Der spanische Energiekonzern Iberdrola treibt die Entwicklung schwimmender Offshore-Windparks in Europas Gewässern voran. Erste Demonstrationsanlagen wollen die Spanier mit Konsortialpartnern in Norwegen umsetzen. In den Plänen spielen auch die deutsche Ostsee sowie ein Projekt in spanischen Gewässern eine Rolle, teilte der Konzern mit. Am weitesten fortgeschritten sind demnach die Planungen für das Gemeinschaftsprojekt in Norwegen. Hinter dem Projekt stehen neun weitere Partner aus fünf Ländern, darunter die französische EDF und die internationale Beratungs- und Zertifizierungsfirma DNV GL. In der Nordsee, vor der Küste des Landes soll in 80 Metern Tiefe ein schwimmendes Windrad mit 10 MW Leistung errichtet werden. Stehen werde die Anlage auf einem halbtauchenden Schwimmfundament aus Beton vom Typ „OO-Star Wind Floater“

In Schottland liefert die erste schwimmende Windkraftanlage Energie für das landesweite Netz. Die Technologie macht Windfarmen auf tiefer See rentabel. Windenergie

 Offshore-Gestehungskosten sollen sinken

Die EU unterstützt das Vorhaben in Norwegen über das Förderprogramm Flagship aus der Initiative „Horizon 2020“, das über seine sechsjährige Laufzeit bis 2020 mit 80 Millionen Euro dotiert war. Langfristiges Ziel der Flagship-Förderung ist es, die Gestehungskosten der Offshore Windkraft bis 2030 auf 4 bis 6 Cent pro Kilowattstunde zu bringen. Zum Vergleich: Eine Studie des Fraunhofer ISE bezifferte die Gestehungskosten für Offshore-Windstrom im Jahr 2018 auf 7,49 bis 13,79 Cent/kWh. Iberdrola hofft, noch in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres auf eine Förderzusage in Höhe von etwa 25 Mio. Euro von der Europäischen Kommission. „Die Herstellung der schwimmenden Plattform könnte im zweiten Quartal 2021 beginnen, die Installation im ersten Quartal 2022“, kalkuliert das Unternehmen.

Deutsche Ostsee soll Demonstrationsstandort werden

In Kooperation mit dem Branchendienst energate.

Eine Demonstrationsanlage gleicher Größenordnung wollen die Spanier auch in der deutschen Ostsee realisieren. Inwiefern dies möglich ist, prüft das Unternehmen noch. Bis wann eine Entscheidung dazu zu erwarten ist, ist offen, sagte ein Unternehmenssprecher zu energate. Gleiches gelte für verschiedene mögliche Standorte in britischen und baltischen Gewässern, wo Iberdrola auch als Bauherr und Betreiber herkömmlicher Offshore-Windparks aktiv ist. Weiter sind die Spanier bei einem Projekt in ihrer Heimat. Details zu diesem Projekt, das entweder in den Gewässern rund um die Kanarischen Inseln oder in der Biskaya entsteht, wollen die Spanier noch im laufenden Jahr publik machen. Klar ist hier, dass eine andere Fundament-Technologie zum Einsatz kommen soll als in Norwegen.

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