Der neue Audi E-Tron kostet mindestens 79.000 Euro, der i3 von BMW 38.000 Euro, das Model 3 von Tesla gibt es derzeit in Deutschland nur ab 52.300 Euro – viel Geld, was potenzielle Käufer zögern lässt. Und für Geringverdiener und Kleingewerbe sind diese Preise schlicht unerschwinglich. Neben den langen Lieferzeiten der neuen E-Modelle und fehlender Lademöglichkeiten ist das einer der Hauptgründe, warum die Zulassungszahlen für die Stromer nach wie vor im einstelligen Prozentbereich verharren.

Volkswagen hat deshalb in einem internen Strategiepapier, das seit dem Wochenende verschiedenen Medien zugespielt wurde, eine Umstellung der staatlichen Förderung für Elektroautos verlangt. So sollen Käufer von Fahrzeugen, die weniger als 20.000 Euro kosten, den Ladestrom kostenlos erhalten. Alternativ könnten kleinere Autos mit weniger als vier Meter Länge und ab einer Reichweite von 200 Kilometern besonders gefördert werden. Umgekehrt sollen Modelle ab einer Länge von 4,65 Metern deutlich weniger Zuschüsse bekommen.

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Nach dem E-Golf wird es futuristisch

Der Einstieg von VW in die Elektrosparte fand behutsam statt, um es positiv auszudrücken. Mit den ID.-Modellen trauen sich die Wolfsburger mehr zu – wenn sie denn in der hier gezeigten Form in Serie gehen. © Ingo Barenschee für Volkswagen

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Blickfang für Deutschland

Der größte Hingucker ist sicherlich die unbenannte ID.-Studie. Das Fahrzeug soll spätestens 2020 auf den deutschen Markt kommen – mit bis zu 500 Kilometern Reichweite und für etwa 25.000 Euro. Da sind wir gespannt. © Copyright Ingo Barenschee für Volkswagen

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Futuristische Details

Weiße Radkappen und verspielte LED-Scheinwerfer waren bei VW bislang die Ausnahme. © Copyright Ingo Barenschee für Volkswagen

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ID.-Innenleben

Im Innenraum sind die ID.-Wagen ähnlich aufgebaut, auch wenn manche Details wie das eckige Lenkrad nicht ihren Weg in die Serie finden werden. © Copyright Ingo Barenschee für Volkswagen

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Der Designer erklärt sein Fahrzeug

Außen Golf-Maße, innen Passat-Platz: Einar Castillo vom Exterieur-Design erklärt die Open Space Lösung, die durch die MEB-Architektur möglich wird. © Copyright Ingo Barenschee für Volkswagen

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Spielerei im Innenraum

Im geräumigen ID. Buzz diskutiert unser Autor Michael Specht mit Jerome Küppers, Produkt-Referent E-Mobilität, über die verschiebbare Konsole. © Copyright Ingo Barenschee für Volkswagen

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Deutlich wuchtiger

Der ID. Crozz bringt mehr Masse auf die Straße. Aber auch hier dürften es einzelne Elemente, etwa die großen Felgen, nicht in die Serie schaffen. © Copyright Ingo Barenschee für Volkswagen

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Viersitzer

Vier Passagiere müssen reichen: Die Crozz-Studie hat dafür sehr bequeme, breite Sitze. © Copyright Ingo Barenschee für Volkswagen

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ID.-Typisch

Wie beim unbenannten ID. ist auch der Crozz im vorderen Innenraum recht übersichtlich geraten. Der Zauber findet auf den Displays statt. © Copyright Ingo Barenschee für Volkswagen

Finanzieren soll das Ganze ein „Mobilitätsfonds Elektromobilität“. Im Gegenzug sollten Hybride nur noch 1500 Euro statt bisher 3000 Euro Zuschuss erhalten. Mit dem Strategiepapier unter dem Titel „Ansätze und Vorschläge zur besseren Förderung von Elektromobilität in Deutschland“ wenden sich die Wolfsburger gegen Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, den Umweltbonus beim Kauf eines E-Autos in besonders stickoxidbelasteten Städten zu erhöhen.

Die im Ministerium diskutierte Erhöhung der Kaufprämie auf 8000 Euro bis Ende 2021 – statt bisher 4000 Euro – werde negative Auswirkungen haben, warnt VW in dem Papier. Marktpreise würden zu stark verzerrt, und mit Ablauf der Prämie wäre ein Markteinbruch zu erwarten. Volkswagen wünscht sich, die Förderung in Höhe von 4000 Euro bis 2022 beizubehalten und zwischen 2023 und 2025 auf 2000 Euro zu senken.

Wenig Begeisterung bei BMW und Daimler

Volkswagen sprach sich nach dpa-Informationen darüber hinaus für die Verdoppelung des Budgets für den Ausbau der Ladeinfrastruktur aus – von 300 Millionen auf 600 Millionen Euro. Bisherige Förderprogramme blieben weit hinter dem Ziel zurück, bis 2025 rund 200.000 Ladepunkten zu installieren.

Bundesweit gebe es rund 2,5 Millionen bewirtschaftete Parkplätze in Städten – künftig solle das Nachladen beim bezahlten Parken das Ziel sein. Dabei solle der Anteil der Lade-Stellplätze mindestens dem E-Auto-Anteil an den Neuzulassungen des jeweiligen Vorjahres entsprechen. Bei privaten Parkplätzen in Mehrfamilienhäusern müsse es einen Rechtsanspruch auf einen Ladepunkt geben.

Andere Autobauer laufen laut der Tageszeitung „Welt“ gegen die Pläne aus Wolfsburg Sturm: „Das ist nichts anderes als eine Subventionierung von Elektroautos des VW-Konzerns“, heißt es demnach bei BMW. „Denn wir im Premiumsegment werden kaum Batterieautos zu einem Preis von unter 20.000 Euro anbieten können und sollen deshalb keine Förderung bekommen.“

Dem „Handelsblatt“ zufolge kommen BMW-Chef Harald Krüger, Daimler-CEO Dieter Zetsche und VW-Boss Herbert Diess am Mittwoch zu einem eilig einberufenen Treffen zusammen. Es gebe „akuten Redebedarf“ zwischen den Herren, heiße es aus Kreisen der Autohersteller.

Denn Diess wolle nicht nur die Elektromobilität stärker fördern, sondern auch die Steuervorteile den Diesel eindampfen, schreibt das „Handelsblatt“, was die Wettbewerber aus München und Stuttgart mit ihren großen und schweren Modellen zusätzlich treffe. Volkswagen konzentriert sich dagegen klar auf die Elektromobilität und hat sich jüngst noch ehrgeizigere Ziele gesetzt: Statt 15 Millionen E-Autos will der Konzern jetzt weltweit bis 2030 rund 22 Millionen Stromer verkaufen. Um die Pläne umzusetzen, wollen die Wolfsburger augenscheinlich nicht auf staatliche Förderung verzichten.

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