Eben lieferte der Stromer noch Pakete aus – fünf Minuten später kann das Elektrofahrzeug als Minibus genutzt werden. Oder als Camper, oder als Pickup. Denn der Aufbau kann dank des modularen Aufbaus mit einfachen Mitteln blitzschnell gewechselt und den neuen Transportbedürfnissen angepasst werden. Kinder kennen das Prinzip aus dem Spiel mit einem Lego-Baukasten.

Kia will es nun auf den Automobilbau anwenden – mit einer neuen Generation von Kleintransportern, die auf der Techmesse CES in Las Vegas etwas kryptisch als „Platform Beyond Vehicle“ (PBV) vorgestellt wurde. In Form des Concept EV5. Und es ist weit mehr als eine Vision: Das erste Fahrzeug der mittleren Baureihe PV5 soll schon im kommenden Jahr in Produktion gehen. In einer nagelneuen, hochautomatisierten Fabrik in Südkorea mit einer Jahreskapazität von zunächst 150.000, später 300.000 Fahrzeugen.

Plattform-Lösung 
Kia wird seine elektrischen Kleintransporter in drei Größen anbieten. Den Anfang macht die mittlere Baureihe namens PV5
Plattform-Lösung
Kia wird seine elektrischen Kleintransporter in drei Größen anbieten. Den Anfang macht die mittlere Baureihe namens PV5.

Und wie Kia-CEO Ho-Sung Song bei der Weltpremiere in der Spielerstadt verriet, sind die ersten Abnehmer auch bereits gefunden. Uber will mehrere tausend Fahrzeuge abnehmen, die Dubai Taxi Company ist ebenfalls interessiert. Und der deutsche Logistikriese DHL habe auch schon den Finger gehoben – da wächst für Streetscooter, den kleinen Elektrotransporter im Postzustelldient offenbar ein Konkurrent heran.

Ganzheitliche Mobilitätslösung

Und die Vision von Kia-Chefdesigner Karim Habib geht noch weiter. Die kleinste Version der Baureihe namens PV1 wäre dank Allradlenkung und kurzer Abmessungen der perfekte Nachfolger für den Smart fortwo. Und die Container, die das geplante Topmodell PV7 mithilfe der „Easy Swap“-Technik aufnehmen können, ließen sich auch als Wohn- oder Verkaufsraum nutzen. Er spricht deshalb von einer „Total Mobility Solution“, einer ganzheitlichen Mobilitätslösung.

Lenkrad wird zur Arbeitsleuchte 
Kia-Chefdesigner Karim Habib hat sich einige pfiffige Lösungen auch für den Innenraum des PV5 einfallen lassen - hier für den Kleinbus, der mit einem speziellen Modul auch blitzschnell in einen Camper verwandelt werden kann. Fotos: Kia
Lenkrad wird zur Arbeitsleuchte
Kia-Chefdesigner Karim Habib hat sich einige pfiffige Lösungen auch für den Innenraum des PV5 einfallen lassen – hier für den Kleinbus, der mit einem speziellen Modul auch blitzschnell in einen Camper verwandelt werden kann. Fotos: Kia

Über die technischen Details der Antriebstechnik sowie über den Preis für die Fahrzeuge mochten sich die Kia-Manager in Las Vegas noch nicht auslassen. Nur so viel: Die Elektro-Fahrzeuge sind nach dem Skateboard-Prinzip konstruiert und sollen mit unterschiedlichen Radständen und Batteriekapazitäten angeboten werden. Und sie sind bereits für das hochautomatisierte Fahren auf Level 4 vorbereitet. Sie verfügen also noch über ein Lenkrad, aber mittelfristiges Ziel sei es, die PVs auch als Robotaxen anzubieten. Da werden sich einige in der Autoindustrie warm anziehen müssen, nicht nur in Aachen.

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