Für die meisten deutschen Haushalte bleibt die Energiewende ein spannendes Zukunftsthema. Der Wille, Versorgung und Effizienz entsprechend umzustellen, ist sehr weit verbreitet. Allerdings verfügt bislang erst jeder fünfte Haushalt tatsächlich über entsprechende Erzeugungsanlagen, Heizungen, Heimspeicher oder auch ein E-Auto. Gleichzeitig haben die ländlichen Räume noch immer einen deutlichen Vorsprung gegenüber den Großstädten, zeigt das aktuelle „Energiewendebarometer“ der staatlichen KFW Bank. Für die jährliche, repräsentative Untersuchung befragt die staatliche Förderbank bundesweit 4000 Haushalte. Demnach blieb die Verbreitung von Erneuerbaren-anlagen für Strom und Wärme, Heimspeichern und Co. im Vergleich zum Vorjahr nahezu stabil und erreicht aktuell 21 Prozent. „Nimmt man die innerhalb von zwölf Monaten geplanten Anschaffungen hinzu, steigt der Wert auf rund 26 Prozent“, so die Studienautoren.

Die Mehrheit der Energiewender lebt demnach auf dem Land (39 %), lediglich 10 Prozent in Großstädten. Nach wie vor gilt, je ländlicher, desto mehr setzen Haushalte auf Energiewendetechnik. In Kleinstädten wohnen 28 Prozent der „Energiewender“ in Mittelstädten mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern 23 Prozent. Regional sind die „Energiewender“ vor allem im Süden und im Norden der Republik verortet. Baden-Württemberg (37 %) und Bayern (30 %) verzeichnen nach wie vor die größten Anteile an Energiewende-Haushalten, vor Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein (je 26 %). Solare Heizungen bleiben mit 9 Prozent die am weitesten verbreitete Erneuerbaren-Technologie, vor Solaranlagen und Wärmepumpen mit je 7 Prozent. Dabei ist Solartechnik unter Wohneigentümern mit 11 Prozent stärker verbreitet als unter Mietern (3 %). Heimspeicher kommen inzwischen auf einen Verbreitungsgrad von 2 Prozent, E-Autos auf 1 Prozent.

Durchbruch der E-Mobilität bis 2030?

Allerdings kann sich mittlerweile jeder vierte deutsche Haushalt vorstellen, in zehn Jahren, also 2029, ein E-Auto zu fahren. Auch deshalb gehen die Analysten der KFW davon aus, dass die E-Mobilität bis 2030 den Durchbruch schaffen kann. Zentrale Hemmnisse für deren Hochlauf sind der Befragung zufolge die hohen Anschaffungspreise und die in der Wahrnehmung der Privathaushalte nach wie vor wenig ausgebaute Ladeinfrastruktur. Zugleich finden nur ein Viertel der Ladevorgänge an öffentlichen Ladestationen statt. „Daher ist der Ausbau privater Ladeinfrastruktur ein zentraler Faktor“, folgern die Studienautoren.

Die baulichen Grundvoraussetzungen seien vielerorts bereits vorhanden: 36 Prozent der Haushalte mit Auto gaben an, über einen Stellplatz mit Steckdose zu verfügen, weitere 46 Prozent haben einen festen Stellplatz für ihr Auto. „Durch entsprechende Förderung sollte es möglich sein, einem Großteil der Haushalte Zugang zu ausreichender Ladeinfrastruktur zu ermöglichen“, so die Autoren.

Mit dem Mobiltelefon die Musik in der Wohnung steuern oder das Licht regeln - das machen bereits viele. Doch noch sehr wenige verknüpfen diese Anwendungen zu einem smarten Gesamtsystem, zeigt eine aktuelle Studie. Auch der Vormarsch der Sprachassistenten wie Alexa und Siri ändert daran bisher wenig. Smart Home

Wunsch nach Veränderung weit verbreitet

Schon heute sehr weit verbreitet ist der generelle Wille, die private Energieversorgung künftig klimafreundlicher zu gestalten. Das wollen der Studie zufolge 80 Prozent der Deutschen. Für knapp zwei Drittel der Haushalte bedeutet das, sie wünschen sich, mehr Energie zu sparen (64 %). Fast ebenso viele (63 %) wollen den eigenen Anteil an erneuerbaren Energien erhöhen. Jeder Zweite kann sich vorstellen, Prosumer zu werden. Und 40 Prozent wünschen sich mehr Information zu Erneuerbaren.

Smart-Home-Anwendungen auf dem Vormarsch

Deutlich im Aufwind sieht die Studie außerdem die Verbreitung von Smart-Home-Anwendungen mit Energiebezug. Die Wachstumsrate beziffert die KFW Bank auf 50 Prozent. Konkret nutzen 18 Prozent der deutschen Haushalte solche Anwendungen bereits. Und knapp ein Viertel der Studienteilnehmer spielt mit dem Gedanken oder plant die Anschaffung.

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