auf einen Schnellladepunkt. Nach Einschätzung von Roland Berger hält die Ladeinfrastruktur damit bislang Schritt mit dem Markthochlauf. Zugleich sehen die Berater Potenzial für eine höhere Auslastung und bessere Wirtschaftlichkeit bestehender Schnellladenetze.
