Die Energiewende auf der Straße ist in vollem Gange: Im vergangenen Jahr ist der Bestand an Elektroautos weltweit kräftig gestiegen – um gut drei Millionen Fahrzeuge oder 38 Prozent auf nunmehr 10,9 Millionen Stromer. Den kräftigsten Schub erfuhr die Antriebstechnologie in Deutschland: Dank einer massiven staatlichen Förderung haben sich hier die Neuzulassungen 2020 fast verdreifacht, von 108.530 auf fast 400.000 Fahrzeuge. Deutschland liegt damit inzwischen bei den Neuzulassungen auf dem zweiten Platz hinter China, hat das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) bei einer Analyse der Zahlen herausgefunden.

In den USA hat sich nach der Analyse die Hype um das Elektroautos im vergangenen Jahr deutlich gelegt – bei einem Bestand von 1,77 Fahrzeugen mit Elektroantrieb. Weltgrößter Markt für die Stromer ist weiterhin China, wo mittlerweile über fünf Millionen Autos mit elektrischem Strom betrieben sind. Aber Europa holt kräftig auf. Und das nicht nur in Norwegen, wo die Stromer inzwischen 62,4 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen ausmachen. Kräftige Zuwächse gab es 2020 auch in Italien (plus 250 Prozent), Dänemark (plus 245 Prozent) und Frankreich (plus 180 Prozent). In absoluten Zahlen aber hat Deutschland die Spitzenposition in Europa, was den Bestand an Elektroautos anbetrifft.

Wachsendes Umweltbewusstsein

Dazu trägt – neben den Subventionen – auch das wachsende Angebot an Elektroautos bei. Und offenbar auch ein Bewusstseinswandel, wie die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für den Reifenhersteller Michelin belegt. Demnach sind Umwelt- und Klimaschutz untrennbar mit dem Verkehr der Zukunft verbunden. 77 Prozent haben bereits Maßnahmen ergriffen, um nachhaltig unterwegs zu sein – indem sie das Auto möglichst oft stehen lassen (51,1 Prozent), ganz auf das Auto verzichten (21,7 Prozent) oder bei der Wahl eines neuen Autos auf die Ökobilanz des Fahrzeugs schauen. Aber auch kleine Maßnahmen können schon helfen. Beispielsweise die regelmäßig Kontrolle des Reifendrucks oder die Wahl eines Reifens mit besonders niedrigem Rollwiderstand. Na klar: Die Umfrage hatte schließlich ein Reifenhersteller initiiert, der mit dem e.PRIMACY gerade einen Pneu auf den Markt gebracht hat, der auf 100 Kilometer Fahrstrecke bis zu 0,21 Liter Kraftstoff im Vergleich zu einem konventionellen Reifen einsparen kann.

Fahren und Sparen
Schon mit der Wahl eines rollwiderstandsarmen Reifens lässt sich die Ökobilanz eines Autos aufbessern. Foto: Michelin

Der Reifen ist übrigens inzwischen auf vielen Elektroautos in der Erstausrüstung zu finden. Unter anderem auch auf dem neuen VW ID.3 und ID.4. Die beiden Modelle schicken sich gerade an, auf dem deutschen Markt für Elektroautos die Zulassungsstatistik aufzumischen. Die Poleposition besetzt nach der ZSW-Analyse aktuell noch der Renault Zoe mit 30.376 Neuzulassungen im abgelaufenen Jahr. Der VW E-Golf und das Tesla Model 3 folgen mit deutlichem Abstand. Aber dicht dahinter folgte schon der neue VW ID.3.

Und auch auf dem Weltmarkt ist die Aufholjagd von Volkswagen in vollem Gange. Derzeit dominiert hier noch Tesla mit knapp einer halben Million Neuzulassungen weltweit. Aber der VW-Konzern ist mit 421.600 Neuzulassungen – von reinen Elektroautos, aber auch Plug-in Hybriden wie dem Passat GTE – bereits in Schlagdistanz.

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2 Kommentare

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    Leider unterstützen die Kommunen die Lust auf E-Autos nicht. Obwohl nach dem Emissionsschutzgesetz die Kommunen angehalten sind öffentlichen Parkraum für E-Autos kostenlos anzubieten, wird es kaum genutzt – es könnten vielleicht ein paar € Parkgebühren oder Knollen verloren gehen….ich hasse dieses kleinkarierte Denken der Dösköppe in den Rathäusern.
    Dagegen macht Norwegen es vor wie man die Lust aufs E-Auto unterstützt….nur hier die Kleinkariertheit lässt es nicht zu….

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  2. Avatar

    Nehmen wir mal, ich hätte eine Pferdeherde. Die will ich jetzt zählen. Wenn da ein paar Maulesel und Maultiere herumstehen, muss ich die Mitzählen? Und wenn ich meine Esel zähle, dann geht das noch mal los?

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