Nicht jeder möchte in den Ferien nur zwischen Pool und All-inclusive-Büffet pendeln. Der Aktivurlaub ist darum im Trend. Nur kommen für Untrainierte nicht viele Sportarten in Frage. Radfahren bildet eine Ausnahme: Mit dem E-Bike müssen selbst Sportverweigerer und ältere Menschen nicht an jedem Hügel scheitern. Für passionierte Radfahrer erlauben Pedelecs neue Herausforderungen: Denn mit der elektrischen Unterstützung dürfen die Touren länger und die Höhenmeter zahlreicher werden.

Das ist genau das Richtige für den österreichischen Reise-Blogger Markus Schmidt. Gemeinsam mit seinem 13-jährigen Sohn ist er im Sommer vergangenen Jahres ins österreichische Skigebiet Sölden aufgebrochen. Wo sich im Winter Touristen auf Skiern und Snowboards tummeln, ist es bei wärmeren Temperaturen erstaunlich ruhig: „Viele Hotels hatten zu“, erzählt Schmidt. „Aber der Hotelier, bei dem wir uns eingemietet haben, ist selbst E-Bike-Fahrer und hat uns tolle Tipps für Touren gegeben.“

Besser vor dem Urlaub schon mal ein E-Bike ausprobieren

Unterwegs trafen die beiden Österreicher nur wenige Wanderer. Sein Sohn und er hatten viele Strecken für sich alleine. Perfekt um die eigenen Grenzen auszutesten – und sie mit den E-Bikes zu überschreiten. Schmidt hat sein Flyer Uproc2 4.1 mitgenommen, sein Sohn war das erste Mal mit einem E-Bike unterwegs und hat sich darum eines vor Ort geliehen.

Im Nachhinein kann Schmidt sagen, dass der Aktivurlaub ohne das Elektrorad wohl nicht so reibungslos verlaufen wäre: „Durch die Akkus kamen wir beide gleich schnell voran. Mein Sohn hat dann am Berg vielleicht die volle Power zugeschaltet und ich die halbe. Aber keiner musste auf den anderen warten“, sagt Schmidt.

Trotz der Kraft, die E-Bikes haben, empfiehlt der Blogger, schon vor dem Urlaub ein solches Rad zu testen. Denn man überschätze sich und die Kraft der Räder schnell: „Auch das Fahren mit dem E-Bike ist anstrengend. Besonders wenn man auf dem Weg runter die schweren Räder immer wieder bremsen muss“, erzählt Schmidt. Da die Wege in Sölden so schön waren, haben die beiden oft Pausen gemacht. Die Akkus haben sie daher meist nicht ausgereizt. Dennoch kamen sie weiter als ohne die elektrische Unterstützung.

Früher war Radfahren öko, heute Lifestyle, vor allem durch den Boom der E-Bikes, meint Reiseexperte Axel Jockwer. In manchen Gegenden kommen daher die Touristen das ganze Jahr - Einheimische und Natur können sich kaum noch erholen. Durch die Digitalisierung könnte sich das aber bald grundlegend ändern. Fahrrad, Reisen

Oben auf dem Berg den Motor nicht ausschalten

Immer wieder neue Ziele sucht sich der E-Bike-Blogger Heinz-Günther Weber. Er hat sich von dem Konzept eines festen Wohnorts verabschiedet und arbeitet nun von verschiedenen Orten aus. Sein E-Bike, das Haibike Sduro HardSeven aus dem Jahr 2016, ist auf jeder Reise dabei. Seine anstrengendste Tour war bisher die Umrundung des Vulkans Teide auf Teneriffa. Von seinem Startpunkt aus bis auf den Berg hat Weber 1500 Höhenmeter bewältigt. Die größte technische Herausforderung war der Temperaturunterschied: „Oben wird es ganz schön kalt. Da sollte man die Unterstützung am E-Bike nicht ganz ausschalten.“ Denn ist der Akku fast leer und einmal ausgekühlt, kann es sein, dass der Motor nicht mehr anspringt.

Auf seinen Touren hat Weber nur einen Akku dabei. Plant er längere Touren, legt er lieber einen Zwischenstopp ein und lädt den Akku zum Beispiel im Hotel. Bekannte von ihm seien aber häufig mit zwei Akkus unterwegs – besonders auf der spanischen Insel La Palma: „Auf der steilsten Insel der Welt sind die meisten E-Bikes mit zwei Akkus ausgestattet. Anders schafft man es gar nicht auf den Berg“, erzählt Weber. Die Insel reizt ihn darum sehr. Er hat bereits überlegt, dort als nächstes zu wohnen. Ganz sicher ist er noch nicht. Eines ist jedoch gewiss: Das E-Bike kommt mit.

Der Akku fliegt allein

Das Schwierigste beim Umzug ist stets der Transport: „Wenn man nur kurze Strecken zurücklegt, kann man es ja hinten auf das Auto packen. Aber wie komme ich damit von Deutschland nach Mallorca?“ Das Flugzeug ist keine Option. Die starken Akkus will kaum eine Fluggesellschaft an Bord mitnehmen. In solchen Fällen greift der Blogger auf ein Transportunternehmen zurück. Wenn er nur kurz an einem Ort ist, spart er sich den Transport und leiht sich stattdessen ein E-Bike vor Ort. Sein Tipp: „Auf den Kanaren gibt es sehr gute E-Bike-Verleiher. Die meisten führen sogar deutsche Hersteller und haben meist neue Modelle zum Austesten da.“

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